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Aktuelle AusgabeBetriebserfahrungen mit Kernkraftwerken 2012Innerhalb des VGB-Fachausschusses „Kernkraftwerksbetrieb“ wird seit mehr als 30 Jahren ein intensiver Austausch von Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken gepflegt. An diesem Erfahrungsaustausch sind Kernkraftwerksbetreiber aus mehreren europäischen Ländern beteiligt. Über im Jahr 2012 erzielte Betriebsergebnisse sowie sicherheitsrelevante Ereignisse, wichtige Reparaturmaßnahmen und besondere Umrüstmaßnahmen wird aus Belgien, Deutschland, Finnland, den Niederlanden, der Schweiz und Spanien berichtet. Nutzen des Alterungsmanagements in deutschen Kernkraftwerken - Aspekte der KTA 1403 für den restlichen Leistungsbetrieb, Nachbetrieb und RestbetriebPablo Barreiro, Thomas Bever, Gerhard Brast, Björn Elsche, Patrick Grossmann, Frank Hüttner, Thomas Linnemann, Sven H. Reese, Swen-Olaf Smit, Martin Widera und Ralf-Mchael ZanderDas Alterungsmanagement (AM) in Kernkraftwerken wird in Deutschland seit den 1990er Jahren thematisiert. Auf der Grundlage der bereits anlagenspezifisch vorhandenen, umfassend praktizierten Maßnahmen wurde die KTA 1403 „Alterungsmanagement in Kernkraftwerken“ erarbeitet und im Jahr 2010 finalisiert. Kontext sowie Status des AM in Bezug auf die deutschen Kernkraftwerke werden vorgestellt und eine Abgrenzung des Alterungsmanagements vom Lebensdauermanagement diskutiert. Aspekte des AM für Anlagen in der Nichtleistungs-, Nachbetriebs- und Restbetriebsphase werden erörtert. Verstehen durch Sehen - Thermohydraulik am Glasmodell eines DruckwasserreaktorsMichael SeewaldDas Simulatorzentrum betreibt ein Glasmodell eines Zwei-Loop-Druckwasserreaktors (KWU-Design) im Maßstab 1:10. Die im Glasmodell beobachtbaren Phänomene sind auch in einem Kernkraftwerk aufgetreten. Zweiphasenströmungen können realistisch gezeigt werden. Am Glasmodell können Übungen aus dem Bereich der betrieblichen Fahrweisen, Störungen und Störfälle sowie thermohydraulische Effekte in einem Kernkraftwerk mit Leichtwasserreaktor gezeigt werden. Die Schulung von Personal am Glasmodell ist ein Beitrag, die komplexen Phänomene der Thermohydraulik anschaulich darzustellen. Bewertung der Ermüdungsbeanspruchung von Primärkreiskomponenten in Kernkraftwerken unter Berücksichtigung des MediumseinflussJohannes Seichter, Sven H. Reese und Dietmar KluckeDer Einfluss des Primärkreismediums auf die Ermüdungslebensdauer von Werkstoffen, die in Kernkraftwerken für druckführende Komponenten eingesetzt werden, befindet sich international in Diskussion. Hauptdiskussionspunkte sind die Übertragbarkeit der Laborergebnisse auf KKW-Komponenten sowie die vorgeschlagenen Berechnungsmethoden. Dazu wird der Bericht NUREG/CR-6909 speziell anhand der letzten Revision mit der Berechnungsmethode von ANL diskutiert. Verfügbare Berechnungsverfahren werden diskutiert und Empfehlungen gegeben, wie überkonservative Ergebnisse vermieden werden können. CARINA - Ein Programm zur experimentellen Untersuchung des Bestrahlungsverhaltens von deutschen Reaktordruckbehälter-WerkstoffenHieronymus Hein, Elisabeth Keim, Eduard Pechler, Pal Efsing, Jens Ganswind, René Knobel, Günter König Pablo Barreiro, Martin Widera und André de JongDer Nachweis eines ausreichenden Sicherheitsabstands gegen Sprödbruch des Reaktordruckbehälters (RDB) ist ein wichtiger Bestandteil der Betriebssicherheit von Kernkraftwerken. Zur sicherheitstechnischen Bewertung des RDB wird in Deutschland die KTA 3201.2 des Regelwerks des Kerntechnischen Ausschusses (KTA) zugrunde gelegt. Mit dem Forschungsvorhaben CARINA (Characteristics of Irradiated German RPV Materials) wurde die experimentelle Datenbasis für bestrahlte deutsche RDB-Werkstoffe durch umfangreiche Bruchmechanikversuche erweitert. Daten, Erfahrungen und Erkenntnisse liefern einen wesentlichen Beitrag zur Einarbeitung des Master-Curve-Konzepts in das deutsche Regelwerk. Primärkreisdekontamination im Kernkraftwerk UnterweserChristian Topf, Luis Sempere-Belda, Michael Fischer, Kai Tscheschlok und Christian VolkmannDas deutsche Kernkraftwerk Unterweser (KKU) wies eine vergleichsweise hohe jährliche kollektive Strahlenbelastung des Personals auf. Um die kollektive Personendosis wirksam zu senken, begannen Areva GmbH und KKU Anfang 2009 mit der Planung einer chemischen Dekontamination des Primärkühlkreislaufs und der Hilfsanlagen. Die vollständige Anlagendekontamination wurde im Herbst 2012 hauptsächlich unter Einsatz der Anlagensysteme und -komponenten in Verbindung mit dem HP/CORD®UV-Verfahren und von AMDA® (Automated Modular Decontamination Appliance) erfolgreich durchgeführt. Einfluss von Lastfolgebetrieb auf die Chemie des Primär- und Sekundärkreislaufs eines Kernkraftwerks mit DruckwasserreaktorMichael Bolz, Andreas Speck, Fred Böttcher und Steffen RiehmErfahrungen mit dem Lastfolgebetrieb aus den Kernkraftwerken Philippsburg und Neckarwestheim werden vorgestellt. Der Verlauf chemischer Kreislaufparameter wird dargestellt und ganz allgemein der erwartete Einfluss des Lastfolgebetriebs auf die chemische Fahrweise bewertet. Zum Schutz der Sekundärseite vor Korrosion wird die H-AVT-Fahrweise angewendet. Der Einfluss auf das Korrosionsverhalten der C-Stähle und niedrig legierten Stähle der Sekundärseite infolge der Änderungen von physikalischen und chemischen Bedingungen wird diskutiert. Entsorgung radioaktiver Abfälle im kristallinen Grundgestein SchwedensClaes Thegerström und Saida Laarouchi EngströmIn Schweden haben die Kernkraftwerksbetreiber in den 1970er Jahren das gemeinsame Unternehmen zur Schwedischen Kernbrennstoff- und Abfallentsorgung (SKB: Svensk Kärnbränslehantering AB) gegründet. Aufgabe der SKB ist es, die radioaktiven Abfälle aus schwedischen Kernkraftwerken so zu behandeln und zu entsorgen, dass ein Höchstmaß an Sicherheit und Umweltschutz sichergestellt wird. Seit 1992 läuft ein schrittweiser Prozess mit dem Ziel, einen geeigneten Standort für ein Endlager für wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle zu finden. Adiabate Druckluftspeicherung - Status und PerspektivenSebastian Freund, Roland Marquardt und Peter MoserDie Druckluftspeichertechnologie (CAES) und das ADELE-Forschungsprogramm werden vorgestellt. ADELE ist ein mehrjähriges Vorhaben, das von einem Konsortium unter Führung von RWE Power durchgeführt wird. Die adiabate (A)CAES-Technologie wird in diesem Programm entwickelt und das erste ACAES-Kraftwerk kommerzialisiert. Ziel der ACAES-Technologie ist die Nutzung der Abwärme bei der Kompression mittels eines Wärmespeichersystems zur Erhöhung des Gesamtwirkungsgrades der Anlage. Das Projekt ADELE-ING soll die Grundlage für die Entscheidung zum Bau eines 85 MW-Prototyps vorbereiten. Optimierung des Kalkansatzes und Regelung der Kalkmilchdosierung in der KZA des STEAG-Kraftwerks FenneChristian Martin, Helmut Arenz und Ralf WyskAm Kraftwerksstandort Fenne der Steag bewirkte ein erhöhter Trübstoffeintrag aus dem Saarwasser eine Verblockung der Membranen der Umkehrosmoseanlage und gefährdete so die nachgeschaltete vollentsalzte Wasserproduktion der Kühlturm-Zusatzwasseraufbereitungsanlage (KZA). Gemeinsam mit dem Unternehmen Nalco wurde vor Ort ein KZA-Anlagenaudit durchgeführt. Ziel des Audits sollte ein störungsfreier und wirtschaftlicher Betrieb der Wasseraufbereitung sein. Weiterhin soll die Wasserbehandlung sowie die damit verbundene Überwachung weitgehend automatisiert werden. Klärschlammentsorgung: Quo vadis?Benjamin WiechmannDie thermische Klärschlammentsorgung ist stetigen Veränderungen unterworfen. In Zukunft wird die Klärschlammentsorgung stärker unter dem Gesichtspunkt des Ressourcenschutzes ausgerichtet werden und gleichzeitig werden durch die Novelle der 17. BImSchV die Ansprüche des Immissionsschutzes weiter vorangetrieben. Heute wird mehr als ein Viertel des gesamten Klärschlamms in Monoklärschlammverbrennungsanlagen verbrannt; Tendenz steigend. Diskutiert wird, welche rechtlichen und strategischen Rahmenbedingungen derzeit Einfluss auf diese Vorgehensweise haben können. Geräuschimmissionen bei der Errichtung von Kraftwerken - Die sachgemäße Beurteilung bzw. ist der AVV Baulärm noch zeitgemäß?Joachim BittnerSchon im Vorfeld sowie bei der Errichtung von Anlagen werden entstehende Geräusche zwischen Vorhabenträgern und Nachbarn diskutiert. Wesentliche Kritikpunkte ergeben sich aus der Beurteilungsvorschrift für die Bewertung des Baulärms - die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm (AVV Baulärm). Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Regelungen der AVV Baulärm zeigt, dass unter Berücksichtigung weiterer Normen die Anforderungen erfüllt werden können und auch geeignete Methoden vorliegen, um prognostisch Baulärm sachgerecht bewerten zu können. |
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