Regeldynamisches Zusammenwirken von Kraftwerken und Netzen bei deregulierter Energiewirtschaft - Möglichkeiten zur Reduktion der Kraftwerksbeanspruchung

Projektnummer 243

Die seit Jahrzehnten übliche enge Zusammenarbeit von Kraftwerks- und Netzbetreibern innerhalb der einzelnen EVU sowie zwischen den Lastverteilern der verschiedenen Verbund-EVU ist mit der Einführung der deregulierten Energiewirtschaft stark eingeschränkt worden.

Um dennoch ein geordnetes Zusammenwirken von Kraftwerken und Netz zu ermöglichen, sind seitens der Übertragungsnetzbetreiber die bisherigen DVG-Empfehlungen in den vom VDN neu herausgegebenen GridCode überführt worden. Aus dem selben Grund werden die seitens der einzelnen Übertragungsnetzbetreiber vorzuhaltenden Primär-, Sekundär- und Tertiär-(Minuten-)Reserve-Leistungen ausgeschrieben. Darüber hinaus sind neue Vorgaben für den Netzbetrieb bezüglich der Sollfrequenzvorgaben bei der Primär- und Sekundärregelung sowie für die Ausregelung von Abweichungen von der Synchronuhrzeit erlassen worden.

Einzelne dieser neuen Vorgaben haben zu Rückwirkungen auf den Kraftwerksbetrieb geführt, die in der Vergangenheit nicht beobachtet wurden.

Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens sollen daher auf der Grundlage von Kraftwerks-/Netz-Simulationsuntersuchungen gezielte Analysen des regeldynamischen Zusammenwirkens von Kraftwerken und Netzen durchgeführt werden, anhand derer sich folgende Fragestellungen beantworten lassen:

  • Welche netzseitig vorgegebenen Forderungen sind regeldynamisch von Seiten der Kraftwerke nicht umsetzbar und daher zu modifizieren?
  • Wie lässt sich der Kraftwerksbetrieb im Hinblick auf das regeldynamische Zusammenwirken mit dem Netzbetrieb optimieren?
  • Welche negativen Rückwirkungen auf den Kraftwerksbetrieb sind unvermeidbar und müssen von den Kraftwerksbetreibern hingenommen werden?

Damit soll eine wissenschaftlich fundierte Basis für Verhandlungen zwischen Kraftwerks- und Netzbetreibern geschaffen werden. Gelingt auf Basis der Projektergebnisse eine entsprechende Modifikation der Netzbetriebsvorgaben, ließe sich eine geringere dynamische Beanspruchung der jeweils eingesetzten Kraftwerksblöcke und eine geringere Inanspruchnahme der auf dem Regelenergiemarkt ausgehandelten und somit vertraglich vorzuhaltenden Reserveleistungen erzielen. Beides würde zur Senkung von Instandhaltungs- und Produktionskosten beitragen.

Das Projekt wird von Juni 2003 bis Februar 2005 von der Abt. Stromerzeugung und Automatisierung am Institut für Verfahrenstechnik und Dampfkesselwesen der Universität Stuttgart unter der Projektleitung von Prof. Ernst Welfonder durchgeführt. Der Fachausschuss "Elektro-, Leit- und Informationstechnik" begleitet die Untersuchungen fachlich.

Ansprechpartner

  • Jörg Kaiser
    Telefon: +49-(0)2 01-81 28-2 88
    Telefax: +49-(0)2 01-81 28-3 21
    E-Mail: joerg.kaiser@vgb.org

Projektergebnisse

  • Abschlussbericht