Component Test Facility for a 700 °C Power Plant

Projektnummer 261

In der EU-25 ist eine beträchtliche Nachfrage nach neuen Kraftwerken bis in das nächste Jahrzehnt absehbar. Um Umweltschutz und Ressourcenverbrauch zu optimieren, müssen nachhaltige Technologien für kohlebefeuerte Kraftwerke entwickelt werden.

Die Wirkungsgradsteigerung von Kraftwerken ist der zentrale Schlüssel für eine nachhaltige Erreichung der genannten Ziele. Eine Steigerung der Frischdampftemperatur von gegenwärtig maximal 600 °C auf 700 °C bei gleichzeitiger Erhöhung des Frischdampfdrucks auf bis zu 350 bar erhöht den gegenwärtigen durchschnittlichen Wirkungsgrad um 6 Prozent bis auf 50 Prozent. Verglichen mit heutigen europäischen kohlebefeuerten Kraftwerken werden CO2-Emissionen ungefähr um ein Drittel vermieden und Brennstoff, insbesondere Kohle, um diesen Betrag eingespart.

Das 700°C-Kraftwerksprogramm startete im Jahr 1998 mit den beiden aufeinander folgenden Phasen AD700-1 und AD700-2 (Projektnummer 220). Das Ziel der gegenwärtigen Phase, COMTES700, ist es sowohl Erfahrungen in der Herstellung von realitätsnahen Dampferzeugerkomponenten, als auch mit deren Betrieb zu sammeln.

COMTES700 ist das Akronym für das europäische Projekt „Component Test Facility for a 700 °C Power Plant“. Das Projekt wurde im Juli 2004 begonnen und durch die enge Zusammenarbeit zwischen europäischen Kraftwerksbetreibern und Kraftwerksherstellern ermöglicht.

In der Anlage werden die folgenden Dampferzeugerkomponenten getestet:

  • Verdampfer,
  • Überhitzerheizflächen,
  • Hochdrucksammler,
  • Frischdampfleitung,
  • Hochdruck-Umleitventil und ein
  • Sicherheitsventil.

Im Rahmen eines ergänzenden Vorhabens (Projektnummer 268) wurde zusätzlich ein Hochdruck-Turbinenregelventil in die Anlage integriert.

Der Betrieb von COMTES700 begann im Juli 2005, nach erfolgreicher Herstellung und Einbau der Komponenten in das Kraftwerk Scholven, Gelsenkirchen/Deutschland, der E.ON Kraftwerke GmbH. Die Laufzeit der Komponententestanlage beträgt mindestens 20.000 h, d. h. voraussichtlicher Betrieb bis zum Jahr 2009. Die Ergebnisse werden dringend benötigt, um im nächsten Jahrzehnt ein erstes 700 °C Demonstrationskraftwerk realisieren zu können.

Die Komponenten-Testanlage hat bereits nach einem Jahr erfolgreichen Betriebs im Juli 2006 demonstriert, dass durch den Einsatz von Komponenten vor allem aus nickelbasierten Werkstoffen ein Weg zu einem optimierten und effizienten Kohlekraftwerk der Zukunft eröffnet wird.

Das Projekt wird aus dem Forschungsfond für Kohle und Stahl der Europäischen Union (RFCS) unterstützt und gemeinschaftlich von einer Gruppe maßgeblicher europäischer Energieversorgungsunternehmen finanziert. Die Gesamtinvestition beträgt über 15 Millionen Euro. In dem internationalen Konsortium arbeiten Stromerzeuger und Anlagenhersteller zusammen: Dong Energy Generation, E.ON, EDF, Electrabel, EnBW, PPC, RWE, Vattenfall Europe Generation, Vattenfall Nordic und Alstom, Hitachi-Power Europe, Burmeister & Wain Energy, Siemens. Das Projekt wird von VGB PowerTech koordiniert.

Weitere Informationen:

http://www.comtes700.org

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