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Projektnummer 266
Kriechverhalten und Lebensdauerbewertung modifizierter 12%-Cr-Stähle III
Aus den Untersuchungsergebnissen, die in den bereits erfolgreich abgeschlossenen Vorgängerprojekten (VGB-Nummern 200 und
233
) ermittelt wurden, resultiert ein sehr gutes Verständnis der
metallphysikalischen Vorgänge in den 9-12% Chromstählen unter
Zeitstandbeanspruchung.
Hierzu hat insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der Technical
University of Denmark (John Hald) und den Unternehmen Elsam/Energi E2
sowie mit den europäischen Projektpartnern im COST522/536 geführt.
Man ist derzeit in der Lage, das Kriechverhalten mit einer guten
Genauigkeit auf der Grundlage mikrostruktureller Messgrößen
vorherzusagen. Die Größe der Subkörner und der Ausscheidungen wurde mit
Hilfe neuer Untersuchungsmethoden wie EFTEM (
E
nergy-
F
iltered
T
ransmission
E
lectron
M
icroscopy) ermittelt. Mit Hilfe thermodynamischer und kinetischer Modellierung wird das Wachstum der Ausscheidungen berechnet.
Zusammengefasst ergibt sich hieraus der folgende derzeitige Kenntnisstand:
-
Die Zeitstandfestigkeit ist eine Funktion der Ausscheidungen und der
Subkorngröße, wobei Größe, Verteilung und Langzeitstabilität der
festigkeitssteigernden Ausscheidungen die maßgeblichen Faktoren
darstellen.
-
Die Subkorngröße variiert nur sehr wenig zwischen den unterschiedlichen
Stählen, so dass die Verbesserung der Zeitstandfestigkeit mit Hilfe
einer „Optimierung“ des Ausscheidungszustandes erfolgen muss. Hierbei
liegt das Hauptaugenmerk auf der Stabilisierung dieses Zustandes über
die gesamte geplante Betriebszeit der Bauteile.
-
Untersuchungen mit Hilfe von APFIM (
A
tom
P
robe
F
ield
I
on
M
icroscopy) haben geholfen, den positiven Einfluss von Bor auf die
Zeitstandfestigkeit zu erklären. Dies beruht im Wesentlichen auf der
Reduzierung der M
23
C
6
-Karbidvergröberung.
Diese Kenntnis wird derzeit in allen neuen Stahlentwicklungen realisiert
, wobei die Ermittlung der optimalen Borgehalte Gegenstand der derzeitigen und zukünftigen Untersuchungen ist.
-
Stickstoff bildet mit Vanadium sehr stabile Vanadiumnitride (VN), die
den größten Beitrag zur Zeitstandfestigkeit besitzen. Trotzdem zeigen
viele der neuen Stähle einen Abfall der Zeitstandfestigkeit nach
unterschiedlich langen Zeiten (bis zu 80.000 Bh). Untersuchungen von
John Hald haben gezeigt, dass dies mit dem Auftreten einer neuen
Ausscheidung, der so genannten Z-Phase, in Verbindung steht. Das
Zulegieren von Kobalt in aktuellen Materialentwicklungsprogrammen (z.
B. VGB-Nr. 221 "
12CrCoMo
“) scheint dieses Problem zu verschärfen. Daher sind weitere
Untersuchungen notwendig, um den Bildungsmechanismus der Z-Phase zu
verstehen und somit geeignete Gegenmaßnahmen bei der Entwicklung neuer
Stähle einleiten zu können. Dies wird der wichtigste Teil des
beantragten Vorhabens sein. Weiterhin wird nach alternativen Zusätzen
gesucht, die - ähnlich wie das Legierungselement Niob - das
Austenit-Kornwachstum während der Wärmebehandlung minimieren.
-
Molybdän- und Wolframzugabe führt zur Bildung von Laves-Phase, die sich im Gegensatz zu M
23
C
6
und MX erst bei Betriebstemperaturen zwischen 600 und 650 °C bildet.
Diese Ausscheidungen tragen zur Zeitstandfestigkeit bei. In dem
kupferlegierten Stahl P 122 wurden feine kupferhaltige Ausscheidungen
gefunden, die als Keimbildungsstellen für Laves-Phase wirken. Dieser
Mechanismus ist bisher in den neuen Versuchsschmelzen des
COST-Projektes noch nicht ausgenutzt worden. In diesem
Anschlussvorhaben sollen deshalb einige neue kupferhaltige Stähle mit
Hilfe von EFTEM charakterisiert und ihr Langzeitverhalten modelliert
werden.
Für die zurzeit laufenden Forschungsvorhaben, in denen neue Werkstoffe
qualifiziert werden, lassen sich die Ergebnisse dieses Vorhabens zur
Werkstoffoptimierung hinsichtlich chemischer Zusammensetzung und
Wärmebehandlung sowie zur Festlegung der notwendigen Minimalprüfzeit
der Zeitstandversuche heranziehen.
Das Vorhaben wird als Gemeinschaftsprojekt zweier schwedischer Institute durchgeführt:
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Chalmers University of Technology, Göteborg
Division of Microscopy and Microanalysis
Department of Experimental Physics
Projektleiter: Prof. Hans-Olof Andrén
-
Royal Institute of Technology, Stockholm
Division of Physical Metallurgy
Department of Materials Science and Engineering
Projektleiter: Prof. John Ågren
Der Fachausschuss "
Werkstoffe und Qualitätssicherung
" begleitet die Untersuchungen, deren Ergebnisse im Dezember 2007 vorliegen sollen.
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| Ansprechpartner |
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| Projektergebnisse |
- Abschlussbericht in Vorbereitung
- Siehe auch Projektnummern 233 "Kriechmodellierung von Cr-Stählen II" und 200 "Kriechmodellierung von Cr-Stählen".
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