Analyse und Bewertung theoretischer Optimierungspotentiale bei der Blockwirkungsgrad-Ermittlung unter Nutzung realer Messdaten

Projektnummer 303

Messungen zur Bestimmung des Blockwirkungsgrads von Kraftwerken erfolgen sowohl im Rahmen von Abnahme- als auch von Betriebsversuchen, die u. a. zur Überwachung des wirtschaftlichen Anlagenbetriebes und zur Ermittlung von Basisdaten für den Lastverteiler durchgeführt werden.

Zur Bestimmung des Blockwirkungsgrads von Kohlekraftwerken nach VDI 3986 wird in der Regel die in der DIN 1942 beschriebene und in die aktuelle DIN EN 12952-15 übernommene sog. „indirekte Methode“ herangezogen. Hierbei wird der Kesselwirkungsgrad über die Verluste des Dampferzeugers bestimmt, da große Brennstoffmassenströme bei festen Brennstoffen nur ungenau gemessen werden können.

Die Universität Ljubljana hat für slowenische Kraftwerke zahlreiche Abnahmemessungen und Betriebsversuche unter Anwendung der DIN EN 12952-15 durchgeführt. Dabei zeigten sich Möglichkeiten, die Qualität der Ergebnisse durch konsequente Umsetzung komplexer physikalischer und mathematischer Zusammenhänge und Modelle zu verbessern. Eine Zusammenfassung dieser bislang nicht in die Praxis umgesetzten Optimierungsmöglichkeiten wurde durch die Universität Ljubljana im VGB PowerTech Journal 03/2006 veröffentlicht.

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts sollen die von der Forschungsstelle vorgeschlagenen Optimierungen erstmalig auf je einen Braun- und einen Steinkohleblock (E.ON, Vattenfall) angewandt werden. Auf der Basis konkreter Messdaten dieser Blöcke wird der Blockwirkungsgrad dann neu berechnet, so dass der tatsächliche Einfluss der Optimierungen auf das Berechnungsergebnis analysiert und bewertet werden kann.

Die Untersuchungen ergänzen die von der VGB-Projektgruppe „Blockwirkungsgrad“ ermittelten Randbedingungen bei der Anwendung der DIN EN 12952-15, die sich auf die Strahlungsverluste des Dampferzeugers konzentrierten. Die Projektgruppe begleitet und steuert das Vorhaben, das von August bis Oktober 2007 unter der Leitung von Dr. Andrej Senegacnik an der Fakultät Maschinenbau der Universität Ljubljana durchgeführt wird.

 

Ansprechpartner

  • Jörg Kaiser
    Telefon: +49-(0)2 01-81 28-2 88
    Telefax: +49-(0)2 01-81 28-3 21
    E-Mail: joerg.kaiser@vgb.org

Projektergebnisse

  • Andrej Senegacnik, et al., Accuracy Improvement Analysis of the Standard Indirect Method for Determining a Steam Boiler's Efficiency, VGB PowerTech 12/2008, S. 100 - 106.
  • Abschlussbericht