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Projektnummer 310
Zielsichere Herstellung von flugaschehaltigen Luftporenbetonen bei Verwendung von verflüssigenden Betonzusatzmitteln
In der Praxis treten in letzter Zeit vermehrt Probleme bei
Luftporenbetonen hinsichtlich der Stabilität von Luftporen auf, was auf
Unverträglichkeiten zwischen den eingesetzten Betonzusatzmitteln oder
auf Unverträglichkeiten zwischen Betonzusatzmittel und Bindemittel
hindeutet. Problematisch sind z. T. der Lufteintrag in den Beton und
mangelnde Luftporenstabilität insbesondere bei Verwendung von
Fließmitteln (FM) der neueren Generation auf Basis von
Polycarboxylat-Ethern (PCE). Bei gleichzeitiger Verwendung von
Fließmitteln und Luftporenbildnern (LP) kann aufgrund des im FM
enthaltenen Entschäumers eine Beeinträchtigung der Wirksamkeit des LP
eintreten. Am Festbeton werden die Anforderungen an die
Luftporenkennwerte dann nicht eingehalten.
In einem parallelen
Forschungsvorhaben des Vereins Deutscher Zementwerke e. V. (VDZ) werden
die prinzipiellen Wirkungsweisen von LP und FM untersucht und
unempfindliche FM/LP-Kombinationen ermittelt. In diesem Vorhaben werden
am Institut für Bauforschung (ibac) der RWTH Aachen die Auswirkungen
von FM auf die Luftporenbildung und -stabilität im Frischbeton sowie
das Luftporengefüge im erhärteten Beton ermittelt. Es soll ein
einfaches Prüfverfahren entwickelt werden, mit dem die Wechselwirkungen
verschiedener Betonzusatzmittel in Bezug auf die Luftporenbildung und
den LP-Anspruch bei wechselnden Ausgangsstoffen mit geringem Material-
und Geräteaufwand zielsicher abgeschätzt werden können. Grundlage
hierfür ist der sog. Foam Index Test (FIT), der in diesem Vorhaben
modifiziert wird.
An Betonprüfkörpern werden die
Luftporenkennwerte und der Frost-Tausalz-Widerstand untersucht, und
damit ein Zusammenhang zwischen den Frischbetoneigenschaften, den
Luftporenkennwerten und der möglicherweise unterschiedlichen
Leistungsfähigkeit der Betone bei der Frost-Tausalz-Prüfung ermittelt.
Aufbauend auf den Erkenntnissen des Forschungsvorhabens wird eine
Handlungsanweisung erarbeitet, die eine zielsichere Herstellung von
Luftporenbeton auch bei Schwankungen der Ausgangsstoffeigenschaften
durch Anpassung der LP-Dosierung ermöglichen soll. Anschließend werden
die Erkenntnisse der Laborversuche durch Praxisversuche im
Transportbetonwerk überprüft. Die Verfahrensanweisung kann anhand
dieser Praxisversuche verifiziert oder ggf. angepasst werden.
Das Projekt ist dem VGB-Schwerpunktforschungsprogramm "Entsorgung von
Rückständen aus Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen" (ERKOM)
zugeordnet. Das Vorhaben wird von März 2008 bis Februar 2010 am
Institut für Bauforschung der RWTH Aachen (ibac) unter der
Projektleitung von Prof. Dr. Wolfgang Brameshuber durchgeführt und von
einer Arbeitsgruppe des Technischen Ausschusses
Kraftwerksnebenprodukte
fachlich begleitet. Das Vorhaben wird aus Mitteln des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die
Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von
Guericke" e. V. (
AiF
) gefördert (AiF-Projektnummer 15546 N).
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