Neue Stellungnahme "Forschung für eine nachhaltige Energieversorgung" des Wissenschaftlichen Beirats des VGB veröffentlicht
VGB- Kraftwerksexperten empfehlen Intensivierung der Forschungs- und Nachwuchsförderung
Der Wissenschaftliche Beirat des europäischen Verbandes der Strom- und Wärmeerzeuger VGB PowerTech hat in einer achtseitigen Stellungnahme seine Sicht der Energieversorgungssituation in der EU, seine Besorgnisse und Empfehlungen formuliert und auf die Notwendigkeit einer verstärkten Förderung der Forschung und Lehre im Bereich moderner Kraftwerkstechniken hingewiesen. Der Beirat umfasst 30 Professoren der Energie- und Kraftwerkstechnik aus zehn europäischen Ländern.
Die Ausgaben für die Energieforschung - öffentliche Mittel und Industrieausgaben - sowie als Folge die Zahl der Nachwuchsforscher und Studenten entsprechen demnach in Deutschland und Europa heute bei weitem nicht den absehbaren Anforderungen.
Der Beirat sieht insbesondere Bedarf bei der Formulierung einer Politik zur Verringerung von Energieträgerimporten und der Definition eines schlüssigen Wegs zur Reduktion der CO
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- Emissionen.
Zudem beklagt der Beirat den Mangel an gesellschaftlicher Anerkennung der Energietechnik.
Aus Sicht des Beirats sind angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen dringend neue politische Vorgaben nötig:
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In den nächsten 30 Jahren wird weltweit soviel fossile Energie verbraucht werden wie bisher in der gesamten Geschichte der Menschheit.
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Die fossilen Energieträger werden weiterhin den Hauptanteil der Energieversorgung abzudecken haben.
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Erneuerbare Energien, deren Anteil nach EU-Vorstellungen 2020 bereits 20 % betragen soll, werden einen zunehmenden Beitrag leisten, werden aber in ihrem absoluten Versorgungsbeitrag auf absehbare Zeit begrenzt bleiben.
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Kernenergie, derzeit mit 32 % Anteil in der EU der größte CO
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-freie Stromerzeuger, wird aus diesen Gründen auch zukünftig europa- und weltweit benötigt.
Der Strombedarf in der EU-27 wird bis 2020 von heute rund 3.300 TWh jährlich auf rund 4.400 TWh ansteigen, da insbesondere auch das Energiesparen Strom benötigt.
Als Folge der Altersstruktur des Kraftwerksparks und des Ausstiegs aus der Kernenergie in Deutschland ergibt sich bis 2020 eine Erzeugungslücke von etwa 2.400 TWh aus Ersatz- und Zuwachsbedarf, also z.B. von rund 240 Blöcken zu je 1400 MW.
Allein diese Zahlen machen aus Sicht des Beirats deutlich, dass auch zukünftig ein Energiemix erforderlich sein wird.
Der Beirat ruft zu einer sachlichen Diskussion auf und plädiert
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zur Sicherung der Energieversorgung für die Nutzung aller verfügbaren Primärenergien,
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für die weitere Steigerung der Energieeffizienz auf der Erzeugungs- und Verbrauchsseite,
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für erneuerbare Energien,
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für die zeitnahe Errichtung von Demonstrationskohlekraftwerken mit überkritischen Dampfzuständen von 700 °C oder mehr,
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für die Weiterentwicklung zentraler Großkraftwerkskonzepte, z.B. "Kohlekombikraftwerke",
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bei fossil befeuerten Kraftwerken für die Entwicklung von Techniken zur Abscheidung von CO
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und Speicherung in geologischen Formationen. Projekte zur Demonstration dieser Technologie wurden bereits gestartet. Die nach 2015 erwartete Kommerzialisierung erfordert noch Technologieentwicklung für Kostensenkung und Wirkungsgradsteigerung. Sie ermöglicht dann einen signifikanten Beitrag zur Verringerung der Treibhausgasemissionen,
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für die Formulierung klar umrissener, langfristiger Energie- Entwicklungskonzepte wie in den USA oder Japan, die Ansätze hierzu sind in Form von Technologieplattformen für das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU vorhanden,
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für die weitere Optimierung der Kernenergie in Richtung verbesserter Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Brennstoffausnutzung sowie zur politischen Lösung der Endlagerung,
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für die weitestgehend mögliche Beschleunigung der Entwicklung der Kernfusion.
Diese Aufstellung verdeutlicht darüber hinaus, welch enormer Ingenieurbedarf in der EU für Entwicklung, Bau und Betrieb dieser Techniken nötig sein wird.
Der wissenschaftliche Beirat des VGB hat dieses Problem erkannt und sich die Steigerung der Attraktivität des Energietechnikstudiums zur Aufgabe gemacht. Als erster Schritt wurde ein Curriculum für einen konsekutiven Bachelor- und Master-Studiengang „Energietechnik“ erstellt.
Die Stellungnahme steht als PDF-Datei zur Verfügung:
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