PT 01-02
Thomas Barth:
"Ensuring Investments" im Stromsektor aus der Sicht von EURELECTRIC
Die europäische Strombranche steht in den nächsten Jahren vor einem gewaltigen Investitionsschub. Der Ersatz für Kraftwerksstilllegungen bei gleichzeitig steigendem Stromverbrauch umfasst allein in der EU-15 einen Investitionsbedarf von über 500 Mrd. Euro und einen mindestens ebenso hohen Betrag im Bereich Netze. EURELECTRIC hat diese Thematik frühzeitig aktiv aufgegriffen und den notwendigen Rahmen beschrieben, um die erforderlichen Investitionen in den nächsten Jahrzehnten zu sichern.
Paul Bulteel:
Wettbewerbsfähigkeit erhalten: Die Notwendigkeit einer Neuorientierung der europäischen Strompolitik
Ausgewogene Grundlagen für einen EU-weiten Elektrizitätsmarkt, der offen und wettbewerbsfähig ist, sind geschaffen. Dennoch wird ein Leitbild zur Gesetzgebung und Regulierung benötigt, das beständig, kohärent und marktorientiert ist und das Prinzip der geringsten Kosten fördert. Nur innerhalb solcher investitionsfreundlicher Rahmenbedingungen können Elektrizitätsunternehmen ihren Verpflichtungen gegenüber Kunden, Industrie und Gesellschaft nachkommen. Ebenso wesentlich ist es, alle Energieoptionen offen zu halten.
Horst R. Wolf:
Anforderungen an Energiewirtschaft und -politik aus Sicht industrieller und gewerblicher Energieverbraucher
Die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes als Umsetzung der EU-Beschleunigungsrichtlinien Strom und Erdgas vom 23. Juni 2003 enthält große Chancen für eine wettbewerbsgemäßere Ausgestaltung der Energiewirtschaft in Deutschland. Die Verbraucherseite fordert dafür vor allem ein wettbewerbsfähiges Entgeltniveau und dynamische Entwicklungsmöglichkeiten für die Regulierungsbehörde. Insgesamt sind alle Beteiligten aufgerufen, gemeinsam ihrer Verantwortung für den Wirtschaftsstandort Deutschland gemäß zu handeln und zu einem funktionierenden Wettbewerb beizutragen.
Johannes Lambertz:
Effiziente Stromerzeugung aus Kohle- und Gas-Kraftwerken
In Europa wird die Stromnachfrage in den kommenden Jahren weiter anwachsen, wobei gleichzeitig der europäische Kraftwerkspark überaltert. Umfangreiche Ersatzinvestitionen stehen somit an. Die anstehende Kapazitätslücke muss mit einem breiten Energiemix geschlossen werden. Die Politik muss dabei mit verlässlichen Aussagen zu den Zielen Ressourcenschutz, Emissionsminderung, aber auch Versorgungssicherheit ihren Beitrag leisten, um Investitionen wirtschaftlich verantwortbar zu machen.
Ralf Güldner:
Gibt es eine Zukunft für die Kernenergie in Europa?
Die Kernenergie ist eine entscheidende Säule der Energieversorgung in der Europäischen Union. Vor dem Hintergrund der anstehenden Aufgaben der Erneuerung des europäischen Kraftwerksparks ist die konsequente Verfolgung der drei Ziele einer nachhaltigen Energieversorgung: Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit von erheblicher Bedeutung. Diese Kriterien erfüllt die Kernenergie in besonderem Maße. Insgesamt gilt es, einen Energiemix anzustreben, in welchem sich die verschiedenen Energieträger gegenseitig ergänzen.
Hans Haider:
Stand und Perspektiven der Erneuerbaren Energien
Die öffentliche Diskussion zur Förderung des Ausbaus von erneuerbaren Energiequellen erfolgt aus Sicht der europäischen Elektrizitätswirtschaft oft auf Basis unvollständiger bzw. einseitiger Analysen, welche den Faktor Effizienz meist weit gehend vernachlässigen. Dieser Umstand gefährdet die Erreichung des Grundzieles, einer nachhaltigen Energieversorgung für Europa. Die Sicherstellung einer hohen Versorgungssicherheit mit umweltfreundlich und effizient erzeugter elektrischer Energie zu marktgerechten Preisen sollte Ziel aller Beteiligten in einem konstruktiven Dialog sein.
Franzjosef Schafhausen:
Emissionshandel – die Märkte zeichnen sich ab
Ein neues Instrument des Umweltschutzes nimmt in Deutschland Formen an
Mit dem Inkrafttreten des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) am 15. Juli 2004 ist das gesetzliche Gerüst für ein Emissionshandelssystem für Deutschland geschaffen. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) wird wesentlich das deutsche Emissionshandelssystem auf der technischen Ebene betreuen. Die Bundesländer besitzen Kompetenzen für die Genehmigung von Anlagen und beim Monitoring sowie der Meldung von Emissionen. Im vorliegenden Beitrag werden die Kernpunkte des TEHG in diesem Kontext behandelt.
Klaus-Peter Dielmann, Marcus Mehlkopf und Boris Ćudina:
Der Handel mit Emissionsrechten – Vorbereitung auf den europaweiten Start 2005
Das europäische Emissionshandelssystem startet mit dem 01. Januar 2005. Nach dem Abschluss des Antragsverfahrens für die kostenlose Zuteilung von Emissionsberechtigungen im September 2004 hat die zuständige Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) die Mengen an kostenlosen Emissionsrechten für jedes Unternehmen für den Zeitraum 2005 bis 2007 festgelegt. Schwierigkeiten für die betroffenen deutschen Unternehmen im Emissionshandelssystem und ein Vergleich der Allokationsmethoden in den anderen EU-Staaten werden u. a. diskutiert.
Erwin Junker und Waldemar Schulz:
Energiekonzept Salzbergen; Ersatz von zwei ölgefeuerten Dampferzeugern durch eine thermische Abfallbehandlungsanlage
Die H&R ChemPharm GmbH betreibt am Standort Salzbergen ein Raffinerieunternehmen. Für dieses wird Energie in Form von Prozessdampf und Strom benötigt. Das Konzept der Energieversorgung basiert zukünftig auf der Kopplung des vorhandenen Industriekraftwerkes (IKW) mit einer Thermischen Abfallbehandlungsanlage (TAS). Die Nutzung der vorhandenen Kraftwerksinfrastruktur minimiert den Investitionsaufwand. Der Einsatz des Brennstoffes Abfall sichert minimale Brennstoffkosten. Somit wird eine preisgünstige Energieversorgung gewährleistet.
Rudolf Lindner:
Turbinen für Müll- und Biomasseverbrennungskraftwerke
Bei Kesseln in Abfall- und Biomasseverbrennungsanlagen mit Frischdampfdaten von rund 40 bar, 400 °C tritt oft extremer Verschleiß durch Hochtemperaturkorrosion im Bereich der Überhitzer auf. Teure und zeitintensive Instandsetzungsarbeiten in relativ kurzen Zeitabständen sind die Folge. Trotz möglicher vorbeugender Maßnahmen werden auch zukünftig Servicearbeiten an der Turbine erforderlich sein. Zur Minimierung der Stillstandszeiten sind an der konkreten Anlage entsprechende Strategien Anlage zu entwickeln.
Ulrich Voigt:
Die drehzahlgeregelten 265-MW-Pumpspeichersätze des PSW Goldisthal - Komponenten, Wirkungsweise, Systemdienstleistungen
Das Pumpspeicherwerk Goldisthal sowie der technische Aufbau der doppeltgespeisten Asynchronmaschinen, welche als Motor-Generator für die drehzahlgeregelten Pumpspeichersätze A und D des PSW Goldisthal dienen, werden vorgestellt. Weiterhin werden die Vorteile des Einsatzes von drehzahlgeregelten Pumpspeichersätzen, deren Funktionsweise bei Betriebsübergängen und im Netzparallelbetrieb erläutert.
Wolfgang Spiegel, Thomas Herzog, Gabriele Magel, Wolfgang Müller und Werner Schmidl:
Dynamische chlorinduzierte Hochtemperaturkorrosion von Verdampfer- und Überhitzerbauteilen aufgrund spezieller Belagsentwicklungen – häufiger Befund in Abfall- und Biomasse-gefeuerten Dampferzeugern
Auf der Grundlage von Schadensuntersuchungen werden besondere Korrosionsphänomene in abfallgefeuerten Dampferzeugern beschrieben und bewertet. Der Korrosionsmechanismus beruht auf chlorinduzierter Hochtemperaturkorrosion. Dieser Korrosionstyp ist charakterisiert durch eine hohe Effektivität, lang anhaltende Wirksamkeit und Stabilität für größere und kleinere Teilflächen der Wärmetauscherrohre. Die Relevanz betrieblicher Einflüsse und erste Lösungsansätze zur Vermeidung werden diskutiert.
J. Krüger:
Thermische und mechanische Beanspruchung von Feuerfestmaterialien in MVA
In Müllverbrennungsanlagen werden nitridgebundene Platten erfolgreich eingesetzt. Während das Material selbst praktisch gegenüber allen mechanischen, thermischen und chemischen Belastungen ausreichend beständig ist, sind die Verankerungen und Verbindungswerkstoffe optimierungsbedürftig. Bei der Auswertung von Schadensursachen wurde festgestellt, dass Platten infolge des Wärmeflusses und dem daraus resultierenden Temperaturgradienten die Tendenz haben, sich mittig aufzuwölben. Der daraus folgende Schadensmechanismus betrifft wesentlich die Verankerungen.
Andreas Lietzmann, Jürgen Rudolph und Eckart Weiß:
Zur detaillierten festigkeitsmäßigen Auslegung gewölbter Böden
Die Dimensionierung gewölbter Böden in torisphärischer oder halbelliptischer Form mit oder ohne Stutzen nach Regelwerk und Design by Rule (DbR) stellt eine Standardaufgabe dar. Obgleich die Dimensionierungsformeln einfach zu handhaben sind, sollte deren Genauigkeit und Gültigkeitsbereich einer kritischen Untersuchung unterzogen werden. Insbesondere das Vorhandensein von Stutzen im Krempenbereich gestaltet die Geometrie und die Handhabung innerhalb eines adäquaten Auslegungskonzeptes kompliziert. Aufgrund bestimmter erforderlicher Stutzenpositionierung sind generelle Empfehlungen von hohem praktischen Interesse.