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PT 04

F&E-Erfordernisse aus der Sicht von EURELECTRIC
EURELECTRIC View on R&D Needs
Jacqueline Stubbe
Forschung und Entwicklung im Elektrizitätssektor werden weiterhin von entscheidender Bedeutung sein. Im Zuge der Liberalisierung sowie immer strikter werdender umweltrechtlicher Vorgaben hat die Eurelectric-Arbeitsgruppe Forschung und Entwicklung ihren Schwerpunkt auf eine Ermittlung der tatsächlichen Bedürfnisse von Forschung und Entwicklung gelegt, um den neuen Anforderungen der kommenden Jahrzehnte adäquat gewachsen zu sein. Die Ergebnisse werden vorgestellt.


Das EU-Programm Clean Air for EUROPE (CAFE) und seine Auswirkungen auf die Elektrizitätsindustrie
EU's Clean Air for the Europe Programme and its Impact on the Electricity Industry
John Scowcroft und Anna Törner
Die Strategie (Thematic Strategy) zur Luftreinhaltung der Europäischen Kommission vom September 2005 ist ein Schlüsselelement des Vierjahresprogramms “Clean Air for Europe” (CAFE). Die im Rahmen dieser Strategie formulierten quantitativen und qualitativen Ziele und Maßnahmen werden die zukünftige EU-Politik im Hinblick auf Luftreinhaltung und auf die Überarbeitung der Richtlinie zu nationalen Emissionshöchstmengen (National Emission Ceiling Directive) von 2001 entscheidend beeinflussen. EURELECTRIC hat zu dieser Strategie Stellung genommen und kritische Punkte gegenüber der Kommission aufgezeigt.


Potential Erneuerbarer Energien in Polen
Potential of Renewable Energy in Poland
Thomas Kraneis und Andreas Wiese
Der Anteil der Erneuerbaren Energien (EE) an Polens kohlegeprägtem Stromsektor ist mit rund 2500 bis 2700 GWh und damit 1,6 bis 2 % noch relativ gering. Rechtliche und vertragliche Grundlagen wurden geschaffen, die eine beschleunigte Weiterentwicklung der wichtigsten einheimischen erneuerbaren Energieträger (Wasserkraft, Windenergie und Biomasse) erwarten lassen. Vorgesehen ist unter anderem eine Erhöhung des Anteils der EE am Stromverbrauch von 2,65 % im Jahre 2003 auf 7,5 % im Jahre 2010.


Kraftwerksneubau der E.ON Energie AG in Deutschland – Herausforderungen in einem unsicheren Umfeld
E.ON Energie AG Builds New Power Plants in Germany – A Challenge under Uncertain Circumstances
Matthias Michel
Eine große Anzahl konventioneller Kraftwerke in Deutschland erreicht in den nächsten Jahren das Ende der technischen und wirtschaftlichen Lebensdauer. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, neben der Nutzung einer Vielzahl denkbarer Optionen ein unfangreiches Neubau- und Investitionsprogramm umzusetzen. In diesem Umfeld hat sich E.ON Energie AG entschlossen, mit einem milliardenschweren Umbauprogramm Zeichen zu setzen. Der vorgestellte Neubau der Kraftwerke Irsching 4, Irsching 5 und Datteln sind die ersten Schritte auf diesem Weg.


Pumpspeicherkraftwerke unter geänderten Rahmenbedingungen – Herausforderungen und Konsequenzen
Pumped Storage Plants in a New Framework – Challenges and Consequences
Dominik Godde und Josef F. Ciesiolka
Die ursprünglich für reinen Veredelungsbetrieb ausgelegten Pumpspeicherkraftwerke sehen sich aufgrund der Liberalisierung des Strommarktes und des starken Zubaus von Windenergieanlagen mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Der Stellenwert dieses Anlagentyps innerhalb des Kraftwerksparks hat sich erhöht, die Beanspruchungen der Anlagen sind aber auch deutlich gestiegen. Der Beitrag diskutiert die sich ergebenden Anpassungen des Kraftwerkseinsatzes sowie Handlungsmöglichkeiten für den Kraftwerksbetreiber.


Mitverbrennung von Biomasse im zur Gruppe Electrabel-SUEZ gehörenden Kraftwerk Polaniec
Co-combustion of Biomass at Polaniec PowerPlant, a Member of Electrabel-SUEZ Group
Igor Grela
Im Kraftwerk Polaniec/Polen der Electrabel-Suez-Gruppe wird der ürsprünglich mit Steinkohle befeuerte Kessel seit 2004 auch mit Biomasse beschickt. Das soll dem wachsenden Bedarf an Energie aus erneuerbaren Quellen entgegenkommen sowie ökonomische Vorteile beim Kraftwerksbetrieb eröffnen. Im Herbst 2004 wurde die rund 10 Mill. Euro teure Beschickungsanlage in Betrieb genommen. Im Wesentlichen werden Holzabfälle als Sekundärbrennstoff eingesetzt.


CO2-Abtrennung im Kraftwerk – Ist eine Nachrüstung für bestehende Anlagen sinnvoll?
Separation in Power Plants – Do Retrofits Make Sense in Existing Plants?
Manfred Fischedick, Werner Günster, Hans Fahlenkamp, Hans-Joachim Meier, Frank Neumann, Gerd Oeljeklaus, Helmut Rode, Armin Schimkat, Jürgen Beigel, Dietmar Schüwer
Die Anforderungen an den Klimaschutz stellen die Kraftwerkstechnik vor große Herausforderungen. Mit der Erhöhung der Dampfparameter und der damit einhergehenden Verbesserung des Wirkungsgrades werden bereits wichtige Beiträge geleistet. Im Kontext zu weiteren Reduzierungen ist die Diskussion zu CO2-Abtrennung und -Speicherung zu sehen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Beitrag grundsätzlich mit Fragen der Nachrüstung einer CO2-Abtrennung an neuen Kraftwerken.


Auslegung und Scale-up von Durchlaufwirbelschichtkesseln mit superkritischen Parametern
Design and Scale-up Philosophy of Once Through CFB Boilers with Supercritical Parameters
Arto Hotta und Ilkka Venäläinen
Ultra-superkritische Kesseltechnik kann den Wirkungsgrad von Kraftwerken (Clausius-Rankine-Prozess) signifikant erhöhen, den spezifischen Brennstoffverbrauch senken und damit Schadstoffe und Abfallströme, einschließlich der CO2-Emissionen, proportional reduzieren. Die Vorteile der erhöhten Dampfzustände müssen aber hinsichtlich der höheren Anlagenkosten, der Zuverlässigkeit und der betrieblichen Flexibilität abgewogen werden. Die im Beitrag vorgestellten zirkulierenden Wirbelschichtkessel (CFB) verfügen über ein Potential, die Grenzen dieser Technik noch weiter auszudehnen und darüber hinaus auch weiter Emissionswerte zu vermindern.


Betrieb von Rauchgas-Entstickugsanlagen mit DENOX-Katalysatoren
Operation of Flue Gas Denitrification Plants Utilizing DENOX-Catalysts
Michael J. Frank, Heinz Gutberlet und Jürgen Brandenstein
Die Historie und die Betriebspraxis von Entstickungsanlagen, mit denen viele deutsche Kraftwerke ausgerüstet sind, werden vorgestellt. Ausgangspunkt für die heute vorhandenen Anlagen war die Novellierung der Umweltgesetzgebung in den 80er-Jahren. Sie hatte die Entwicklung und Erprobung verschiedener Sekundärmaßnahmen zur Entstickung zur Folge. Als effizientestes und wirtschaftlichstes Verfahren stellte sich schnell die selektive katalytische Reduktion heraus. Die am häufigsten auftretenden betrieblichen Probleme werden diskutiert und praktikable Möglichkeiten zur Lösung dargestellt. Als effizientes Hilfsmittel haben sich mittlerweile Untersuchungen und entsprechende Maßnahmen nach VGB-Standard (VGB-R 302 H) etabliert.


Rauchgasentschwefelung in englischen Kraftwerken
Flue Gas Desulphurisation on Power Plant in the United Kingdom
Anthony V. Howard und Nicholas J. Booth
In britischen Kraftwerken werden Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) seit nunmehr 73 Jahren eingesetzt: von der weltweit ersten REA, die bereits 1933 im Kraftwerk Battersea in London in Betrieb genommen wurde, bis hin zu den modernsten Anlagen, die sich derzeit in der Entwicklungsphase befinden. Letztere werden installiert, um die Anforderungen im Rahmen der von der EU-Kommission überarbeiteten Großfeuerungsanlagenverordung (LCPD, 2001/80/EC) zu erfüllen. Rahmenbedingungen sowie Details zum zukünftigen Betrieb von Kraftwerken in Großbritannien werden vorgestellt und diskutiert.


Wärmestrommessrohr zur Überwachung fester Innenablagerungen in Dampfkesseln
Tubular Type Heat Flux Meter for Monitoring Internal Scale Deposits in Steam Boilers
Jan Taler und Dawid Taler
Die Bildung von Ablagerungen auf der Innenoberfläche von Verdampferrohren in Bereichen mit hoher Heizflächenbelastung kann viele unerwünschte Probleme beim Betrieb von Dampferzeugern verursachen. Ein numerisches Verfahren zur Bestimmung der Wärmebelastung von Verdampferrohrwänden, der Mediumtemperatur und des thermischen Widerstandes auf der Innenseite des Messrohres wird vorgestellt. Das on-line arbeitende System zur Überwachung der Bildung innenseitiger Ablagerungen ermöglicht einen besseren Betrieb des Dampferzeugers und verlängert die Lebensdauer der Verdampferrohre.


Moderne Silotechnik zur Flugascheverwertung im Kraftwerk Mehrum
Advanced Silo Technology for Fly Ash Utilisation in the Mehrum Power Plant
Paul Otte und Jörg K. Schulze
Flugasche aus Steinkohlekraftwerken soll trotz wechselnder und aschereicher Einsatzkohlen weitgehend verwertet werden. Dem Kraftwerk Mehrum ist hier ein modernes Konzept der Entaschungstechnik und Flugaschelagerung mittels Silotechnik zum Ausgleich von Schwankungen und Gewährleistung gleich bleibender Qualität gelungen. Seit Inbetriebnahme sichert das neue Großraumsilo einen störungsfreien Betrieb mit einer optimalen Versandautomation für eine erhebliche Verkürzung der Beladezeiten der Silofahrzeuge des Dienstleisters BauMmineral.


Elektrozersetzung von Nitrat und Ammoniak im Kraftwerksabwasser
Electro-degradation of Nitrate Ions and Ammonia from Power Stations Effluents
The ELONITA Technique
Dominique Corbisier, Lieve Verelst, Yves Vanlangendonck und Andre Van Lierde
Kraftwerksabwasser enthält Ammoniak und Nitrat. Laborelec und die Universität von Louvain-la-Neuve haben eine innovative Technologie entwickelt, die gleichzeitig Ammoniak- und Nitrationen zu N2 zersetzt. Bei dieser Technologie wird eine elektrochemische Zelle mit geeigneten Elektroden verwendet, die die gewünschten Reaktionen begünstigen. Der Bau der Pilot-Anlage wurde im März 2004 fertiggestellt. Tests für die Zuverlässigkeit des Prozesses in großem Maßstab und für die wirtschaftlichen Gesichtspunkte werden in Kürze anlaufen.

 

Die Betriebssicherheitsverordnung – Relevante Regelungen für den Brand- und Explosionsschutz
The Working Reliability Regulation – Relevant Regulations for Fire- and Explosion Protection
Ursula Aich
Seit dem 3. Oktober 2002 ist das Recht der Betriebs- und Anlagensicherheit neu geordnet worden. Dabei wurde vor allem der betriebliche Explosionsschutz weitgehend in einer staatlichen Verordnung zusammengefasst und vereinheitlicht. Gleichzeitig sind auch die bis dahin bestehenden Verordnungen für überwachungsbedürftige Anlagen in einer Verordnung zusammengefasst worden. Der vorliegende Beitrag beschreibt die Anforderungen zum Brand- und Explosionsschutz, die maßgeblich von europäischen Richtlinien zum Arbeitsschutz, insbesondere der RL 1999/92/EG geprägt sind.

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