Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 5/2004

Kernenergie und Versorgungssicherheit in der erweiterten Europäischen Union

G. Maichel

Das Jahr 2004 wird der europäischen Staatengemeinschaft mit der EU-Erweiterung ein völlig neues Gesicht verleihen. Auch die Energieversorgungsstruktur wird dabei großen Veränderungen unterworfen sein. EU-Erweiterung und die Sicherheit der Stromversorgung sind dabei aktuelle Themen, die Lösungsperspektiven erfordern. Die Kernenergie kann und wird dabei einen Beitrag leisten. Für Deutschland ist die Ausarbeitung und Umsetzung eines insgesamt parteiübergreifenden Energiekonsenses zu fordern.

Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken 2003

VGB-Fachausschuss Kernkraftwerksbetrieb (ABE)

Innerhalb des VGB-Fachausschusses „Kernkraftwerksbetrieb (ABE)“ wird seit mehr als 30 Jahren ein reger Austausch von Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken gepflegt. An diesem Erfahrungsaustausch sind 32 Kernkraftwerke aus Deutschland, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Spanien und Ungarn beteiligt. Über die im Jahre 2003 erzielten Betriebsergebnisse sowie über sicherheitsrelevante Ereignisse, wichtige Reparaturmaßnahmen, besondere Umrüstmaßnahmen und Jahresabgaberaten an Radioaktivität wird berichtet.

Referenzkraftwerk Nordrhein-Westfalen (RKW NRW)

H.-J. Meier, M. Alf, M. Fischedick, B. Hillebrand, H. Lichte, J. Meier, N. Neubronner, D. Schmitt, W. Victor, M. Wagner

Versorgungssicherheit, die kostengünstige Bereitstellung von Strom und die Schonung der zur Verfügung stehenden Ressourcen stellen heute mehr denn je die zentralen Herausforderungen für Anlagenbau und Elektrizitätswirtschaft dar. Mit dem Ziel, ein zukunftsfähiges Steinkohlekraftwerkskonzept zu entwickeln, das diesen Herausforderungen Rechnung trägt, wurde die vorliegende Studie „Referenzkraftwerk NRW“ (RKW NRW) erarbeitet. Wesentliches Ziel der Konzeptstudie ist es, die Realisierbarkeit eines hoch modernen Kraftwerks mit deutlich reduzierten Emissionen unter Berücksichtigung der heutigen am liberalisierten Energiemarkt vorherrschenden ökonomischen Bedingungen zu untersuchen sowie Chancen für den Industriestandort Nordrhein-Westfalen aufzuzeigen.

Emax/AD – Schlüsseltechnologien für einen ausgewogenen Energiemix

F. Bauer, S. Kjaer, R. Elsen und S. Pasini

Ausgehend von der Vision eines vereinten Europa mit einem offenen Markt, der sich zu seiner sozialen und umweltverträglichen Verantwortung bekennt, stellt der Elektrizitätssektor einen wichtigen Faktor dar. Damit der Elektrizitätssektor diese Funktion übernehmen kann, gilt es, einen ausgewogenen Energie-Mix, basierend auf der Grundlage eines ausgewogenen Brennstoff-Portfolios, zu sichern. Grundlage ist die Verfügbarkeit geeigneter Technologie-Optionen. Auch gilt es, die öffentliche Akzeptanz zu verbessern und politische Unterstützung einzuwerben, um mit gesicherten Rahmenbedingungen handeln zu können.

Erfahrungen bei der Inbetriebsetzung der REA im Kraftwerk Niederaußem Block K

B. Heiting, H. W. Breuer und K. Bärnthaler

Mitte 2002 wurde erstmalig mit Inbetriebsetzung des 950 MW BoA – Block K – auch die REA, bestehend aus zwei Rauchgaswäschern, in Betrieb genommen. Bei den beiden neuen REA-Absorbern wurden erstmalig verfahrenstechnische und anlagentechnische Neuerungen eingesetzt. Da die REA-Wäscher nicht mit einem Oxidationsluftsystem ausgerüstet wurden, war eine Nachrüstung erforderlich. Über Betriebserfahrungen vor bzw. nach der Umrüstung wird berichtet.

Der Cryo-Thermo-Kraftwerksprozess

H. Fahlenkamp

In den vergangenen 15 Jahren hat das Ziel, die CO2-Emissionen im Bereich der Kraftwerkstechnik zu mindern, deutlich an Gewicht gewonnen. Die laufenden Entwicklungen sind dabei wesentlich an der Möglichkeit ausgerichtet, die Prozesstemperaturen und -drücke noch weiter zu steigern.
Im Beitrag wird eine Prozess-Alternative empfohlen: die vollständige Integration einer Luftzerlegungsanlage (LZA) in ein als Cryo-Thermo-Kraftwerksprozess bezeichnetes Verfahren. Mit diesem Schritt ergeben sich eine Reihe von Vorteilen.

Selbsterregte Verbrennungsschwingungen in Kesselfeuerungen

C.-Ch. Hantschk

Selbsterregte Verbrennungsschwingungen in industriellen Verbrennungssystemen können starke Druckpulsationen hervorrufen, die zu beträchtlichen Schallemissionen und heftigen Vibrationen führen. Die Schwingungen entstehen durch Wechselwirkungen zwischen dem Schallfeld im System, der Strömung und der Wärmefreisetzung durch die Flamme. Im Beitrag wird erläutert, wie die beteiligten Effekte innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs zusammenwirken. Existierende Ansätze zur Modellierung des Phänomens sowie mögliche Gegenmaßnahmen werden umrissen.

Das Sicherheitsmanagement der Störfall-Verordnung

R. Wieder

Die 12. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Störfall-Verordnung) hat seit dem 2. Mai 2000 unter anderem die Einführung eines Sicherheitsmanagements für bestimmte Anlagen vorgesehen. Mehr als 85 % der schweren Unfälle in den letzten Jahrzehnten sind auf Managementfehler und Organisationsmängel zurückzuführen. Der Gesetzgeber hat im Rahmen der Umsetzung der Seveso-II-Richtlinie die Einführung und Erstellung eines Konzeptes zur Verhinderung von Störfällen und das Sicherheitsmanagement beschlossen.
Ein Überblick über die Ausgestaltung des Konzeptes und des Sicherheitsmanagements wird gegeben.

VGB PowerTech Journal 5/2004