Kurzfassungen PowerTech 9

Chr.J. Elston:
RWE Innogy's Business Risk Assessment Prozess
Der Business Risk Assessment Prozess (BRAP) wurde von RWE Innogy entwickelt mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit von Kraftwerken in liberalisierten Märkten zu optimieren. BRAP besteht aus einem Paket von Prozessen, die gemeinsam einen ausgewogenen Blick auf alle Risiken erlauben, die mit dem Betrieb von Kraftwerken verbunden sind: Marktrisiken, Umweltschutzrisiken, wichtige technische Risiken, Kraftwerkszustand, Betriebsfaktoren und menschliche Fähigkeiten.


W. Ruppricht und Th. Müllrick:
Ultrafiltration – ein sicheres und wirtschaftliches Verfahren zur Herstellung von Kesselspeisewasser.
Mithilfe der Ultrafiltration ist es möglich, Wasser aus Flüssen, Seen und anderen Oberflächengewässern wirtschaftlich aufzubereiten. Gegenüber der konventionellen Aufbereitung zeichnet sich dieses Verfahren durch einen hohen Automatisierungsgrad, geringen Chemikalienverbrauch und gleich bleibende Ablaufqualität aus. Insbesondere wegen der zuverlässigen Abtrennung von Kolloiden, Trübungen aber auch Viren und Bakterien eignet sich das Permeat hervorragend als Rohwasser für nachgeschaltete Umkehrosmoseanlagen.


H.A. Jenner, H.J.G. Polman und R. van Wijck:
Vier Jahre Erfahrung mit einer neuen Chlor-Dosierung gegen Makrofouling
KEMA hat im Jahre 1998 ein neues Verfahren zur Chlorbehandlung, die so genannte Gepulste Chlorierung®, entwickelt, um dem Problem des Muschelbefalls in Kühlsystemen entgegen zu wirken. Dabei wird innerhalb kurzer Intervalle zwischen gechlorter und ungechlorter Phase gewechselt. Die zwischen 1999 und 2003 durchgeführten Großversuche führten zu sehr sauberen Kondensatoren und damit erhöhter Kühleffizienz und niedrigerem Betriebs- und Instandhaltungsaufwand.


H.J. Bettenworth, E.V. Maughan und H.D. Pflug:
On-line-Überwachung von korrosiven Tendenzen in Kreislauf-Medien – Messung der Konzentration von suspendierten Eisenoxiden und -hydroxiden mittels Trübungsmessung
Eine Methode wird vorgestellt, die mithilfe der Streulichtmessung der Trübung (Nephelometrie) die kontinuierliche Erfassung der Konzentration von ungelösten Eisenverbindungen in Fluiden ermöglicht. Gemeinsam mit der kontinuierlichen Messung von zweiwertigem Eisen in Wasser-Dampf-Kreisläufen eignet sich diese dazu, korrosive Tendenzen im Wasser-Dampfmedium festzustellen.


H. Schley, D. Mauer, Adelja Markert, Inge Lehmann und O. Piepenbring:
Pilotversuche zur Rohwasservorbehandlung für die Erzeugung von vollentsalztem Wasser
Im Kraftwerk Lippendorf wurde in den Wasser-Dampf-Kreisläufen unmittelbar nach der Einspeisung des Deionates eine deutliche Erhöhung der spezifischen elektrischen Leitfähigkeit nach stark saurem Ionenaustauscher beobachtet. Systematisch wurden die organischen Inhaltsstoffe im Prozess der Deionaterzeugung untersucht. Die folgend getesteten Anlagenkombinationen können den DOC zuverlässig zurückhalten und erzeugen in Zusammenwirkung mit der Vollentsalzungsanlage (VEA) bzw. einem Mischbettaustauscher ein qualitätsgerechtes Deionat. Ein Anlagenkonzept wurde zur Ertüchtigung umgesetzt.


R. Germann:
Automatisierte Analytik im Wasser/Dampf-Kreislauf
Am Beispiel der Säureleitfähigkeit wird die konkrete Automatisierung der Analytik diskutiert. Ziel der Automatisierung ist die Übertragung eines zuverlässigen, „verifizierten“, Messwertes. Dazu ist eine Betrachtung der gesamten Kette von der Probennahme bis zum Signalaustausch erforderlich. Ziel ist eine automatisierte Qualitätssicherung der Analytik, die es erlaubt, eine Anlage auf Grund gesicherter Messwerte effizienter zu fahren.


H. Prenzel, S. Neuhaus, Annette Ewald und A. Gerk:
Quo vadis Kraftwerkschemie II – automatisierte Überwachung von Kühlkreisläufen
Die Entwicklung der Tätigkeitsfelder im Rahmen der Kraftwerkschemie wird skizziert. Eine exakte, allgemein gültige Prognose ist aus heutiger Sicht nicht möglich, zumal allen differenzierten Betrachtungen nicht Rechnung getragen werden kann. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass auch in der Chemie die Automatisierung von Überwachungs- und Steuerungsprozessen weiter voranschreiten wird.


R. Warnecke:
Einfluss von Strömung und chemischen Reaktionen im Belag auf die Korrosion an Überhitzer-Rohren
Korrosion ist ein elektro-chemischer Vorgang, womit die Endzustände der Reaktionen im Wesentlichen durch die Thermodynamik bestimmt sind. Der Weg zu diesen Endzuständen wird durch die Kinetik beschrieben. Diese führen einerseits zu neuen Stoffen und anderseits zu einer Änderung der chemischen Potentiale und damit zur Freisetzung oder Aufnahme von Energie. Es wird gezeigt, dass diese Energien einen deutlichen Einfluss auf die Geschehnisse in Belägen haben können.


Chr. Kölsch, B. Heyder und W. Münch:
Stand und Perspektiven der Energiespeichersysteme
Die bedarfsgerechte Leistungsregelung und die Spannungshaltung in den Stromnetzen gehört zu den Kernaufgaben der Stromversorgung. Elektrische Speicher können ihren Teil dazu beitragen, die elektrischen Netze sicher zu betreiben. Wichtige verfügbare Energiespeicher werden vorgestellt und Perspektiven für Weiterentwicklungen aufgezeigt.


R. Redetzky:
Erneuerung der Prozessleittechnik und Ertüchtigung der Anlagentechnik für die Einheiten D und E im Kraftwerk Reuter West
Das Kraftwerk Reuter West wurde Mitte der 80er-Jahre errichtet und in Betrieb genommen. Die Anforderungen an den heute erforderlichen flexiblen Betrieb und die hohe Verfügbarkeit eines Kraftwerkes waren mit der vorhandenen Technik nicht mehr zu erfüllen, sodass nach einer intensiven Bestandsaufnahme eine umfassende Ertüchtigung der Anlage durchgeführt wurde. Der Umbau der beiden Blöcke erfolgte 2002 und 2003. Kernstück der Maßnahmen war die Erneuerung der Prozessleittechnik.


M. Rauch, K. Maile, P. Seliger und A. Reuter:
Kriechschädigungsentwicklung in Bauteilen aus X10CrMoVNb9-1 (P91)
Der Zusammenhang des Verformungsvermögens unter einachsiger sowie mehrachsiger Beanspruchung und der Porendichte für moderne martensitische warmfeste Stähle im Vergleich zum ferritischen Stahl 14MoV6-3 wird dargestellt. Ein Zusammenhang zwischen Porendichte, Formänderung und dem Grad der Mehrachsigkeit kann anhand der Untersuchungsergebnisse angegeben werden. Dieser kann für inelastische Finite Elemente Rechnungen genutzt werden, sodass auch die Schädigung und deren Rückwirkung auf das Zeitstandverhalten mitberücksichtigt werden kann.


H. Hoffmann, F. Hüttner, U. Ilg, O. Wachter, M. Widera, A. Brozova, M. Ernestova, J. Keysela und R. Vsolak:
Risswachst