PT 11
Umbau von Block 6 der Grosskraftwerk Mannheim AG von Erdgas- auf Steinkohlefeuerung
Matthias Meierer, Gernot Mieth, Bernd Krohmer, Hellmuth Brüggemann
Der mit Heizöl-S – alternativ mit Erdgas – befeuerte Dampferzeuger des 300-MW-Block 6 der Grosskraftwerk Mannheim AG ging 1975 in Betrieb. Der Einsatz der Anlage erfolgte anfangs im Mittel- und Spitzenlastbetrieb. Seit Mitte der 80er Jahre wurde der Block nur wenige Stunden pro Jahr eingesetzt. In 2005 wurde die Feuerung auf Steinkohle umgerüstet mit parallel dazu erfolgten Umbauten von wesentlichen Anlagenbereichen. Nach erfolgreicher Inbetriebsetzung wird der umgerüstete Block 6 seit Dezember 2005 im Lastbetrieb eingesetzt.
Modernisierungen der Dampfturbinen in den Kraftwerken Farge und Heyden
Andreas Willrodt, Jürgen Schaper, Helmut König, Rainer Schramm
Bei E.ON Kraftwerke werden umfangreiche Anlagenmodernisierungen zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit seit Jahren durchgeführt. So ist seit 1998 durch Wirkungsgradverbesserungen Leistung in Höhe von ca. 245 MW hinzugekommen. Besonders der Turbosatz und der zugehörige Kondensator bergen Ansatzpunkte für umfassende Verbesserungen. An den Steinkohlekraftwerksstandorten Farge in Bremen und Heyden in Petershagen sind zuletzt 2004 bzw. 2005 moderne Turbinenkomponenten in Betrieb genommen worden.
Leistungssteigerung von Dampferzeugern bei Einsatz unterschiedlicher Kohlequalitäten durch neue intelligente On-load Reinigungstechnologie
Stephan Simon, Manfred Frach, Bernd Jochum, Axel Lang
Vor ca. 15 Jahren wurde die Wasserlanzenbläser-Technologie erstmalig zur Brennkammer On-load Reinigung in Braunkohle befeuerten Kraftwerkskesseln eingesetzt. Mittlerweile hat sie sich auch in Steinkohle-Kraftwerkskesseln sowie in Müllverbrennungs- und Biomasseanlagen etabliert. In Verbindung mit sensorbasierten Systemen zur Erkennung der Brennkammerverschmutzung kann die volle Flexibilität der Wasserlanzenbläser effizient und verschmutzungsabhängig genutzt werden.
Betriebserfahrungen mit dem Block Niederaußem K
Bernd Wessel, Dieter Rüsenberg, Jens-Uwe Schlenkert, Ingo Thiele, Georg Karkowski
Der Braunkohleblock Niederaußem K ist seit 2002 in Betrieb. Er ist ausgelegt für eine Kohlequalität, die einer Mischkohle aus den Tagebauen Garzweiler und Hambach entspricht. Die Erwartungen an den Block werden sowohl feuerungsseitig, wie auch hinsichtlich der Kesselverschmutzung voll erfüllt. Im Entaschungsbereich sind Schwachstellen erkannt, deren Beseitigung derzeit in Planung ist.
Betriebsoptimierung durch Vergleich „baugleicher“ Feuerungen - Feuerungssimulationen und Betriebsversuche
Martin Käß, Thomas Sabel, Benedetto Risio, Oliver Greißl
Die EnBW Kraftwerke AG betreibt an den Standorten Karlsruhe und Altbach die Heizkraftwerke Rheinhafendampfkraftwerk Block 7 und Heizkraftwerk 1. Durch den systematischen simulationsgestützten Vergleich mit dem 3D-Feuerraumsimulationsprogramm AIOLOS der vermeintlich ähnlichen („baugleichen“) Kohlefeuerungen mit einer thermischen Leistung von jeweils ca. 1200 MW wurden mögliche Potenziale zur Optimierung des Betriebs identifiziert. Maßnahmen zur Optimierung konnten so bewertet und anschließend umgesetzt werden.
WTA-Feinkorntrocknung, Baustein für die Braunkohlekraftwerke der Zukunft – Entwicklung und Betriebsergebnisse der Versuchsanlage
Hans-Joachim Klutz, Claus Moser, Ditmar Block
Das Verfahrenskonzept der WTA-Feinkorntrocknung und Feinkornaufbereitung wurde in einer Versuchsanlage im Veredlungsbetrieb Frechen der RWE Power AG erfolgreich erprobt und betriebsbegleitend optimiert. Die WTA-Feinkorntechnik bietet alle Voraussetzungen, das zukünftige Trockenkohlekraftwerk mit Vortrocknung zu wettbewerbsfähigen Kosten und mit deutlich höherem Wirkungsgrad zu betreiben. Erzielbare Wirkungsgradsteigerungen liegen bei ca. 4–6 %-Punkten.
Ersatzbrennstoffe – Einteilung, Herstellung, Einsatz und Charakterisierung
Asja Mrotzek, Thomas Marzi, Klaus Görner
Vor dem Hintergrund des Auslaufens der letzten Übergangsfristen der AbfAblV wurden vermehrt Anlagen zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen aus Abfällen geplant und zeitnah zum 01.06.2005 in Betrieb genommen. Die Ersatzbrennstoffe werden in Zementwerken und in geringerem Umfang auch in Kraftwerken energetisch verwertet. Ersatzbrennstoffe und ihre Verwertungsmöglichkeiten werden vorgestellt. Die vorgestellten Ergebnisse können als Grundlage zur Optimierung des Anlagenbetriebs und zur Auswahl und Herstellung geeigneter Brennstoffe herangezogen werden.
Mitverbrennung von Ersatzregelbrennstoffen in einer zirkulierenden Wirbelschichtfeuerung
Edgar Basler
Die Papierfabrik August Koehler AG betreibt seit 1986 eine zirkulierende Wirbelschichtfeuerung auf Steinkohlebasis. Um den stetig wachsenden Kohlepreisen entgegen zu wirken, wurden Lösungswege in Richtung „Ersatzregelbrennstoffe“ gesucht. Ab Mitte 2003 erhielt das Kraftwerk die Genehmigung zur Mitverbrennung von Sekundärbrennstoffen. Außer Steinkohle und bereits eingesetzten Faser- und Papierschlämmen aus den eigenen Kläranlagen, können damit auch Sekundärbrennstoffe (Gewerbeabfälle) und aufbereiteter Hausmüll als Brennstoff eingesetzt werden.
Betriebserfahrungen zum Einsatz verschiedener Biomassen in der Mitverbrennung
Patrick Savat
Die Mitverbrennung von Biomasse oder Zusatzbrennstoffen in Steinkohlekraftwerken bietet eine technisch und wirtschaftlich interessante Option. In Belgien werden zudem bei Mitverbrennung ausgewählter Biomassen „Grünzertifikate“ zugeteilt. Werden von der Regierung festgelegte Quoten nicht erreicht, dann sind Bußen von bis zu 125 EUR pro nicht erzeugtem Zertifikat (1 MWhe) zu zahlen. Die wichtigsten Erfahrungen der Mitverbrennung verschiedener Biomassesorten in den belgischen von Electrabel betriebenen Steinkohlekraftwerken werden dargestellt.
Plasmaspritzschichten gegen Korrosion und Verschleiß auf Dampferzeugerrohren in Kohlekraftwerken, Biomasse- und Müllheizkraftwerken
Ulrich Balting, Bodo Häuser, Thomas Weber
Mit Wirkungsgradsteigerungen von Kraftwerken verbunden ist stets die Weiter-/ Neuentwicklung von Werkstoffen, auch im Hinblick auf die Anlagensicherheit und -verfügbarkeit (Standzeit). Die Schädigung von Rohren in Dampferzeugern durch Varianten der Hochtemperaturkorrosion (HTK) einzudämmen, war und ist ein Grundanliegen von Kraftwerksbetreibern. Aus der Vielzahl von Schutzmaßnahmen gegen HTK und Verschleiß wird das Beschichtungsverfahren „Atmosphärisches Plasmaspritzen“ (APS) aus der Gruppe der Thermischen Spritzverfahren vorgestellt.
VGB-Leittechnik – was ist das?
Joachim von Graeve
Seit mehreren Jahrzehnten prägen VGB-Ausschüsse mit ihren Richtlinien das Erscheinungsbild der Leittechnik in den Kraftwerken des deutschsprachigen Raumes. Die weltweiten Entwicklungen werfen Fragen für die zukünftigen Aufgaben und Arbeiten auf. Das Thema Wissens- und Know-how-Sicherung hat sich eine seit 1993 arbeitende Projektgruppe des Arbeitskreises Leittechnik zur Aufgabe gemacht. Eine Sammlung von Einzelrichtlinien soll erstellt werden, die es den Betreibern ermöglichen soll, sich dem Markt zu öffnen, ohne Bewährtes aufgeben zu müssen.
Neues Aufbereitungsverfahren für Flugasche zum Einsatz im Beton mit hoher Festigkeit und stabiler Luftporenverteilung
Ernst Pagger, Gernot Krammer
Flugaschen aus Verbrennungsanlagen werden zunehmend als teilweiser Ersatz von Zement bei der Betonherstellung verwendet. Dieser Einsatz von Flugasche hat neben zahlreichen Vorteilen den Nachteil, dass die Frühfestigkeit des Betons sinkt und das Luftporensystem verschlechtert wird, welches jedoch für frost-tausalzbeständige Betone entscheidend ist. Ursachen und Maßnahmen zur Verbesserung der Flugascheeigenschaften werden vorgestellt und bewertet. Durch mechanische und chemische Behandlung ist eine gezielte Aufbereitung von Flugaschen möglich.
BuB-Lösungen aus Sicht des Leitstandfahrers
Horst-Günther Stürenburg, Frank Neuwirth
Kraftwerke werden heute fast ausschließlich mit rechnergesteuerter Leittechnik und bildschirmgestützter Bedien- und Beobachtungs-Technik (BuB-Technik) aus- bzw. nachgerüstet. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine muss so gestaltet sein, dass ein sicherer, umweltschonender und wirtschaftlicher Betrieb des Kraftwerks ermöglicht wird und für den Bediener spielen Übersichtlichkeit der Bedienbilder und Benutzerfreundlichkeit der Eingabeinstrumente eine entscheidende Rolle. Lösungen für die sich insgesamt ergebenden Anforderungen lassen sich optimiert im Dialog zwischen Lieferant und Anwender erreichen.