PT 01-02

Rolf Linkohr:
Die europäische Forschungs- und Entwicklungsstrategie für eine saubere Stromerzeugung
Strategie bedeutet nicht, dass man im Voraus weiß, wann man wo sein muss. Entscheidend ist, dass man zum richtigen Zeitpunkt gut aufgestellt ist. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und öffentlicher Hand, einschließlich der EU, ist bei der Energieversorgung erforderlich, wobei auch verstanden werden muss, dass Energie auch Außenpolitik ist. Ebenso unerlässlich für die Energieversorgung ist ein Konsens in der Gesellschaft, auf den hingearbeitet werden muss.

 

Reinhardt Hassa, Heinrich Breuer und Udo Gade:
Kraftwerkstechnologien auf Basis fossiler Energieträger
Die Kraftwerke in Ostdeutschland durchliefen einen radikalen Veränderungsprozess. In ihm wurden bis zum Jahre 2001 rund 8 Mrd. Euro investiert. Die spezifischen CO2-Emissionen konnten um nahezu 25% verringert werden. Trotz der Unsicherheiten für Investitionsentscheidungen aufgrund schwankender Strompreise hat Vattenfall entschieden, in Deutschland neue Kraftwerke auf der Basis von Kohle als Brennstoff zu errichten. Eine Pilot-Anlage nach dem Oxyfuel-Prinzip zur Untersuchung der Stromerzeugung aus Kohle ohne CO2-Emissionen unterstreicht das Engagement hinsichtlich dieses Primärenergieträgers.

 

Robert Pays:
EPR-Projekt Flamanville 3
Entsprechend der französischen Energiegesetzgebung und zur Erhaltung der Option Kernenergie plant EDF den Bau eines neuen Kernkraftwerks vom Typ EPR am Standort Flamanville. Das Konzept der Anlage basiert auf Technologien, die auf mehr als 1300 Reaktorbetriebsjahre an deutscher und französischer Erfahrung zurückgreifen. Die Projektleitung liegt bei der Ingenieurabteilung der EDF, und zwar in enger Zusammenarbeit mit den Herstellern.

 

Klaus Nadolny und Manfred Boers:
Brennstoffmix und Brennstoffmanagement
Infolge der rückläufigen deutschen Förderung hat die Importkohle in der Kraftwirtschaft mittlerweile einen Anteil von mehr als 50% am deutschen Steinkohleeinsatz. Wichtig für den Einsatz von Importkohle ist das gemeinsame Agieren von Kraftwerkstechnik, Einkauf und Entsorgung zusammen mit dem Lieferanten in idealer Weise schon in der Phase der Kraftwerkskonzeptionierung. Nur ein Gesamtkonzept kann langfristig Garant für eine qualitätsgerechte Versorgung sein.

 

Bernhard Fischer und Jörg Kruhl:
Erste Erfahrungen mit dem Emissionsrechtehandel
Das Emissionshandelssystem ist seit dem Januar 2005 in Kraft. Die praktischen Erfahrungen aus der Beantragung und Zuteilung von Emissionsrechten zeigen, dass eine deutliche Vereinfachung für die Zukunft erforderlich ist. Die Entwicklung des Handelsmarktes für CO2-Emissionsrechte hat alle Marktteilnehmer überrascht. Internationale Maßnahmen, wie Effizienzsteigerungen der
Stromerzeugung in anderen Teilen der Welt, müssen in eine globale und kostenminimale Reduktionsstrategie mit eingebunden werden.

 

Niels Erdmann:
Das Offshore-Konzept, die Multibrid M5000
Die Windenergieanlage Multibrid M5000 mit einer Nennleistung von 5 MW wurde für den Einsatz in Offshore-Windparks entwickelt. Hohe Zuverlässigkeitsanforderungen für diese Anwendung sowie die besonderen Umweltbedingungen sind konsequent berücksichtigt worden. Der Prototyp wurde im November 2004 errichtet und in Betrieb genommen. Die ermittelten Betriebsdaten bestätigen, dass die M5000 die hohen Erwartungen an das Konzept erfüllt. Weiter Projekte auf dieser Basis folgen.

 

Michael Lux und Joachim Rutschmann:
Signifikante Kostenreduzierung und klare Steigerung der Erlöse an einem 30 Jahre altem Standort durch das Konzept der optimierten Stufen-Modernisierung
Am Standort Völklingen-Fenne betreibt die Steag Saar Energie AG zwei Heizkraftwerke und ein Heizwerk sowie die weltgrößte grubengasbefeuerte Motorenanlage und eine Gasturbine zur Erzeugung von elektrischem Strom und Fernwärme. Im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes wurden rechtzeitig Modernisierungsmaßnahmen eingeleitet, um die Kraftwerke wettbewerbsfähig zu erhalten. Ziele der umfassenden Modernisierungsarbeiten waren vorrangig die deutliche Verbesserung der Kostenposition am Standort sowie die Steigerung der Erlöse durch verbesserte Flexibilität.

 

Björn Reese und Hans Georg Conrads:
Optimierung der Brennstoff-Luft-Führung an den Einzelbrennern durch exakte Messung
von Kohlenstaub und Luft
Aufgrund der gesteigerten Anforderungen an die Effizienz und die Emissionen ist eine weitergehende Optimierung der Feuerungsprozesse sowohl bei bestehenden Kraftwerken als auch bei zukünftigen Anlagenprojekten unumgänglich. Ein sehr großes Potential liegt hierbei in der gezielten Brennstoff-Luft-Führung an jedem Einzelbrenner. Die Kontrolle dieses Verhältnisses an den einzelnen Brennern bestimmt den Gesamtprozess im Feuerraum. Das Kohlenstaub-Mengenmess-System Mecontrol Coal gewährleistet hier entsprechende Prozessunterstützung.

 

Maximilian Ebinger und Alexander Schluttig:
Verlängerung der Lebensdauer von DENOX-Katalysatoren durch Ultraschall-Regeneration
Die Verlängerung der Lebensdauer von DENOX-Katalysatoren bei gleicher technischer Sicherheit und Verfügbarkeit dient der Erschließung erheblicher wirtschaftlicher Einsparpotentiale im Kohlekraftwerk und in der Müllverbrennungsanlage. Die Aktivität gebrauchter DENOX-Katalysatoren wird durch bedarfsgerechte Ultraschall-Regeneration auf das Niveau fabrikneuer Katalysatoren erhöht. Es werden die wirtschaftlichen und technischen Bedingungen für eine bedarfsgerechte Ultraschall-Regeneration als Grundlage nutzbringender Wechselstrategien mit hohem Einsparpotential beschrieben.

 

Winfried Notter, Stefan Ahman und Joachim Seeber:
Technische und wirtschaftliche Vorteile einer Sekundärentschwefelung
hinter einer Wirbelschichtfeuerung beim Einsatz hochschwefelhaltiger Kohlen
Beim Einsatz hochschwefelhaltiger Kohlen müssen sehr hohe SO2-Abscheidegrade erreicht werden, um die aktuellen Emissionsstandards einhalten zu können. Durch Kombination der Primärentschwefelung mit einem von Alstom entwickelten und patentierten NID-Filter kann die Entschwefelung in der Brennkammer je nach Qualität des Kalksteins auf etwa 90% begrenzt werden. Neben dem reduzierten Kalksteinverbrauch verbessert sich dadurch auch der Anlagenwirkungsgrad.

 

Axel Schulz, Jürgen Sydow, Robert Wernicke, Thomas Hahm und Steffen Wussow:
Bewertung des Einsatzes von Wärmeschutzrohren (Thermosleeves)
Die Betriebserfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die im Primärkreis von Druckwasserreaktoren zum Schutz der sensiblen Innenkanten von Rohrleitungs- und Behälterstutzen bzw. von ferritisch-austenitischen Mischnähten eingebauten Thermosleeves (Wärmeschutzrohre) von Schäden betroffen waren. Im Beitrag werden die Strömungsverhältnisse am Beispiel des Einspeisestutzens einer Not- und Nachkühlleitung analysiert und mögliche Ursachen für eine Schadensentstehung aus der Sicht der Spannungsanalyse aufgezeigt.

 

Jörg Bareiß, Eberhard Roos, Aleksandar Jovanovic, Miodrag Perunicic und Daniel Balos:
Das risikobasierte Instandhaltungskonzept – Europäische Entwicklungen und Erfahrungen aus der Auswertung an HD-Rohrleitungen
Die Instandhaltung hat einen signifikanten Einfluss auf die Betriebskosten einer Anlage. Einen Lösungsansatz bietet das risikoorientierte Bewertungsverfahren, das die Ausfallwahrscheinlichkeit mit den daraus resultierenden Konsequenzen verknüpft und damit die Verbindung zu wirtschaftlichen Gesichtspunkten herstellt. Eine Risikobewertungsmethode für die Inspektions- und Instandhaltungsplanung wird vorgestellt. Schwerpunkt sind temperatur- und druckbeaufschlagte Kessel- und Rohrleitungsbauteile.

 

Markus Feldkamp, Hans Fahlenkamp, Christian Moser und Theo Risse:
Möglichkeiten der zweiphasigen Strömungssimulation in REA-Sprühturmwäschern
Kohlekraftwerke haben Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen (REA), in deren Sprühturmwäscher Schwefeldioxid absorbiert wird. Möglichkeiten zur Optimierung von REA-Wäschern bietet die Fluiddynamik speziell im Wandbereich der Sprühwäscher. Die Simulation der Zweiphasenströmung aus Rauchgas und Waschsuspension ist eine robuste Möglichkeit, die Strömungsverhältnisse abzubilden. Ziel ist es, mögliche Veränderungen in der Rauchgasströmung mit Hilfe des fundierten und vor allem validierten Simulationsmodells im Vorfeld sicht- und bewertbar zu machen.

 

Walter Grossoehmig:
Moderne Verfahren zur Brandbekämpfung im Kraftwerk
Der Altersaufbau des Steinkohlenkraftwerksparks in Deutschland kann verstärkt Investitionen in ein modernes, schlagkräftiges Risikomanagement bezüglich automatisierter Schutzmechanismen erforderlich machen. Der Bewältigung von möglichen Brandereignissen ist dabei besonders Rechnung zu tragen. Für mögliche Brandereignisse werden Lösungsvorschläge zur Schadensminderung durch Einführung und Vorhaltung moderner Löschverfahren in die betriebliche Risikovorsorge vorgeschlagen.