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PT 12

VGB-Kongress „Kraftwerke 2007“

Der VGB-Kongress „Kraftwerke 2007“ fand vom 19. bis 21. September 2007 in Salzburg/Österreich statt. Leitthema war: „Effiziente Kraftwerkstechnologien! Unser Beitrag für eine sichere und klimagerechte Stromerzeugung“. Über 1200 Teilnehmer nutzten in den Plenar- und den Fachveranstaltungen zu den Themenkreisen „Markt und Wett-
bewerb“ sowie „Technik, Betrieb und Umwelt“ die Gelegenheit zur Information und Diskussion. Spezifische Beiträge setzen sich mit weiteren Themen auseinander: „Anforderungen an die Stromerzeugung aus Sicht des Marktes“, „Herausforderungen für die europäische Hersteller- und Zulieferindus-trie“, „Energieversorgung und Klimaschutz – ein lösbarer Konflikt?“ sowie „Ethische Aspekten zukünftiger globaler Stromerzeugung“. Ein umfangreiches Rahmenprogramm und Technische Besichtigungen rundeten den Kongress ab.

 

Müllheizkraftwerk (MHKW) Rothensee – Inbetriebnahme und Probebetrieb

Annette Jäger und Lutz Strumpf

Der Kraftwerksstandort Rothensee bietet hervorragende infrastrukturelle Voraussetzungen für eine Müllverbrennungsanlage mit Auskopplung von Strom und Fernwärme für die Stadt Magdeburg. Ursprünglich als Anlage mit zwei Verbrennungs-
linien geplant, wurde noch während der Inbetriebnahme der Linien 1 und 2 im Jahre 2005 mit dem Bau der Verbrennungslinien 3 und 4 begonnen und die Inbetriebnahme der Gesamtanlage im Jahre 2006 abgeschlossen. Der Betrieb der Anlage ist gemäß der 17. BImSchV genehmigt.

 

Sanierung und Optimierung der GMVA Oberhausen

Ingo Schellenberger

Mit einer installierten Feuerungswärmeleistung von rund 1900 GWh/a war die Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage (GMVA) seit Mitte der 1990er-Jahre eine der größten Müllverbrennungsanlagen in Deutschland. Aufgrund diverser technischer und organisatorischer Probleme konnte die installierte technische Kapazität jedoch nur zu 70 % genutzt werden. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde ein Sanierungskonzept umgesetzt, in dem die vorhandenen technischen Potentiale genutzt wurden, um damit die wirtschaftliche Existenz zu sichern und auf ein zukunftsträchtiges Fundament zu stellen.

 

Aschen aus der Kohleverbrennung und REA-Gips – Nebenprodukt oder Abfall?

Wolfgang vom Berg und Hans-Joachim Feuerborn

Die Produktion von Aschen aus der Kohleverbrennung und REA-Gips hat in den vergangenen Jahren aufgrund gesetzlicher Anforderungen bezüglich der Rauchgasreinigung zugenommen. Ihre Nutzung ist in einigen europäischen Ländern aufgrund langjähriger Erfahrungen und technischer sowie ökologischer Vorteile lange etabliert. In
Europa (EU-27) werden jährlich über 100 Mill. t dieser Mineralstoffe hergestellt und hauptsächlich in der Bauindustrie, im Hoch- und Tiefbau, im Straßenbau, für Bauarbeiten im untertägigen Bergbau sowie für Rekultivierungsmaßnahmen im Tagebau verwendet.

 

Ökotoxikologische Charakterisierung von Aschen aus der Müllverbrennung

Heidrun Moser und Jörg Römbke

Die ökotoxikologische Charakterisierung von Abfällen ist eines der Kriterien zur Bewertung von Abfällen als gefährlich bzw. nicht gefährlich anhand der Gefährlichkeitskriterien des Europäischen Abfallverzeichnisses bzw. der Abfallverzeichnisverordnung. In einem gemeinsamen Projekt des Umweltbundesamtes, der ITAD e.V. und der VGB PowerTech e.V. ist das ökotoxikologische Potential ausgewählter frischer und unterschiedlich gealterter Hausmüllverbrennungsaschen untersucht worden.

 

Ökobilanzierung thermischer Entsorgungssysteme

Horst Fehrenbach, Irene Vogt und Gudrun Both

Seit Juni 2005 gilt in Deutschland als Hauptentsorgungsweg für organikhaltige Siedlungsabfälle die Müllverbrennung. Mit der einhergehenden knappen Kapazitätslage drängte sich die Frage nach thermischen Alternativen auf. Mitverbrennung ist eines der Schlüsselthemen. Vor diesem Hintergrund hatte das nordrhein-westfälische Umwelt-
ministerium (MUNLV) ein umfassendes Forschungsvorhaben durchgeführt mit dem Ziel, die im Bundesland bestehenden Anlagen und sich daraus verflechtenden Entsorgungssysteme ökobilanziell zu bewerten.

 

Effizienzsteigerung durch CFD-gestützte Strömungsoptimierung des Rauchgasweges im Kraftwerk Heyden

Jens-Uwe Freitag und Dieter Neuman

Die Anforderungen an eine wirtschaftliche Betriebsweise von Kraftwerksanlagen werden immer höher – und das auch aufgrund der am Weltmarkt verfügbaren wettbewerbsfähigen Kohlequalitäten. Die Umsetzung und Resultate einer Optimierung der Rauchgasführung im E.ON-Steinkohlekraftwerk Heyden werden vorgestellt. Ziel war es, dauerhaft Importkohle mit niedrigem Heizwert einsetzen zu können. Aufgrund erfolgter Leistungserhöhungen war unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nur die dauerhafte Absenkung der Druckverluste erfolgversprechend.

 

Statistische Fehlerauswertungen beim Windkraftwerksbetrieb zur Optimierung der Verfügbarkeit

Christoph Fleischer und Walter Sucrow

Herausforderungen, die sich mit der Offshore-Windkraftnutzung ergeben, sind hauptsächlich die Erhöhung von Verfügbarkeiten, Minimierung von Anlagenausfällen und schließlich die Reduzierung von Betriebskosten. Darauf zielende Anstrengungen durch statistische Fehlerauswertungen werden vorgestellt. Unter anderen umfassen diese Maßnahmen, um die oftmals unzureichende Dokumentation der Hersteller an die Belange der Betriebsführung anzupassen.

 

Moderne Laugenverbrennungstechnologie – Beispiele ausgeführter und in Errichtung befindlicher Sulfitlaugenkessel

Ulrich Hohenwarter, Martin Pogoreutz, Wolfgang Glaser und Paul Renetzeder

Sulfitlaugenkessel für die Sulfitzellstoffproduktion sind eine interessante Marktnische. Um die Prozesse auch energetisch und wirtschaftlich optimal realisieren zu können, müssen die eingesetzten Sulfitlaugenkessel eine entsprechende Verweilzeit der Partikel in der Brennkammer und ein definiertes Temperaturfenster im Bereich von 1200 °C gewährleisten können. Dazu realisierte Anlagen werden einschließlich der eingesetzten Technologie vorgestellt.

 

Performance Contracting für einen Feuerungsoptimierer auf Basis von Neuronalen Netzen in einem kohlebefeuerten Kraftwerk

Dirk Kiehn und Dirk Schmidt

Seit August 2005 läuft im Modellkraftwerk Völklingen ein Feuerungsoptimierer auf Basis von neuronalen Netzen, genannt PiT-Navigator. Der PiT-Navigator integriert eine elektronische Flammenanalyse durch Kameras mit einer selbstlernenden, adaptiven Regelungs-Software. Die Lieferfirma installierte, betreibt und wartet das System auf Basis eines Performance Contracting (erfolgsorientiertes Betreibermodell) auf eigene Kosten.

 

Verbessertes Kühlkonzept für Turbinenschaufeln von Hochtemperatur-Gasturbinen

Dieter Bohn

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 561 „Thermisch hochbelastete, offenporige und gekühlte Mehrschichtsysteme für Kombi-Kraftwerke“ hat sich zum Ziel gesetzt, die heutigen technischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Kraftwerkstechnik zu erweitern um in einem Kombi-Kraftwerk des Jahres 2025 Gesamtwirkungsgrade von 65 % zu erreichen. Dazu sollen in diesem SFB die aero-thermomechanischen, strukturmechanischen, werkstoffkundlichen und fertigungstechnischen Grundlagen zur Entwicklung thermisch höchstbelastbarer Dampf- und Gasturbinenkomponenten geschaffen werden.

 

Kombinierte Luft- und Dampfkühlung von Großraum-Dampfturbinen – Auslegungsmerkmale, Kühlungskonzept und Erfahrungen

Carlos Koeneke

Die erste kommerzielle dampfgekühlte Gasturbine ging vor 10 Jahren in Takasago/Japan in Betrieb. Heute kann Mitsubishi auf den erfolgreichen Betrieb von 20 dampfgekühlten Gasturbinen mit 440 000 Betriebsstunden weltweit verweisen. 36 weitere Anlagen befinden sich in der Errichtung. Eine hohe Verfügbarkeit dieser Anlagen zeigt, dass die von Dritten als problematisch angesehenen Punkte Dampfleckagen, Ablagerungen und Einflüsse auf den Gasturbinenprozess technologisch gelöst sind.

 

Bau und Betrieb von Naturzugkühltürmen aus Beton mit erhöhtem Säurewiderstand

Achim Niepel, Roland Hüttl, Titus Klöker, Joachim Meyer und Dieter Busch

Nach vierjähriger Forschungsarbeit wurde 1999 im RWE-Kraftwerk Niederaußem mit dem Bau des ersten Naturzugkühlturms aus einem Beton mit erhöhtem Säurewiderstand begonnen. Unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse in der Betontechnologie konnte auf eine Beschichtung der Innenschale verzichtet werden, obwohl die Abgase des Kraftwerkes über den Kühlturm abgeleitet werden. Positive Erfahrungen während des Baus und des Betriebs führten zum Bau weiterer Kühltürme im Auftrag von RWE.

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