Das KKS Kraftwerk-Kennzeichensystem ist ein Anlagenkennzeichnungssystem zur einheitlichen und systematischen Kennzeichnung von Kraftwerksanlagen.

Aufbau und Anwendung des Kennzeichens

Kennzeichnungsarten und Gliederungsstufen

Mit Rücksicht auf die verschiedenen Anforderungen an die Kennzeichnung der Anlagen, Anlagenteile und Geräte in Kraftwerken kennt das KKS drei Kennzeichnungsarten:
  • Verfahrenstechnische Kennzeichnung
    Kennzeichnung von Anlagenteilen und Geräten, verfahrenstechnisch orientiert nach ihren Aufgaben in der Maschinen- und Bautechnik, sowie Elektro- und Leittechnik
  • Einbauort-Kennzeichnung
    Kennzeichnung von Einbauorten für elektro- und leittechnische Geräte in Einbaueinheiten (z. B. in Schränken, Tafeln, Pulten etc.)
  • Aufstellungsort-Kennzeichnung
    Kennzeichnung von Aufstellungsorten in Bauwerken, Fluren und Räumen sowie von Brandabschnitten und topografischen Festlegungen (Flächenraster)
Diese drei Kennzeichnungsarten benutzen dasselbe Kennzeichnungsschema, aufgeteilt in maximal vier Gliederungsstufen. Der Aufbau der Gliederungsstufen ist alphannumerisch.
lfd. Nummer der Gliederungsstufe 0 1 2 3
Bennung der Gliederungsstufe Gesamtanlage Funktion Aggregat Betriebsmittel
Art der Datenstelle A oder N (N)AAANN AANNN(A) AANN

Stellen (A für Buchstaben und N für Ziffern), die nur bei Bedarf verwendet werden, sind in Klammern gesetzt.

Gliederungsstufe 0 – Gesamtanlage

Die erste Gliederungsstufe bezeichnet die Gesamtanlage und hat zählenden Charakter. Sie besteht aus einer Ziffer oder einem Buchstaben.

Gliederungsstufe 1 – Funktionales Gesamtsystem

Die zweite Gliederungsstufe bezeichnet ein funktionales Gesamtsystem in der Gesamtanlage. Sie besteht aus 3 Buchstaben und 2 Ziffern mit einer optionalen führenden Ziffer. Den Buchstaben sind nach einem vorgegebenen Schlüssel Systeme in Kraftwerksanlagen zugeordnet. Dabei bezeichnet der erste Buchstabe (von links) die Hauptsysteme (sogenannte Hauptgruppen); die nachfolgenden Buchstaben bezeichnen dann die weitere Untergliederung in Untergruppen. Die nachfolgenden beiden Ziffern haben zählenden Charakter und werden als FN-Zählung bezeichnet.

Gliederungsstufe 2 – Aggregat

Die dritte Gliederungsstufe bezeichnet ein Aggregat in der Untergruppe. Sie besteht aus 2 Buchstaben und 3 Ziffern. Den Buchstaben sind nach einem vorgegebenen Schlüssel Aggregate (zum Beispiel eine Messung) in Kraftwerksanlagen zugeordnet. Dabei bezeichnet der erste Buchstabe eine Gruppe von Aggregaten; der nachfolgende Buchstabe bezeichnet dann die weitere Untergliederung in Untergruppen. Die nachfolgenden Ziffern haben zählenden Charakter. Viele Unternehmen und Anlagenbauer verwenden hier eine weitere Kennzeichnung, in der die erste numerische Zahl eine funktionale Ergänzung ist. So bedeutet AA3NN, dass es sich um eine Entlüftung handelt, AA4NN um eine Entleerung und AA6NN um eine Messstelle.

Gliederungsstufe 3 – Betriebsmittel / Signalkennzeichen

Die vierte Gliederungsstufe bezeichnet ein Betriebsmittel oder Signalkennzeichen im Aggregat. Sie besteht aus 2 Buchstaben und 2 Ziffern. Den Buchstaben sind nach einem vorgegebenen Schlüssel Betriebsmittel (zum Beispiel ein Antrieb) zugeordnet. Dabei bezeichnet der erste Buchstabe eine Gruppe von Aggregaten; der nachfolgende Buchstabe bezeichnet dann die weitere Untergliederung in Untergruppen. Die nachfolgenden Ziffern haben zählenden Charakter. Bei Signalkennzeichen gibt es eine definierte Zuweisung.

Bei den drei Kennzeichnungsarten werden die Gliederungsstufen wie folgt benannt:
lfd. Nummer der Gliederungsstufe 0 1 2 3
Verfahrenstechnische Kennzeichnung Gesamt-anlage System- Kennzeichen Aggregat- Kennzeichen Betriebsmittel- Kennzeichen
Einbauort-Kennzeichnung Gesamt-anlage Einbaueinheit-Kennzeichen Einbauplatz-Kennzeichen  
Aufstellungsort- Kennzeichnung Gesamt-anlage Bauwerk-Kennzeichen Raum-
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