Editorial - VGB PowerTech Journal 6/2019

Themen die bewegen

Die weltweite Energielandschaft ändert sich massiv und stellt alle Akteure vor neue Herausforderungen. Besonders erkennbar ist der Wandel auf dem Sektor der Stromversorgung und hinsichtlich unserer zukünftigen Mobilität. Während für die Mobilität geeignete Technologien heute gesucht werden, ist der Wandel in der Stromversorgung offensichtlich. Dieser Wandel ist verbunden mit strategischen, organisatorischen und technischen Herausforderungen sowie einer Dynamik, die die bisherige, quasi berechenbare bzw. absehbare Entwicklung der elektrischen und thermischen Energieversorgung abgelöst hat. Als Treiber dieser Prozesse positionieren sich die drei „Ds“: Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung.

Wie auch immer Herausforderungen aussehen werden, im Mittelpunkt wird immer der Mensch stehen, um Probleme zu identifizieren, Strategien zu entwickeln und Lösungen umzusetzen. Ihn betreffen strategischer und organisatorischer Wandel, Verschlankungen von Bereichen, Optimierungen von Prozessen und effizientere Arbeitsweisen, um mit den Unternehmen in den Zukunftsmärkten zu bestehen.

Diese Prozesse leben auch von der Kommunikation, dem Austausch von Erfahrungen und der Diskussion von Themen, womit sich Angebot und Arbeit von VGB PowerTech widerspiegeln: Denn wo kann besser, effizienter und kaum so konzentriert über Herausforderungen kommuniziert werden, als „Vor Ort“ auf Veranstaltungen und Fachtreffen unseres Verbandes.

So können wir für die erste Hälfte dieses Jahres auf ein thematisch breites und mit aktuellen Themen angelegtes Programm zurück blicken. Dieses reicht von der „Instandhaltung in Kraftwerken“ über „Gasturbinen und Gasturbinenbetrieb“ sowie „Thermische Abfallverwertung und Wirbelschichtfeuerungen“ zu „Instandhaltung in Windkraftanlagen“ und weiteren. Hinweise und Zusammenfassungen zu allen Veranstaltungen finden sich auf unseren Webseiten bzw. über unseren alle zwei Monate erscheinenden Newsletter.

Einen besonderen Fokus in diesem Jahr bildet das Thema „Digitalisierung“ in der Energieerzeugung. Mit der weltumspannenden Verbreitung des Internets und dem Eindringen in quasi alle Lebensbereiche und die Arbeitswelt hat die Digitalisierung vieles verändert. Clouds, Industrial Internet of Things Big Data & Smart Data sind dazu einige Schlagworte, die im Raum stehen.

In Anlagen der Energieerzeugung kann ein Ausbau digitaler Leit- und Kontrollsysteme dazu beitragen, die Leistung von Anlagen in zu optimieren, indem Kosten gesenkt werden und das Asset-Management optimiert wird. Digitale Systeme können auch eine wichtige Rolle bei der Optimierung der Entscheidungsfindung und der Unterstützung von Unternehmensabläufen spielen, um sich effizienter zu positionieren. Zudem stehen in den nächsten Jahren immer mehr Kraftwerke und Energieerzeugungsanlagen weltweit zur Sanierung und Modernisierung an, womit sich die Frage nach dem Umfang der Digitalisierung für bestehende Anlagen stellt.

Dies waren einige Themen auf dem VGB-Workshop „Digitalisierung in der Wasserkraft“ in Graz, auf dem auch eindrucksvoll seitens des VGB-Mitglieds VERBUND „Hydropower 4.0 – Das digitale Wasserkraftwerk“ präsentiert wurde.

Grundsätzlicher angefasst wurde das Thema auf dem „digi-Tag: Digitalisierung in der Energiewertschöpfungskette“ des VGB, denn hier waren Fragen an die Digitalisierung Ausgangspunkt:

  • Bietet dieser allgemeine Trend für die Energiewirtschaft tatsächlich noch neue Chancen oder sind die Erzeugungsanlagen nicht schon heute weitgehend digitalisiert?
  • Werden wir unsere Erzeugungsanlagen ohne Nutzung einer weitergehenden Digitalisierung in Zukunft noch wirtschaftlich betreiben können?
  • Bieten vielleicht gerade Lösungsansätze eine Perspektive, die „Konventionelle“ und „Erneuerbare“ digital zusammenbringen?
  • Welche Zukunftsbilder haben Betreiber, Hersteller und Dienstleister?

Themen und Fragen gibt es also genug und VGB wird diese für die Branche auch weiter angehen. Als Nächstes steht die „Digitalisierung“ auf dem VGB-Kongress im September in Salzburg auf der Agenda und im Oktober widmet sich ein Workshop ganz der „Digitalisierung in der Windindustrie“.

Es bleibt also weiterhin spannend und es gibt viele technische Themen in der Energieversorgung, denen wir uns widmen müssen und widmen werden, um weiterhin für eine sichere und gesicherte Energieversorgung Sorge zu tragen mit der besonderen Verantwortung aber auch den Möglichkeiten der Technik und neuer Technologien wie der Digitalisierung.