Durchführung einer Untersuchung zur Bildung von Phosphiden/Phosphin in verschiedenen deutschen MV-Anlagen

Projektnummer 223

Die Bildung von Phosphiden/Phosphin in Müllverbrennungsanlagen ist grundsätzlich nicht zu vermeiden. Beim Zusammentreffen von Metallen (bevorzugt Aluminium) und Phosphatträgern auf dem Verbrennungsrost entstehen Phosphide, die mit Entschlackerwasser zu Phosphin reagieren. Dieser stochastische Ablauf wird durch quantitative Erhöhung des Aluminiums- oder Phosphateintrags in die Feuerung begünstigt. Derzeit sind keine verfahrenstechnischen Maßnahmen erkennbar, mit denen dieser Prozess zu beeinflussen ist.

In Rahmen des Projekts wird daher die Bildung von Phosphiden/ Phosphin in verschiedenen deutschen Müllverbrennungsanlagen untersucht. Schwerpunkte der Untersuchungsstruktur sind:

  • Gleichartiges Untersuchungsprogramm an technisch unterschiedlichen MV-Standorten.
  • Einbeziehung von MV-Standorten, die zum Zeitpunkt der Untersuchung phospat- und/oder aluminiumangereicherte Brennstoffe einsetzen.
  • Einbeziehung von MV-Standorten mit nachgewiesenem Handlungsbedarf zur Kontrolle der Phospinkonzentration in spezifischen Raumluftbereichen.
  • Einbeziehung von MV-Standorten mit nachgewiesenem Nichterreichen von messbarer Phosphinkonzentration (d. h. < 0.01 ppm) in spezifischen Raumluftbereichen.
  • Einbeziehung verschiedener technischer Lösungen zur Entschlackung.
  • Folgende MVA-Standorte sind in die Untersuchung mit einbezogen: Augsburg, Darmstadt, Hamburg (Rugenberger Damm), Ingolstadt, Ludwigshafen, Mannheim und Schwandorf.

In Ergänzung zu den Untersuchungen an MVA-Standorten wird die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf Kraftwerke (Kohlenfeuerung/ Mitverbrennung) diskutiert.

Das Projekt wird vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2002 von der CheMin GmbH, Augsburg, unter der Leitung von Dr. Wolfgang Spiegel bearbeitet und von einer Arbeitsgruppe des VGB-Arbeitskreis "Thermische Abfallverwertung" fachlich begleitet.