Studie zur Genehmigungsfähigkeit des von § 4 (2) der 17. BImSchV abweichenden Betriebes von Wirbelschichtfeuerungen

Projektnummer 235

Die Verbrennung von Alternativbrennstoffen, die nicht als Regelbrennstoffe gemäß den Nummern 1.2 und 8.2a und b des Anhangs der 4. BImSchV gelten, nimmt - insbesondere als Mitverbrennung von Biomassen - im Kraftwerksbereich immer weiteren Raum ein. Für derartige Anlagen gelten die Vorschriften der 17. BImSchV. Die 17. BImSchV gilt darüber hinaus bei der Stromerzeugung aus Biomasse (bei Beachtung der Vorgaben der Biomasseverordnung), hiervon ist eine zunehmende Zahl von Kraftwerksanlagen betroffen.

In § 4 (2) der 17. BImSchV werden für die o. g. Anlagen die Anforderungen an die Verbrennungsbedingungen bzgl. Mindesttemperatur, Mindestverweilzeit und Mindestsauerstoffgehalt der Verbrennungsgase geregelt; sie betragen wenigstens 850 °C für zwei Sekunden und sechs Volumenprozent O2.

Derartige Verbrennungsbedingungen sind für Wirbelschichtanlagen aufgrund der konzeptionell bedingten Anlageneigenschaften kaum einhaltbar und führen zu technisch und umweltpolitisch nicht wünschenswerten Effekten.

Die Studie soll diese Effekte auf Basis der konzeptionellen Besonderheiten von Wirbelschichtanlagen herausarbeiten und dadurch Voraussetzungen für die Genehmigungsfähigkeit des von § 4 (2) abweichenden Betriebes schaffen (Mustergenehmigung). Hierbei stehen die Brennkammertemperatur und die Aufenthaltszeit von mitverbrannten Brennstoffen sowie deren Turbulenzverhalten im Mittelpunkt (TTT = Temperatur, Time, Turbulenz).

Das Projekt wird bis Ende März 2003 unter der Leitung von Dr. Tai Nguyen von der TÜV NORD GmbH, Hannover, durchgeführt. Der Arbeitskreis "Wirbelschichtfeuerungen" begleitet die Untersuchungen fachlich.