Betone mit kleinem Größtkorn und großem Leistungsspektrum - Zusammensetzung und Leistungsfähigkeit

Projektnummer 240

Zur Gewährleistung einer hohen Verwertungsrate für Flugasche ist die Erweiterung der Anwendung von Flugasche in neuen Produkten unbedingt voranzutreiben. Das Forschungsprojekt dient der Entwicklung einer neuen Betonart mit hohen Flugascheanteilen, sowie dem Nachweis der Leistungsfähigkeit solcher Betone.

Die betontechnologischen Entwicklungen konzentrierten sich in den letzen Jahren auf Hochleistungsbetone, speziell hochfeste Betone und Selbstverdichtende Betone. Bei diesen Betonen wird dem Mehlkornanteil und dem kleineren Größtkorn besondere Beachtung geschenkt. Hochleistungsbetone sind auf ein sehr enges Anwendungsspektrum beschränkt. Innovative Ansätze aus der Forschung und Entwicklung wurden bisher nicht auf die Normalbetone, die zu über 90 % im Bauwesen angewendet werden, übertragen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden Normalbetone mit kleinem Größtkorn und hohem Mehlkornanteil entwickelt. Zur Vermeidung hoher Zementgehalte werden neben dem Einsatz von Fließmitteln Flugaschegehalte an der oberen Grenze der Anrechenbarkeit eingesetzt. Bei der oberen Grenze der Anrechenbarkeit werden die geltenden Regelwerke sowie behördliche Zustimmungen zu einzelnen Bauvorhaben (Zustimmung im Einzelfall) berücksichtigt.

Zur Herstellung solcher Betone können die Vorteile der Flugasche hinsichtlich Verarbeitbarkeit und Nacherhärtung optimal genutzt werden. Bei der Entwicklung eines robusten Betons ist hierbei eine Verringerung des Größtkorns bei Einhaltung einer ausgewogenen Sieblinie anzustreben.

In dem Forschungsprojekt werden anhand exemplarischer Versuche die Leistungsfähigkeit flugaschehaltiger Feinbetone aufgezeigt und die Vorteile solcher Betone nachgewiesen. Dazu werden mit zwei Sanden unterschiedlicher Sieblinien, drei Flugaschen unterschiedlicher Herkunft, einem Zement und einem Fließmittel Betone unterschiedlicher Zusammensetzung hergestellt und auf Frisch- und Festbetoneigenschaften untersucht.

Das Projekt ist dem VGB-Schwerpunktforschungsprogramm "Entsorgung von Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen" (ERKOM) zugeordnet. Es wird im Jahr 2003 vom Institut für Baustoffe der Universität Hannover unter der Projektleitung von Prof. Ludger Lohaus bearbeitet und von einer Arbeitsgruppe des Arbeitskreises "Kraftwerksnebenprodukte" fachlich begleitet.