Zukünftige Energieoptionen: Sicherung von Investitionen in die Elektrizitätsversorgung

Projektnummer 250

In den nächsten 10 bis 20 Jahren ist ein erheblicher Teil der bestehenden Kraftwerkskapazitäten in der Bundesrepublik und in Europa altersbedingt zu ersetzen. Zudem stehen nach dem gültigen Atomgesetz die Stilllegung und damit ein Ersatz der Kernkraftwerkskapazität an. Die energiepolitischen und unternehmerischen Weichenstellungen für einen ausgewogenen und wettbewerbsfähigen künftigen Energie- und Kraftwerksmix sind daher in den kommenden Jahren vorzunehmen.

Die für die Unternehmen der Energiewirtschaft entscheidenden Fragen lauten in diesem Zusammenhang:

Um diese Fragen zu beantworten soll eine Gemeinschaftsstudie deutscher Verbände durchgeführt werden.

In einem ersten Schritt sollen in der geplanten Studie der Status Quo der Stromerzeugung und -versorgung dargelegt und die unsicheren Rahmenbedingungen für Investitionen in neue Kraftwerke und Netze als maßgebliches Problem der Liberalisierung identifiziert werden. Des Weiteren werden plausible Optionen für den zukünftigen Energiemix definiert. Hierbei wird u. a. auf Untersuchungen von Prof. Ulrich Wagner, Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik der TU München, zurückgegriffen.

Auf der Grundlage der heutigen Infrastruktur der Stromwirtschaft, gesetzlichen Regelungen usw. sollen dann der Handlungsrahmen für unternehmerische Investitionsentscheidungen aufgezeigt und bewertet sowie die erforderliche Unterstützung von politischer Seite definiert werden.

Durch die Ergebnisse der Studie soll ein sachlich fundierter Beitrag in den aktuellen politischen Diskussionsprozess eingebracht werden.

Der LA "Energiepolitik" der VDEW hat eine Projektgruppe zusammengestellt, die die Durchführung der Studie begleiten soll. In der Projektgruppe sind Vertreter der Unternehmen und der Verbände VDEW, AGFW, VDN, VGB, VKU und VRE vertreten. Die Studie soll in enger Verzahnung mit der Praxis durch Bereitstellung personeller Ressourcen durch die Verbände/ Unternehmen der Energiewirtschaft sichergestellt werden. Die Beteiligung von VGB gewährleistet die Repräsentanz der Erzeugerunternehmen.

Besondere Relevanz kommt der Studie vor dem Hintergrund zu, dass die Elektrizitätswirtschaft auf Grund der Forderung an das BMWA, ein Energieprogramm vorzulegen, aufgefordert worden ist, hierzu ihre Vorstellungen einzubringen. Dies wurde aktuell durch ein Schreiben des BMWA bekräftigt. Ein Schreiben aus der SPD-Bundestagsfraktion geht ebenfalls in diese Richtung. Weiterhin hat Eurelectric im Rahmen der Working Group "Ensuring Investments" ein EU-weites Projekt gestartet, zu dem von der deutschen Elektrizitätswirtschaft ein Input erwartet wird.

Das Projekt wird bis Dezember 2003 vom bremer energie institut unter der Leitung von Prof. Wolfgang Pfaffenberger durchgeführt.