Literaturstudie: Sulfatwiderstand von Flugaschebeton

Projektnummer 254

Betonbauteile, die einem Sulfatangriff ausgesetzt sind, können durch Treiberscheinungen infolge sekundärer Ettringit- und/oder Gipsbildung, und bei niedrigen Bauteiltemperaturen zusätzlich durch Thaumasitbildung geschädig werden. Zur Vermeidung von Schäden ist nach bestehendem Regelwerk ein Beton mit hohem Sulfatwiderstand einzusetzen.

Der Widerstand von Beton gegen Sulfatangriff setzt sich aus einem chemischen und einem physikalischem Widerstand zusammen. Für den chemischen Widerstand ist im Wesentlichen der eingesetzte Zement bzw. die eingesetzte Zement-Flugasche-Kombination maßgeblich, für den physikalischen die Gefügedichtigkeit, gesteuert über Wasserzementwert und Zementart. Die Bewertung des Sulfatwiderstandes eines Zements bzw. einer Zement-Flugasche-Kombination erfolgt bislang auf der Basis von Zeitraffer-Laborprüfungen. Diese Prüfungen sind jedoch hinsichtlich der Bewertung der damit erhaltenen Ergebnisse umstritten, da nach Laborversuchen ungünstige Bindemittel in der Praxis dauerhaft guten Sulfatwiderstand aufweisen.

Im Rahmen der Literaturstudie sollen die international vorhandenen Erkenntnisse zur Herstellung und Prüfung sulfatwiderstandsfähiger Bindemittel/Betone zusammengestellt werden. Die Ergebnisse dienen der grundlegenden Abschätzung weiteren Regelungsbedarfs für die deutschen Betonnormen.

Das Projekt wird vom Institut für Baustoffe und Konstruktion der TU München, Fachgebiet Gesteinshüttenkunde, unter der Projektleitung von Prof. Dr. Detlef Heinz bearbeitet. Die Ergebnisse der Studie werden in einem Sachstandsbericht des Deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb) veröffentlicht werden.