Einfluss der Mitverbrennung bei der Gewinnung von Flugasche auf die Frisch- und Festbetoneigenschaften

Projektnummer 256

In Steinkohlekraftwerken werden neben Kohle auch Mitverbrennungsstoffe (z. B. Klärschlamm, Petrolkoks) zur Stromerzeugung eingesetzt. Die bei der Verbrennung entstehenden Flugaschen werden u. a. als Zusatzstoff bei der Betonherstellung eingesetzt. In der Baupraxis werden immer wieder Probleme bei der Herstellung von Betonen beobachtet, die bei Einsatz von Flugasche als Betonzusatzstoff, und speziell solcher aus der Mitverbrennung, direkt der Flugasche zugeschrieben werden, und deren weiteren Einsatz erschweren oder gar ausschließen.

Die beobachteten Probleme beziehen sich dabei auf verarbeitungsrelevante Eigenschaften wie Luftporengehalt und –stabilität, Lunkerbildungen und Erstarrungsverzögerungen. Als mögliche Ursachen werden u. a. Wechselwirkungen zwischen den Zusatzmitteln mit Bestandteilen der Flugaschen aus der Mitverbrennung gesehen.

Bei den Zulassungs- und Überwachungsprüfungen für Flugasche als Betonzusatzstoff wird die Flugasche nur in Verbindung mit Zementen untersucht. Eine Verträglichkeitsprüfung unter Einbeziehung von Zusatzmitteln wurde bisher nicht vorgenommen.

Aufbauend auf einer intensiven Literaturrecherche zu den bisher vorliegenden Erkenntnissen über die Einflüsse von Flugaschen aus der Mitverbrennung auf die Betoneigenschaften sollen an Flugaschen aus der Mitverbrennung von Klärschlamm und Petrolkoks sowie an Bindemitteln aus zwei unterschiedlichen Zementen und diesen Flugaschen Untersuchungen zur Wechselwirkung mit handelsüblichen Zusatzmitteln (Fließmittel, Luftporenbildner) durchgeführt werden.

Die Untersuchungen sollen am Lehrstuhl für Baustofftechnik der Universität Bochum, Prof. Rolf Breitenbücher, durchgeführt und bis 2006 abgeschlossen sein. Eine Arbeitsgruppe des Arbeitskreises "Kraftwerksnebenprodukte" begleitet die Untersuchungen.