Einfluss von Flugasche auf die Dauerhaftigkeit von Straßenbeton mit alkaliempfindlichen Gesteinskörnungen

Projektnummer 275

Der Einsatz von Flugasche in Straßenbeton ist nach den geltenden Regelwerken nicht zulässig, da deren Einsetzbarkeit bisher nicht nachgewiesen wurde. Zum Nachweis der technischen Einsetzbarkeit von Flugasche in Straßenbeton ist vor kurzem ein neues Forschungsprojekt (Oberflächendauerhaftigkeit von Straßenbeton, Projektnummer 270) gestartet worden.

Die in neuerer Zeit an Beton-Fahrbahndecken aufgetretenen Schäden wurden überwiegend auf eine schädigende Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR), d. h. eine Schadreaktion der Alkalien aus dem Zement mit alkaliempfindlichen Gesteinskörnungen (Zuschlägen), zurückgeführt. In den geschädigten Beton-Fahrbahndecken waren Gesteinskörnungen eingesetzt worden, die bisher nicht als alkaliempfindlich eingestuft waren.

Im Projekt werden flugaschehaltige Strassenbetone mit dem Verfahren nach der Alkali-Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) und einem neuen „Performance-Prüfverfahren“ vergleichend untersucht. Die Untersuchungen sollen an Straßenbetonen üblicher Zusammensetzung mit zwei Zementen unterschiedlichen Alkaligehalts durchgeführt werden, wobei zur Darstellung des Einflusses von Flugasche auf die Beständigkeit des Betons hinsichtlich einer schädigenden Alkali-Kieselsäure-Reaktion die Zemente teilweise durch zwei Flugaschen unterschiedlichen Alkaligehaltes ausgetauscht werden. Wenn der Nachweis geführt werden kann, dass Flugasche eine schädigende Alkali-Kieselsäure-Reaktion in Straßenbeton vermeidet, so ist eine Aufnahme von Flugasche in die Regelwerke des Straßenbaus möglich.

Das Projekt ist dem VGB-Schwerpunktforschungsprogramm "Entsorgung von Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen" (ERKOM) zugeordnet. Es wird vom 1. April 2006 bis zum 31. März 2009 am Centrum für Baustoffe und Materialprüfung, Fachgebiet Gesteinshüttenkunde, der Technischen Universität München unter der Projektleitung von Prof. Detlef Heinz bearbeitet und von einer Arbeitsgruppe des Arbeitskreises "Kraftwerksnebenprodukte" fachlich begleitet.