Flugaschereicher Beton mit kleinem Größtkorn und großem Anwendungsspektrum

Projektnummer 284

Dieses Forschungsprojekt baut auf dem erfolgreich abgeschlossenen VGB Forschungsprojekt 240 „Feinbeton mit Flugasche“ auf. Unter dem gleichen Kurztitel soll es die Weiterentwicklung von Betonen mit kleinem Größtkorn und hohen Flugaschegehalten bis zur breiten Anwendbarkeit sowie die Etablierung dieser Betone im Markt vorantreiben.

Entsprechend den vorherrschenden Expositionen kann Beton grob nach drei Leistungsklassen unterschieden werden, Betone für Innenbauteile, Außenbauteile und Bauteile im Industriebau. Die Betonnormen (EN 206-1 bzw. DIN 1045-2) geben für Bauteile der jeweiligen Leistungsklasse Mindestzementgehalte und maximale äquivalente w/z-Werte vor. Durch eine Beschränkung des Größtkorns auf 8 mm und weiche bis fließfähige Konsistenzen werden robuste Feinbetone mit deutlichen Vorteilen bei der Verarbeitbarkeit angestrebt.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, ein zielsicheres Entwurfskonzept für diese flugaschereichen Feinbetone zu entwickeln, das für alle genannten Leistungsklassen anwendbar ist. Dazu werden aus sechs Sanden unterschiedlicher Sieblinien, sechs Flugaschen unterschiedlicher Herkunft und drei verschiedenen Zementen Betone mit untereinander vergleichbaren, guten Frischbeton-, Festigkeits- und Dauerhaftigkeitseigenschaften hergestellt. Das Versuchsprogramm umfasst die Untersuchungen der Ausgangsstoffe und die Ermittlung von Frisch- und Festbetoneigenschaften der hergestellten Betone. Die Daten sollen systematisch ausgewertet und die Ergebnisse in ein Entwurfskonzept überführt werden, welches auf charakteristischen Kenngrößen der Ausgangsstoffe Zement, Flugasche und Sand basiert. Dadurch wird die Herstellung und Anwendung von flugaschereichen Feinbetonen auch für die breite Masse der Betonanwendungen technisch und wirtschaftlich beherrschbar. Eine im Rahmen des Forschungsprojekts zu begleitende Pilotbaustelle soll die Vorzüge der neu entwickelten Betone für die Praxis greifbar machen und der Fachöffentlichkeit als Referenz dienen.

Das Projekt ist dem VGB-Schwerpunktforschungsprogramm "Entsorgung von Reststoffen aus Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen" (ERKOM) zugeordnet. Es wird in den Jahren 2006 bis 2008 im Institut für Baustoffe der Leibniz Universität Hannover unter der Projektleitung von Prof. Ludger Lohaus bearbeitet und von einer Arbeitsgruppe des Arbeitskreises " Kraftwerksnebenprodukte " fachlich begleitet. Das Forschungsprojekt wurde aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. ( AiF ) gefördert (AiF-FV-Nr. 14617 N).