Regeldynamisches Zusammenwirken von Kraftwerken und Netzen bei deregulierter Energiewirtschaft - Möglichkeiten zur Reduktion der Kraftwerksbeanspruchung, Aufbauvorhaben

Projektnummer 285

Im Rahmen des VGB-Forschungsprojekts 243 wurde das regeldynamische Zusammenwirken von Kraftwerken und Netzen vor dem Hintergrund einer deregulierten Energiewirtschaft untersucht. Einen der Schwerpunkte bildete hierbei die Untersuchung des Einflusses nichtlinearer Nachlauffilter, d. h. Unempfindlichkeitszonen zur Nicht-Ausregelung des Verbraucherleistungsrauschens, die zur Schonung der Stelleinrichtungen in den Kraftwerksblöcken beitragen sollen. Das Verbraucherleistungsrauschen beruht auf der kontinuierlichen regellosen Zu- und Abschaltung von Verbrauchern und äußert sich netzseitig im Netzfrequenzrauschen.

Die Untersuchung bezog sich sowohl auf einen einzelnen primärgeregelten Kraftwerksblock aus Kraftwerkssicht für den Fall, dass nur der einzelne betrachtete Kraftwerksblock einen nichtlinearen Nachlauffilter einsetzt, als auch auf die Auswirkung auf das Netzfrequenzrauschen aus Netzsicht für den Fall, dass alle primärgeregelten Kraftwerksblöcke mit nichtlinearen Nachlauffiltern ausgerüstet sind. Dabei zeigte sich, dass der Einfluss der nichtlinearen Nachlauffilter auf das Netzfrequenzrauschen umso größer ist, je mehr Kraftwerksblöcke nichtlineare Nachlauffilter einsetzen.

Während der Untersuchungen und nachfolgenden Diskussionen stellte sich heraus, dass zum Teil erhebliche Unterschiede im Aufbau und der Verschaltung der eingesetzten nichtlinearen Nachlauffilter vorhanden sind. Diese verschiedenen Typen nichtlinearer Nachlauffilter haben unterschiedliche Einflüsse, sowohl kraftwerksseitig, auf einen einzelnen Kraftwerksblock, als auch netzseitig auf das Netzfrequenzrauschen.

Ziel des Aufbauvorhabens ist eine umfassende simulationstechnische Analyse der unterschiedlichen Typen nichtlinearer Nachlauffilter. Dies schließt die vergleichende Bewertung der unterschiedlichen Typen nichtlinearer Nachlauffilter ein, wodurch eine Grundlage für eine vorteilhafte Wahl des Filtertyps gelegt wird, auf die sowohl Betreiber als auch Hersteller zurückgreifen können.

Das Aufbauprojekt wird im Juni 2006 von der Abt. Stromerzeugung und Automatisierung am Institut für Verfahrenstechnik und Dampfkesselwesen der Universität Stuttgart unter der Projektleitung von Tobias Weißbach durchgeführt. Der Fachausschuss "Elektro-, Leit- und Informationstechnik" begleitet die Untersuchungen fachlich.