Brand- und Löschversuche an Kühlturmeinbauten aus PVC/PP/PE-Materialien sowie Holz

Projektnummer 289

Die seltenen Kühlturmbrände hatten bisher jedes Mal einen Totalschaden zur Folge. Insbesondere bei größeren Bauwerken bedeutet ein derartiger Verlust immer einen länger dauernden Anlagenstillstand. Kühltürme mit einer Beton-Schale dürften in ihrer Festigkeit derartig beeinträchtigt sein, dass eine Reparatur kaum noch in Frage kommt.

Brandgefahren in Kühltürmen entstehen praktisch ausschließlich bei Wartungs-/Instandsetzungsarbeiten durch verbotenes Rauchen sowie durch Arbeiten, bei denen heiße Partikel unkontrolliert aus dem Arbeitsbereich entweichen (z. B. Schneid- und Schweißarbeiten mit Funkenbildung).

Kühlturmeinbauten bestehen heute fast ausschließlich aus Holz oder Kunststoffen, also brennbaren Materialien. Daneben findet man noch vereinzelt betonartige Materialien. In nahezu allen Fällen beobachtet man eine Bedeckung der Oberflächen durch Moose/Flechten, die im trockenen Zustand ein Brandverhalten ähnlich Nitrozellulose aufweisen können. Aufgrund dieser Bedeckung durch biologisches Material, teilweise auch schon im Originalzustand, sind die Kühlturmeinbauten nicht mit Löschwasser benetzbar und demzufolge kann ein Entstehungsbrand nur sehr schwer bekämpft werden.

Bedingt durch die Thermik im Kühlturm wird der Brand so stark angefacht, dass bereits im Frühstadium des Brandverlaufes eine Brandbekämpfung nicht mehr möglich ist. Die extrem schnelle Wärmefreisetzung entsprechend der schnellen Brandentwicklung führt zu hohen Wärmebelastungen, die das Betonbauwerk in seiner Festigkeit erheblich beeinträchtigen.

Durch die vorgesehenen Versuche soll ermittelt werden, mit welchen präventiven Maßnahmen die Brandentstehung unterdrückt werden kann bzw. in welcher Zeit spätestens ein Löschangriff erfolgen muss, wenn er noch erfolgreich sein soll.

Basis der zu untersuchenden Brandbekämpfungsmaßnahmen sind neuartige Dämmschichten bildende Löschmittel, die auch die Benetzbarkeit der Oberflächen verbessern.

Die Versuchsdurchführung soll von Fachleuten der Werksfeuerwehren von Kraftwerken verfolgt und ausgewertet werden. Hierbei ist die Einbeziehung des Fachausschusses "Brandschutz“, der VGB-Arbeitsgruppe „Brandschutz im Kernkraftwerk“ sowie interessierter Brandschutzbeauftragter geplant.

Das Projekt wird vom DMT-Zentrum für Brandschutz und Sicherheit, Dortmund, unter der Leitung von Heinrich Petersmann durchgeführt. Der Abschlussbericht wird im Frühjahr 2007 erwartet.

Ansprechpartner

  • Dr. Ulrich Schirmer
    Telefon: +49-(0)2 01-81 28-2 77
    Telefax: +49-(0)2 01-81 28-3 21
    E-Mail: ulrich.schirmer@vgb.org

Projektergebnisse

  • Abschlussbericht