Messung der Staubkonzentration in nassen Rauchgasen unter weitest gehender Vermeidung des Messwert erhöhenden Einflusses von Schwefelsäureaerosolen (Teil II)

Projektnummer 292

In den EU-Richtlinien über Großfeuerungsanlagen und über die Verbrennung von Abfällen sind verschärfte Emissionsgrenzwerte für die Staubkonzentration festgelegt worden. Bei der Umsetzung dieser Richtlinien in nationales Recht wurden die Grenzwerte für Deutschland zum Teil noch weiter gesenkt (TA Luft, 13. und 17. BImSchV). Die Auswertung umfangreicher Umfragen unter den VGB-Mitgliedern im Vorfeld der Novellierungen zeigte, dass die Einhaltbarkeit dieser Grenzwerte nicht immer gewährleistet ist. Viele Anlagen werden mit ihren Staubemissionswerten nahe am neuen Grenzwert liegen. Der Staubmessung kommt daher ein bedeutender Stellenwert zu, da schon geringe Mehrbefunde eine Grenzwertüberschreitung zur Folge haben können.

Im VGB-Fachausschuss "Luftreinhaltung und Lärmschutz" wurde berichtet, dass bei gravimetrischen Staubmessungen hinter der Nass-REA erhebliche Scheinkonzentrationen an Staub aufgrund des messwerterhöhenden Einflusses von Schwefelsäureaerosolen gemessen worden sind. Im VGB-Forschungsprojekt 255 wurde daher eine Probenahmetechnik untersucht, die diesen Einfluss weitestgehend vermeidet. Durch Einsatz einer Sonde mit geregelt beheizbarem Filterkopf wurde erreicht, dass die im abgesaugten Gasstrom befindlichen Tropfen und gelösten Schwefelsäureverbindungen aufgeheizt werden und das Filter gasförmig passieren, somit also nicht auf dem Filter zurück gehalten werden. Hierdurch konnte der Messwertanstieg durch Schwefelsäureaerosole wirkungsvoll vermindert werden.

Ziel dieses Vorhabens ist der praxisrelevante Nachweis der Eignung des entwickelten Verfahrens für die Kalibrierung der Staubemissionsmessungen sowie die Implementierung des Verfahrens in das einschlägige Normenwerk.

Das Projekt wird bis April 2007 unter Mitarbeit von Vattenfall Europe Power Consult GmbH, E.ON Engineering GmbH und STEAG encotec GmbH durchgeführt. Die Projektleitung liegt bei Volker Hamacher, VGB PowerTech e. V. Der VGB-Fachausschuss "Luftreinhaltung und Lärmschutz" begleitet die Untersuchungen.