Ableitung von Emissionsfaktoren für Staub aus offenen Kohlelagern von Steinkohle- und Braunkohlekraftwerken

Projektnummer 305

Im Zusammenhang mit der PM10/2,5-Diskussion sowie aktuellen Genehmigungsverfahren gewinnen Feinstaubemissionen aus diffusen Quellen (Kohletransport, -umschlag und -lagerung in einem offenen Kohlelager) zunehmend an Bedeutung.

Zurzeit werden die bewertungsrelevanten Emissionen unter Zugrundelegung der Richtlinie VDI 3790, Blatt 3 "Emissionen von Gasen, Gerüchen und Stäuben aus diffusen Quellen: Lagerung, Umschlag und Transport von Schüttgütern" ermittelt. Vereinzelte Messungen an bestehenden Lagern haben gezeigt, dass die Anwendung dieser Richtlinie zu einer deutlichen Überschätzung von Feinstaubemissionen führen kann.

Die Richtlinie aus dem Jahr 1999 wird zurzeit überarbeitet. Da hinsichtlich Kohle keine gesicherten neuen Erkenntnisse vorliegen, ist bislang in diesem Punkt keine Überarbeitung vorgesehen. Zwar existieren bei einigen Unternehmen einzelne Messdaten; diese stellen jedoch allenfalls "Punktaufnahmen" dar.

Daher sollen in diesem Forschungsprojekt realistische Emissionsdaten für Transport, Umschlag und Lagerung von Stein- und Braunkohle ermittelt werden. Auf Basis der Projektergebnisse soll eine einheitliche Vorgehensweise zur Ermittlung und Festlegung von Emissionsquellstärken diffuser Quellen (hier: Kohletransport, -umschlag und -lagerung in einem offenen Kohlelager) entwickelt werden.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen die Rechtssicherheit von Prognosegutachten erhöhen, Genehmigungsverfahren beschleunigen und verlässlichere Grundlagen für Emissionserklärungen liefern. Ferner können damit die Ursachenanalyse bei der Luftreinhalteplanung (Luftreinhaltepläne, Aktionspläne) objektiviert und etwaige "anteilige" Gegenmaßnahmen auf der Basis des tatsächlichen Emissionsbeitrags festgelegt werden.

Das Forschungsprojekt wird von November 2007 bis Dezember 2010 unter der Leitung von Claus-Jürgen Richter durch die iMA Richter & Röckle GbR (Freiburg) in Kooperation mit IUTA e.V. (Duisburg) durchgeführt. Der Fachausschuss Luftreinhaltung und Lärmschutz begleitet die Untersuchungen fachlich.