Berechnung des CO2-Vermeidungspotentials durch Modernisierung des Kohlekraftwerksparks in der EU-27 bis 2020

Projektnummer 307

Das hohe Potential von Wirkungsgradsteigerungen für die Vermeidung von CO2 -Emissionen aus Kohlekraftwerken ist in Fachkreisen unbestritten. Gleichwohl befinden sich die Betreiber solcher Kraftwerke mit dieser Argumentation in der Öffentlichkeit oftmals - zu Unrecht - in der Defensive.

Tatsächlich existiert bislang jedoch auch keine belastbare empirische Grundlage, um anhand konkreter Zahlen und Fakten das europaweite CO2 -Vermeidungspotential durch den Neubau von Anlagen auf dem Stand der heutigen bzw. mittelfristig verfügbaren Technik zu demonstrieren.

Mit dem Kraftwerksinformationssystem KISSY besitzen die VGB-Mitgliedsunternehmen ein Werkzeug zur Analyse ausgewählter Betriebsdaten ihres Kraftwerksparks. Darüber hinaus werden bei VGB seit 2005 Informationen zu den in der EU-27 geplanten Neubauprojekten erfasst und ständig aktualisiert. Damit existiert bereits eine Basis für die empirische Ermittlung der derzeitigen und zukünftigen Effizienz des europäischen Kohlekraftwerksparks.

Im Rahmen dieses Vorhabens sollen die CO2 -Emissionen des existierenden Kraftwerksparks auf der Basis der voraussichtlichen Restnutzungsdauer sowie der technischen Ausführung wie Frischdampfzustand, Aufbau der Vorwärmerstrecke, Aufbau des Kalten Endes, Systeme für die Abgasreinigung, Alter der Anlage, Schaltung des Rauchgasweges usw. ermittelt werden.

Um eine Prognose des gesamten CO2 -Vermeidungspotentials durch Ersatz älterer Anlagen (ohne CCS) in der EU-27 bis 2020 zu ermöglichen, muss ferner ein Berechnungsmodell entwickelt werden, auf dessen Grundlage dann unterschiedliche Szenarienrechnungen durchgeführt werden können.

Das Vorhaben wird von Februar 2008 bis April 2010 von VGB PowerTech e.V. unter der Leitung von Jean-Francois Lehougre durchgeführt. Der Fachausschuss Kraftwerkskonzepte und Thermodynamik begleitet die Arbeiten.