Untersuchungen zur Prüfung des Frost-Tausalz-Widerstandes von Flugaschebeton mit dem modifizierten CDF-Verfahren XF2

Projektnummer 330

Der Einsatz von Flugasche als puzzolanischer Betonzusatzstoff wird in Deutschland seit über 30 Jahren praktiziert und ist in den Regelwerken verankert. Aufgrund intensiver Forschungsaktivitäten ist seit kurzem die Anrechnung von Flugasche auch in Betonen, die einem Frost-Taumittelangriff ausgesetzt sind (Expositionsklassen XF2 und XF4), möglich. Dies eröffnet ein neues Anwendungsgebiet für den Einsatz von Flugasche in Beton.

Voraussetzung für die flächendeckende Anwendung von Flugasche in diesen Gebieten ist die Erfüllung normativer Vorgaben hinsichtlich der Frost- bzw. Frost-Taumittelbeständigkeit. Aufgrund der vielfältigen Frostangriffsmöglichkeiten gibt es unterschiedliche Expositionsklassen je nach Beanspruchung (XF1 bis XF4). Hierbei bilden die Expositionsklassen XF1 und XF2 einen Frostangriff bei mäßiger Wassersättigung ohne und mit Taumitteleinwirkung und die Klassen XF3 und XF4 entsprechend einen Frostangriff bei hoher Wassersättigung ab.

Bezüglich der Anwendung von Betonen in der Expositionsklasse XF2, wie z. B. bei Widerlagern oder Stützen von Brücken, besteht zurzeit allerdings das Problem, dass für diese Expositionsklasse kein Bewertungskriterium definiert ist. Prüfverfahren liegen derzeit nur für die Bewertung von Betonen in extremen Bauteilexpositionen, d. h. mit hoher Wassersättigung ohne und mit Taumitteleinwirkung (XF3 und XF4) vor. Der Nachweis für einen Angriff bei mäßiger Wassersättigung wird mit dem schärferen Prüfverfahren für hohe Wassersättigung geführt. Dies führt aufgrund der puzzolanischen Eigenschaften von Flugasche dazu, dass insbesondere Flugaschebetone mit diesem Prüfverfahren falsch bewertet und somit in diesen Bereichen nicht eingesetzt werden.

Im Rahmen der Untersuchungen werden Flugaschebetone mit verschiedenen Frostprüfverfahren untersucht. Die Bewertung der Betone erfolgt über die Abwitterung, die innere Schädigung und die Wasseraufnahme.

Die Arbeiten werden von Oktober 2009 bis Februar 2010 vom Institut für Bauforschung der RWTH Aachen durchgeführt. Der Technische Ausschuss Kraftwerksnebenprodukte begleitet die Untersuchungen. Das Projekt ist fachlich dem VGB-Schwerpunktforschungsprogramm "Entsorgung von Reststoffen aus Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen" (ERKOM) zugeordnet.