Weiterführende Untersuchungen zum Sulfatwiderstand von Flugaschebeton

Projektnummer 368

Bei Laboruntersuchungen zum Sulfatwiderstand von Beton wurde während der letzen Jahre an einigen Mörtelprüfkörpern eine Thaumasitbildung beobachtet. Betroffen waren Mörtel auf Basis unterschiedlicher Zemente und Zement-Zusatzstoff-Gemische. Es ist bekannt, dass Laborversuche die Praxisbedingungen - vor allem in den Punkten Betonzusammensetzung und -dichtigkeit, Erhärtungsfortschritt bei Beginn der Sulfateinwirkung sowie Bauteildicke - nicht direkt abbilden. Sie stellen wesentlich schärfere Beanspruchungen nach, als tatsächlich im Bauwerk bestehen. Bei Einhaltung der Vorschriften sind in der Praxis bisher in Deutschland keine Schäden aufgetreten.

Die Bewertung des Sulfatwiderstandes eines Zements bzw. einer Zement-Flugasche-Kombination erfolgt bislang auf der Basis von Zeitraffer-Laborprüfungen. Diese Prüfungen sind jedoch hinsichtlich der Bewertung der damit erhaltenen Ergebnisse umstritten, da nach Laborversuchen ungünstige Bindemittel in der Praxis dauerhaft guten Sulfatwiderstand aufweisen. Bei den jetzigen Untersuchungen wird daher der Sulfatwiderstand bei niedriger Umgebungstemperatur (kleiner 10 °C) und vorzugsweise an normgerecht hergestellten Betonprüfkörpern anstelle von Mörtelflachprismen untersucht. Die Prüfkörper werden einem länger andauerndem Sulfatangriff von 3.000 mg Sulfat/l durch Auslagerung in Natriumsulfatlösung bei 8 °C ausgesetzt.

In diesem Projekt werden die Untersuchungen an Proben aus einem Teilprojekt des Sonderforschungsvorhabens des Deutschen Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb S 006) fortgeführt (vgl. VGB 287 und VGB 336). Die Untersuchungen werden am Centrum Baustoffe und Materialprüfung (cbm) der TU München durchgeführt.

Der Technische Ausschuss Kraftwerksnebenprodukte begleitet die Untersuchungen. Das Projekt ist fachlich dem VGB-Schwerpunktforschungsprogramm "Entsorgung von Reststoffen aus Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen" (ERKOM) zugeordnet.