Innovativer ökologischer Ansatz bei der Dammsanierung zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Projektnummer 396

Die Ufer der meisten für Wasserkraftwerke genutzten Gewässer sind mit Wellenbrechern aus Beton gesichert, die keinen ökologischen Lebensraum bieten. Üblicherweise wird bei der Instandsetzung von Dämmen die alte Betonoberfläche durch neue Betonelemente ersetzt, ohne dass die Umweltbedingungen für Flora und Fauna verbessert werden. Wenn Dämme erhöht werden müssen, verbreitert sich der Damm zur Landseite hin mit der Konsequenz zunehmenden Flächenverbrauchs und mit Einfluss auf Auenwälder, die in der Regel Flora-Fauna-Habitat entsprechend der FFH-Direktive der Europäischen Union sind. Hierzu erforderliche Genehmigungsprozesse sind zeitaufwändig, und die Kosten von Dammsanierungen und –erhöhungen sind hoch.

Kern des Projektansatzes ist die Einbringung ökologischer Böschungen auf der Wasserseite, die Anforderungen der Dammstabilität erfüllen, eine Grundlage für Dammerhöhungen bieten und gleichzeitig die ökologische Situation der Ufer verbessern. Diese Methode soll an zwei Wasserkraftwerksstandorten der BEW Bayrische Elektrizitätswerke GmbH, Augsburg, demonstriert werden. Im Staubereich in Offingen wird dies in einer Länge von über 500 m geschehen. In Oberelchingen werden Dämme im Staubereich saniert und zusätzlich in einem Bereich von mehr als 500 m um 70 cm angehoben.

Die Universität Innsbruck wird als unabhängige Gutachterin die ökologische Situation bewerten. BEW ist für die Untersuchung der Funktionssicherheit von Dämmen und Ökoböschungen verantwortlich und wird die wirtschaftliche Effizienz im Vergleich zu traditionellen Methoden der Dammsanierung ermitteln.

Für zukünftige Genehmigungsprozesse von Ökoböschungen sollen Empfehlungen entwickelt werden. Dabei sollen Indikatoren definiert werden, unter welchen Bedingungen vereinfachte Genehmigungsprozesse genutzt werden können und wann der vollständige Planungs- und Genehmigungsprozess durchlaufen werden muss. Die Empfehlungen werden der interessierten Fachöffentlichkeit auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene bekannt gemacht.

Aus diesem Grund wird das Projekt durch die VGB Technical Group Ökologische Aspekte der Wasserkraftanlagen fachlich begleitet, die gleichzeitig eine Schnittstelle zu anderen europäischen Verbänden, wie EURELECTRIC und anderen, bilden wird. Die Verbreitung der Projektergebnisse wird durch Vorstellung in den VGB-Gremien, Präsentationen bei VGB-Veranstaltungen und durch Veröffentlichungen im VGB PowerTech Journal unterstützt.

Das Projekt wird durch das Programm LIFE+ der EU gefördert. 396_Logo_life