„GORE-Versuchsanlage“ im Kraftwerk Schkopau

Projektnummer 411

Im Rahmen der Festlegung von Emissionsbandbreiten im BREF LCP Prozess (2017), wurden die verbindlichen Rauchgas-Emissionswerte für Quecksilber wesentlich gesenkt gegenüber den bestehenden Grenzwerten. Für die Kraftwerksbetreiber besteht daher die Notwendigkeit, geeignete Minderungsverfahren für ihre Anlagen auszutesten, um die jeweils passende Strategie zu finden.

Eine Möglichkeit zur weiteren Quecksilberminderung könnte die GORE-Technologie bieten, bei der gasförmiges Quecksilber mittels Chemisorption an einem Sorbent-Polymer-Katalysator abgeschieden und gespeichert wird. Gleichzeitig findet auch eine katalytische Oxidation von SO2 zu Schwefelsäure statt. Die gebildete Schwefelsäure tritt aus dem Katalysatormaterial aus und wird abgespült. Das Katalysatormaterial kann modulartig in den Kopf des REA-Wäschers eingebracht oder in einem nachgeschalteten Behälter installiert werden und könnte somit als letzte Reinigungsstufe nach dem Wäscher dienen. Das abgeschiedene Quecksilber wird mit den Modulen entsorgt.

Im Rahmen eines VGB-Gemeinschaftsprojekts zusammen mit EnBW, LEAG, RWE und Uniper wird am Standort Schkopau eine Versuchsanlage mit sechs übereinanderliegenden Modulen installiert und getestet.

Die Abscheideleistung der Module hinsichtlich Hg, SO2 und Aerosolen soll bei unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten untersucht werden.