Deutsch-Indisches Energieforum: Runder Tisch zum Thema „Flexible Kohlekraftwerke – eine zukunftsfähige Lösung“

Flexible Kohlekraftwerke stellen einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt des IGEF dar. Diese Flexibilität ist eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Indien – deren Kapazität soll von derzeit 72.000 MW auf 175.000 MW in 2022 steigen.

Am 4. Oktober 2018 trafen sich Vertreter von Ministerien, Behörden, Verbänden und Industrie in Neu-Delhi, um sich über den flexiblen Betrieb von Kohlekraftwerken auszutauschen. Die vom indischen Excellence Enhancement Centre (EEC) organisierte Veranstaltung fand im Rahmen des Deutsch-Indischen Energieforums (Indo-German Energy Forum, IGEF) statt. Auch eine Delegation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) nutzte die Gelegenheit, um sich über die Situation in Indien zu informieren.

Flexible Kohlekraftwerke stellen einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt des IGEF dar. Eine eigens dafür ins Leben gerufene Task Force, deren Leitung der Director Operations bei NTPC (National Thermal Power Corporation), innehat, steuert die Aktivitäten. Diese decken alle Facetten ab, die für den flexiblen Kohlekraftwerksbetrieb notwendig sind. Eine solche Flexibilität ist eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Indien - deren Kapazität soll von derzeit 72.000 MW auf 175.000 MW im Jahr 2022 steigen.

Technische Machbarkeit, Kompetenz und Rahmenbedingungen

Die Aktivitäten der Flexibility Task Force verfolgen drei Ziele: die technische Machbarkeit zu zeigen, Kompetenzen aufzubauen und Empfehlungen zur Gestaltung der Rahmenbedingungen zu geben. Sie beinhalteten auch drei vom EEC koordinierte Studien, die im Rahmen der Veranstaltung feierlich übergeben wurden. Eine davon hat die Kraftwerksschule e.V. erarbeitet und damit eine Konzeption eines Trainingsprogramms für indisches Kraftwerkspersonal vorgelegt. Eine weitere Studie von Ernst & Young India gibt einen Überblick über die derzeitigen Marktbedingungen in Bezug auf den flexiblen Kraftwerksbetrieb. Zudem hatte der VGB eine Flexibility Toolbox erarbeitet - eine Zusammenstellung technischer Maßnahmen, die bereits seit April 2018 online verfügbar ist.

Feierliche Übergabe der Studien rund um den flexiblen Kraftwerksbetrieb.
Quelle: EEC​​​

In einer Podiumsdiskussion stand die Frage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen ein flexibler Kraftwerksbetrieb wirtschaftlich sein kann. Die Diskussionsteilnehmer tauschten sich über die unterschiedlichen Marktmodelle in Indien und in Deutschland aus. Vorschläge für ein System, das Anreize für Flexibilität setzt, sollen Gegenstand zukünftiger Arbeiten im Rahmen des IGEF sein.

Weitere konkrete Schritte bestehen in der Umsetzung der Flexibilisierungsmaßnahmen, die ein Expertenteam von EEC (Excellence Enhancement Centre), Siemens und VGB für das von NTPC betriebene Kraftwerk Dadri erarbeitet hat. Der Maßnahmenplan wird zurzeit von der Flexibility Task Force geprüft. Neben NTPC, GIZ, EEC und VGB sind die Central Electricity Authority (CEA), der Netzbetreiber POSOCO (Power System Operation Corporation Ltd.) und BHEL (Bharat Heavy Electricals Ltd.) Mitglieder dieser Task Force. Diese hat bereits grünes Licht für den Start des Trainingsprogramms gegeben. Deshalb ist noch in diesem Jahr eine einwöchige Intensivschulung für indisches Kraftwerkspersonal in Deutschland geplant.