Flexibler Betrieb indischer Kohlekraftwerke: Workshops in Kolkata und Ahmedabad

Wie notwendig ein flexibler Kraftwerksbetrieb ist und welche Optionen es dabei gibt, darüber tauschten sich Vertreter des VGB und seiner Mitgliedsunternehmen mit indischen Branchenexperten aus. Die Treffen fanden in den Bundesstaaten Westbengalen und Gujarat statt.

Wie notwendig ein flexibler Kraftwerksbetrieb ist und welche Optionen es dabei gibt, darüber tauschten sich Vertreter des VGB und seiner Mitgliedsunternehmen mit indischen Branchenexperten aus. Die Treffen fanden in den Bundesstaaten Westbengalen und Gujarat statt.

Mehr als 160 Teilnehmer haben an den Workshops, die am 4. Februar 2020 in Kolkata und am 6. Februar 2020 in Ahmedabad stattfanden, teilgenommen. Diese Zahl übertraf die Erwartungen des Veranstalters, des Excellence Enhancement Centre (EEC), bei Weitem. Die indische Partnerorganisation des VGB hatte diese Veranstaltungen mit dem Ziel organisiert, die indische Energiebranche für die Notwendigkeit eines flexiblen Kraftwerksbetriebs für Kohlekraftwerke zu sensibilisieren und vielversprechende technische und organisatorische Maßnahmen vorzustellen.

Rentabilität stellt besondere Herausforderung dar

Neben dem VGB präsentierten die Mitgliedsunternehmen RWE, Steag und Siemens ihre Erfahrungen, die sie bei internationalen Projekten rund um die Flexibilisierung thermischer Kraftwerke sammeln konnten. Zudem legten die bundesstaatlichen Energieversorger – West Bengal Power Development Corporation Limited und Gujarat State Electricity Board – dar, dass sie sich bereits aktiv mit dem flexiblen Kraftwerksbetrieb auseinandersetzen und auch schon entsprechende Testläufe in ihren Kraftwerken durchgeführt haben. Vertreter des privaten Stromproduzenten Adani Power Maharastra Ltd wiesen zudem auf die besondere Herausforderung hin, thermische Kraftwerke sowohl flexibel als auch rentabel zu betreiben.

Vertreter der Central Electricity Agency (CEA) machten deutlich, dass sich die staatlichen Institutionen der Herausforderung bewusst seien und an Lösungen und passenden Tarifsystemen arbeiteten. Der Umbau des indischen Energiesystems soll mit großen Schritten vorangehen – einer aktuellen CEA-Studie zufolge sollen im Jahr 2030 über 50 Prozent des Stroms aus den volatilen Energieressourcen Wind und Solar PV gewonnen werden. Dazu sind zum einen flexible Kohlekraftwerke mit Mindestlasten von mindestens 55 Prozent gefragt. Zum anderen müssen weitere Flexibilitäts- und Versorgungsoptionen entwickelt werden. Die Studie sieht dabei besonders großes Potenzial in der Wasserkraft sowie in stationären Batteriesystemen.

Beide Workshops fanden unter dem Dach des Deutsch-Indischen Energieforums (DIEF) mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) statt. Im Rahmen der DIEF-Aktivitäten arbeitet der VGB gemeinsam mit dem EEC an weiteren Projektideen rund um flexible Kohlekraftwerke.