VGB-Team berichtet in Neu-Delhi über Erfahrungen bei der Flexibilisierung von thermischen Kraftwerken

Indien hat sich ehrgeizige Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt: Bis 2022 soll deren installierte Leistung auf 175 GW wachsen. Derzeit ist der indische Energiemix noch sehr stark von fossilen Energieträgern geprägt – ihr Anteil an der aktuell installierten Gesamtleistung von 309 GW beträgt nahezu 70 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist auch in Indien eine intensive Diskussion über Strategien und Konzepte zur effizienten Gestaltung einer Energiewende in Gang gekommen. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass flexible thermische Kraftwerke dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Indien hat sich ehrgeizige Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt: Bis 2022 soll deren installierte Leistung auf 175 GW wachsen. Derzeit ist der indische Energiemix noch sehr stark von fossilen Energieträgern geprägt – ihr Anteil an der aktuell installierten Gesamtleistung von 309 GW beträgt nahezu 70 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist auch in Indien eine intensive Diskussion über Strategien und Konzepte zur effizienten Gestaltung einer Energiewende in Gang gekommen. Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass flexible thermische Kraftwerke dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Daher ist das Interesse an Technologien und Konzepten sowie an Erfahrungen, die man in Deutschland dazu bereits sammeln konnte, sehr groß. Dies zeigte sich auch bei dem vom Excellence Enhancement Center (EEC) organisierten National Seminar „Adaptation of Thermal Power Plants to Fluctuating Renewable Energies – The German Experiences“, das am 16. Dezember 2016 in Neu-Delhi stattfand. Ein vom VGB zusammengestelltes Team mit Vertretern von GE, GKM, RWE, Siemens, der Universität Rostock und dem VGB berichtete über Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Flexibilisierung von Kraftwerken.

VGB-Team berichtet in Neu-Delhi über Erfahrungen bei der Flexibilisierung von thermischen Kraftwerken

Flexibilität braucht Automation, neue Prozesse und gut ausgebildete Mitarbeiter

Die über 160 Teilnehmer erfuhren, dass in den vergangenen Jahren enorme technische Fortschritte bei der Reduzierung der Minimallasten und der Steigerung der Lastgradienten erzielt wurden. Ein hoher Automatisierungsgrad mit intelligenter Messtechnik stellt neben neuen verfahrenstechnischen Konzepten und modernen Armaturen den wichtigsten technischen Enabler bei der Flexibilisierung dar. Ferner machte das VGB-Team deutlich, dass auch der gesamte Kraftwerksbetrieb umgestaltet werden muss. Das schließt neue Strategien für die Wartung und die Instandhaltung – hier spielen risikobasierte Ansätze eine wichtige Rolle – ebenso ein wie ein fundiertes Trainings- und Weiterbildungsprogramm für das Personal.

Die Seminarteilnehmer repräsentierten die gesamte indische Energiebranche – von staatlichen Einrichtungen wie dem Ministry of Power (MoP), der Central Electricity Regulatory Commission (CERC) und der Central Electricity Authority (CEA) über staatliche und bundesstaatliche Unternehmen wie NTPC, POSOCO (Power System Operation Corporation Ltd.) und State Electricity Boards aus Chhattisgarh, Rajasthan, Gujarat, Haryana und West Bengal bis hin zu Siemens, Tata Power und anderen Privatunternehmen. Viele dieser Akteure arbeiten bereits an eigenen Flexibilitätsstrategien, die auch Gegenstand von Vorträgen waren. So stellte z.B. ein Vertreter von POSOCO einen Aktionsplan zur Umsetzung einer dekarbonisierten Energiewirtschaft vor.

„Flexibility Task Force“ des IGEF treibt die Entwicklung voran

Das Seminar, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter dem Dach des Indo-German Energy Forum (IGEF) unterstützt wurde, war bereits die dritte gemeinsame Veranstaltung von EEC und VGB im Jahr 2016. Es ist Bestandteil einer Roadmap, die die „Flexibility Task Force“ im Rahmen des IGEF entwickelt hat. Die Taskforce, in der Vertreter von CEA, EEC, NTPC, POSOCO, IGEF und VGB mitarbeiten, hat sich zum Ziel gesetzt, die Flexibilisierung thermischer Kraftwerke in Indien durch Erfahrungsaustausche, Study-Tours, Weiterbildungsangebote und technische Studien voranzutreiben. Die Untersuchung des Flexibilisierungspotenzials zweier indischer Referenzkraftwerke ist der nächste wichtige Schritt. Die Ergebnisse dienen als Basis, um Handlungsempfehlungen zur Flexibilisierung gleichartiger Anlagen in Indien abzuleiten. Einen ersten Eindruck von einem der Referenzkraftwerke konnte sich das VGB-Team bereits verschaffen. Am Vortag des Seminars besuchte es das Kohlekraftwerk Dadri von NTPC, das über eine Leistung von 4 x 210 MW und 2 x 490 MW verfügt.

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