Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 4/2004

Planung, Bau und Inbetriebsetzung des Kraftwerks Iskenderun

W.A. Benesch, H. Larisch und K. Schnadt

Das Steinkohlekraftwerk Iskenderun in der Türkei mit einer Nettoleistung von 1210 MW wurde in diesem Jahr 2003 durch ISKEN, einer Beteiligungsgesellschaft der STEAG AG und RWE Power AG in Betrieb gesetzt.
Dieses IPP Projekt in der Türkei stellt in jeder Hinsicht eine Herausforderung dar.
Im Rahmen des Beitrags wird über technische Besonderheiten der umweltfreundlichen Kraftwerksanlage sowie über Erfahrungen aus der Errichtungs- und Inbetriebsetzungsphase berichtet.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz - Ein integraler Bestandteil der Kultur und des Erfolges von Unternehmen

M. Martiny

Aktuell stellt sich die Frage, welchen Platz und welchen Stellenwert Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Energiewirtschaft haben und in der Zukunft einnehmen werden. Ausschlaggebend ist, wie diese Themen in die Unternehmenskultur eingebettet sind, und welchen Einfluss sie auf den Unternehmenserfolg ausüben. Vattenfall Europe hat eine Analyse für einen seiner Unternehmensteile getan und hier einen Kostenvorteil ermittelt. Die zukünftige Bedeutung der Sicherheitsfachkräfte und der Arbeitsmediziner wird davon abhängen, wie sie sich kreativ einbringen und welche Erfolge sie für die Mitarbeiter und das Unternehmen erreichen können.

Die aktive Einbindung der Mitarbeiter in das Arbeitsschutzmanagementsystem der RWE Power AG

H. Gröner

Ist ein Arbeitsschutzmanagementsystem in einem Unternehmen implementiert, stellt sich die Frage, ob Führungskräfte und Mitarbeiter die festgeschriebenen Vorgaben auch so umsetzen, wie es geplant und gemeint ist. Um das in der RWE Power eingeführte Arbeitsschutzmanagementsystem so anzustoßen, dass insbesondere der kontinuierliche Verbesserungsprozess in Gang kommt, wurde ein Bündel von Aktionen gestartet. Mit der Summe der Maßnahmen ist es gelungen, den Arbeits- und Gesundheitsschutz ins Bewusstsein der Mitarbeiter zu rücken und Transparenz ins Arbeitsschutzmanagement zu bringen.

Betriebserfahrungen mit dem neuen BoA-Block und Ausblick

T. Tippkötter und G. Scheffknecht

Seit über einem Jahr ist der neue BoA-Braunkohlen-Block im KW Niederaußem in Betrieb. Die Erfahrungen des ersten Betriebsjahres mit dem neuen Block sind trotz einzelner ungeplanter Stillstände positiv. Unerwartet waren drei Schadensereignisse in 2003, durch welche die Anlage insgesamt 12 Wochen außer Betrieb genommen werden musste. Inbetriebnahmeprobleme einzelner, teilweiser erstmals errichteter, Anlagensysteme wurden durch konsequente Optimierung durch den Betreiber in Zusammenarbeit mit den Komponentenlieferanten im ersten Betriebsjahr fast vollständig beseitigt.

Effizienter Betrieb von Heizwerken durch den Einsatz modernster Technik

Ch. Wedler, St. Birle, R. Wurm und R. Nordhausen

Die Stadtwerke München (SWM) versorgen die Stadt München mit Strom und Fernwärme. Auf Grund der Liberalisierung des Energiemarktes und des zunehmenden Kostendruckes entschied sich die SWM für ein Modernisierungskonzept der sechs Heizwerke zur Reserve- und Spitzenlastabdeckung. Diese Heizwerke wurden nach und nach derart umgebaut, dass sie von der Ferne aus bedienbar sind. Durch die Erhöhung des Automatisierungs- und Anlagenwirkungsgrades dieser sechs Heizwerke wurde die Wirtschaftlichkeit der gesamten Münchener Fernwärmeversorgung erheblich gesteigert.

Erfahrungen mit lebensdauerverlängernden Maßnahmen an DENOX-Katalysatoren im HKW Heilbronn

J. Matschke, H. Maier und P. Buck

Im Heizkraftwerk Heilbronn und im Rheinhafen-Dampfkraftwerk in Karlsruhe werden seit 1986 Rauchgasreinigungsanlagen zur Abscheidung von Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxiden (NOx) betrieben. Die Betreiber haben sich in den letzten 15 Jahren Erfahrungen beim Betrieb der DENOX-Anlagen angeeignet, unter anderem mit Wechselstrategien für Katalysatorlagen. Die Betriebskosten einer DENOX-Anlage sind maßgeblich bestimmt durch den Austausch erschöpfter Katalysatoren. Die EnBW hat Mitte der 90iger Jahre Möglichkeiten entwickelt, die Lebensdauer von Katalysatoren deutlich zu erhöhen und somit massiv Betriebskosten einzusparen.

Erste Betriebserfahrungen mit der modernen 70-MW-Gasturbine V 64.3 A

J. Fricke und M. Pauls

Es wird über die Betriebserfahrungen mit der modernen Ringbrennkammer-Gasturbine V 64.3A berichtet. In Hannover und Düsseldorf wird jeweils eine dieser Maschinen im Verbund einer GuD-Anlage seit 1998 bzw. 1999 betrieben.
Beide Maschinen sind trotzt einzelner technischer Probleme mit wirtschaftlichem Erfolg betrieben worden und weisen inzwischen Zeitverfügbarkeiten von deutlich über 90 % auf. Die Startzuverlässigkeit an beiden Maschinen beträgt 100 %.
Der Befund der Maschinen während der ersten großen Revision zeigte einen guten Gesamteindruck, sodass aus Sicht der Kunden der Lieferant über eine Verlängerung des Revisionsintervalls nachdenken sollte.

Entwicklung von Kesseln als Integrierte Einheiten

K. Sørensen, Th. Condra und N. Houbak

Aalborg Industries A/S hat zusammen mit dem Institut für Energietechnik der Universität Aalborg ein Entwicklungsprojekt mit dem übergeordneten Ziel durchgeführt , die Konstruktion und den Betrieb von Dampfkesselkonzepten zu optimieren. Das Projekt umfasste die statische und dynamische Modellierung von Kesselkonzepten. Um den Betrieb zu optimieren, Performance, Emissionen zu verifizieren und über einen längeren Zeitraum Erfahrungen mit dem Kesselkonzept zu sammeln, wurde eine Prototypenanlage in natürlicher Größe gebaut, auf der ein detailliertes Versuchsprogramm abgewickelt wurde.

Die zweite Zwischenüberhitzung für Dampfkraftwerke

A.U. Lipets, S.M. Kuznetsova, D.M. Budnyatskii, V.D. Gaev und V.I. Dlugosel'skii

Im vorliegenden Beitrag wird die Möglichkeit des Einsatzes einer zweiten Zwischenüberhitzung in großen Kraftwerksblöcken beschrieben. Beispielhaft wird die zweite Zwischenüberhitzung anhand eines unter überkritischen Bedingungen arbeitenden Kraftwerksblock mit einer Leistung von 300 MW diskutiert. Ein wesentlicher Aspekt ist die Verringerung der Dampffeuchte nach der Mitteldruckturbine, was die Belastungen für die Niederdruckturbine wesentlich verringert. Als Komponenten für die Wärmetauscher können zum Beispiel für WWER-Kernkraftwerke eingesetzte Serienbauelemente verwendet werden.