Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 11/2004

Qualitätssicherungskonzepte von Kraftwerken mit Importkohlen

P. Struckmann, H. Prenzel, U. Wehmeyer und Th. Schäfer

Der Einsatz von Importkohle in deutschen Kraftwerken ist bereits seit über zehn Jahren gängige Praxis. Das Prozedere der Kohlebeschaffung hat sich dabei bislang kaum verändert. Bei den akquirierten Kohlen sind die aus dem Kraftwerksbetrieb stammenden Qualitätsvorgaben i.d.R. nicht bei allen Parametern voll erfüllt. Daher müssen Mischungen angewandt werden.

Die neue HE-Produktlinie - eine kompakte Dampfturbine für höchste Wirkungsgrade speziell für Gas- und Dampfturbinen(GUD)-Kraftwerke

E.-W. Pfitzinger, M.-A. Schwarz und F. Hiss

Speziell auf den Einsatz in modernen GuD-Kraftwerken in Einwellen-Anordnung hat Siemens die neu entwickelten Komponenten der HE-Dampfturbinen-Produktlinie zugeschnitten und dabei besonderen Wert auf die Erfüllung der wesentlichen Marktanforderungen gelegt: hohe Verfügbarkeit, flexible Fahrweise, geringe Lebensdauerkosten und kurze Herstellungs- und Installationszeiten. Das Grundkonzept der Produktlinie wird vorgestellt und ausgewählte Details und Stärken des neuen Designs werden erläutert.

Hocheffiziente Dampfturbinentechnologie für kohlegefeuerte Kraftwerke in einem ökonomisch und ökologisch getriebenen Markt

A. Tremmel und D. Hartmann

In Europa werden zurzeit vermehrt wieder Hochtemperatur-Kraftwerke projektiert und geplant. Konzeptstudien und Planungen werden durchgeführt mit dem Ziel, ein Optimum zu finden zwischen möglichst hohen Prozesstemperaturen und Wirkungsgraden sowie den Investitionskosten, die über die Realisierbarkeit einer solchen Großinvestition entscheiden. Aspekte im Hinblick auf die Dampfturbinentechnologie, die Werkstoffwahl, die thermodynamischen Verbesserungspotentiale und die Aspekte der CO2-Minderung werden behandelt.

Neues chemisches On-site-Reinigungsverfahren zur Wirkungsgraderhöhung von Dampfturbinen

R. Bröske, Th. Hoppe, H. Ohme, C. Topp und M. Mümken

Ein neuartiges Verfahren für eine effiziente und schonende chemische Turbinenreinigung im sauren Bereich wird vorgestellt. Bei diesem Verfahren werden durch die eingesetzten Reinigungs- und Inhibierungschemikalien Salz- und Eisenoxidbeläge wirkungsvoll und homogen aus Turbinen herausgelöst, ohne dass es zu einem Korrosionsangriff, Verstopfungen oder Unwuchten kommt.

HKW Hamborn - Moderne Feuerung für den Einsatz von Hochofen-, Koksofen- und Erdgas

Ch. Götte, W. Sticher und K. Pflipsen

Zur Verwertung von Hochofengas aus der Roheisenerzeugung der Thyssen-Krupp-Stahl AG (TKS) Duisburg sowie von Koksofengas aus der neuen Kokerei in Duisburg-Schwelgern hat die RWE Power AG am Standort Duisburg-Hamborn in 34-monatiger Bauzeit ein Heizkraftwerk errichtet. Hauptbrennstoffe sind Hochofengas und Koksofengas. Zusätzlich kann Erdgas als Zünd- und Stützfeuer eingesetzt werden. Berichtet wird über das Feuerungskonzept, das Wärmeverschubsystem und die DeNOx-Anlage sowie über erste Betriebserfahrungen.

Elsams Erfahrungen bei der Mitverbrennung von Stroh mit Kohle und Erdgas

C. Ramsgaard-Nielsen

In 1993 hat die dänische Regierung beschlossen, den Kohlenverbrauch in Kraftwerken zu reduzieren und dafür 1,2 Mio. Tonnen Stroh und 0,2 Mio. Tonnen Holz pro Jahr in 2000 einzusetzen. Basierend auf diesem Beschluss hat Elsam in 1995 den kohlengefeuerten Kraftwerksblock Studstrupværket, Block 1 zur Mitverbrennung von Kohle und Stroh sowie für Technologieentwicklungen umgebaut. In 2000 wurde beschlossen, auf dieser Grundlage das kohlengefeuerte Kraftwerk Studstrupværket, Block 4, zur Mitverbrennung von Kohle und Stroh umzubauen.

Vergasung von Biomasse für KWK im mittleren Leistungsbereich - Verfahrensbeschreibung und ökonomische Bewertung

M. Ising

Fraunhofer UMSICHT hat seit 1994 ein Verfahren zur effizienten Strom- und Wärmeerzeugung aus Biobrennstoffen auf der Grundlage einer Wirbelschichtvergasung mit gekoppeltem Motoren-Blockheizkraftwerk entwickelt. Nach erfolgreichem Abschluss der Entwicklungstätigkeit ist nun die weitere Erprobung im Demonstrationsmaßstab geplant. Die betriebswirtschaftlichen Prognosen für die Technik sind aussichtsreich.

Feuerungsumbau KW Bexbach - Erfahrung und Entwicklung

A. Meiser und H. Brüggemann

Der Umbau der Feuerung des im Saarland gelegenen Kraftwerks Bexbach wurde mit dem Ziel durchgeführt, den Wirkungsgrad des Dampferzeugers zu steigern und damit die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Gleichzeitig wurde mit den Einsparungen an Brennstoff ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Ein überraschender Verdampferschaden trat nach zwei Betriebsjahren auf. Auf die verfahrenstechnischen Ziele der Schadensanalyse, die Ursache-Wirkungs-Analyse und die eingesetzte moderne Videotechnik wird eingegangen.

Recladding im Müllheizwerk Burgkirchen

L. Englmaier und Th. Herzog

Auftragsschweißungen auf Membranwänden mit nickelbasislegierten Werkstoffen sind in Müllheizkraftwerken ein Bestandteil von Korrosionsschutzmaßnahmen. Derart beschichtete Rohre unterliegen einem korrosionsbedingten Materialabtrag. Mit fortschreitender Abnahme stellt sich die Frage, ob die Membranwände mit einer abgezehrten Schweißplattierung durch neue mit Werkstattcladding versehene Bretter zu ersetzen sind oder eine weitere Auftragsschweißung (Recladding) durchgeführt werden kann? Im MHKW Burgkirchen wird Letzteres mit Erfolg angewendet.

Untersuchungen zur Chemie des Phasenübergangs in Dampfturbinen (VGB Forschungsprojekt Nr.182)

R. Svoboda, H. Pflug, Th. Warneke und M. Koebel

Konzentrationsvorgänge im Erstkondensat können zu einer korrosiven chemischen Umgebung in Dampfturbinen führen. Zur näheren Untersuchung wurde das Erstkondensat in einem "Early Condensate Sampler" simuliert, welcher durch erzwungene Abkühlung von überhitztem Dampf aus einer geeigneten Turbinenanzapfung nassen Dampf herstellt und damit eine Probenahme und Analyse der Wasserphase ermöglicht. Mit den Projektergebnissen ist es u.a. möglich, hochreine Wasserproben von irgendwo auf der Welt in ein gegebenes Labor zur Analyse zu verschicken und dennoch die Richtigkeit der Messresultate gewährleisten zu können.

Numerische und experimentelle Untersuchung der Nässe in den Frontstufen von Niederdruckdampfturbinen

D. E. Bohn, J. Funcke, J. Ren, N. Sürken, M. Sell und Th. Osterhage

Um eine Steigerung des Anlagenwirkungsgrades von Kraftwerken zu erreichen, gilt es, alle am Prozess beteiligten Baugruppen zu optimieren. In Niederdruckdampfturbinen entstehen unterhalb der Sättigungslinie aufgrund thermodynamischer und kinematischer Relaxationsprozesse erhöhte Verluste. Der