Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 1-2/2010

Die Zukunft der Kohleverstromung - Höchste Wirkungsgrade und Dekarbonisierung

Gerhard Seibel, Matthias Neubronner, Clemens Tauber und Peter Radgen

E.ON nimmt die großen zukünftigen Herausforderungen der Energieversorgung ernst und bezieht mit dem Grundsatzpapier "Energie 2030" klare unternehmerische und energiepolitische Positionen. Zum Klimaschutz setzt das Unternehmen auf einen Umbau des Erzeugungsportfolios und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mehr als 50 % des erzeugten Stroms CO2-frei zu erzeugen. Der Bau hocheffizienter Gas- und Kohlekraftwerke heute sowie die kommerzielle Realisierung der 700-Grad-Technologie und der CCS-Technologie sind dazu wesentliche Schritte.

Potenziale und Akzeptanz der Wasserkraft in Europa

Karl-Heinz Gruber, Hans Rudolf Töni, Andreas Kunsch und Martin Fink

Vor dem Hintergrund der von der EU-Kommission beschlossenen Ziele zum Ausbau und zur Förderung der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 wird der mögliche Beitrag der Wasserkraft dargestellt. Ausgehend von der bestehenden Wasserkrafterzeugung in 30 europäischen Ländern (EU-27 plus Kroatien, Norwegen und Schweiz) werden das zusätzliche nach technisch-ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erschließbare Wasserkraftpotenzial abgeschätzt und daraus die Möglichkeiten eines Beitrages auch unter Akzeptanzgesichtspunkten präsentiert.

Pumpspeicherkraftwerke in der zukünftigen Energieversorgung

Peter Vennemann, Lothar Thiel und Hans-Christoph Funke

Pumpspeicherkraftwerke (PSW) können mehrere Gigawatt Leistung und mehrere zehn Gigawattstunden Kapazität bereitstellen. Kurze Startzeiten und niedrige Startkosten prädestinieren sie für den Regelenergiemarkt. Netznutzungsentgelte für PSW gefährden die Integration weiterer erneuerbarer Einspeisung und erhöhen die Gesamtkosten der Strombereitstellung. Daher wird eine Gesetzesänderung dringend benötigt. Potenzial für weitere PSW in Deutscjland ist vorhanden.

Strategie und Projekte von DONG Energy

Jens Erik Pedersen

DONG Energy hat die Vision, verlässliche, CO2-freie Energie zu liefern. Diese Vision soll mit der aktuellen Strategie erreicht werden, d.h. einer breiten Technologieanwendung damit die CO2-Emissionen im Jahr 2020 bzw. 2040 um 50 % bzw. 85 % niedriger liegen. Dies erfolgt durch die Erweiterung erneuerbarer und CO2-neutraler Energieerzeugung, hauptsächlich durch Offshore-Windkraft, und die Umstellung auf Biomasse bei fossil befeuerten Kraftwerken. Als Zwischenlösung ist Erdgas ebenfalls ein wichtiger Energieträger.

Die Strategie der CEZ-Gruppe in Zentral- und Südosteuropa

Jan Zizka

Mit seinem Kundenstamm und dem investierten Kapital zählt CEZ zu den Top Ten der europäischen Energieversorger, mit einem hohen Marktanteil in der Tschechischen Republik. Die Kraftwerke der CEZ können zu relativ geringen und stabilen Erzeugungskosten produzieren. Zukunftsorientiert ergreift CEZ eine Reihe von Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Alte fossil befeuerte Anlagen werden durch neue ersetzt und die bestehende Nuklearflotte soll um weitere Anlagen erweitert werden. Im Bereich erneuerbarer Energien wird ein neues Portfolio aufgebaut.

Die Wachstumsstrategie von RWE Innogy und die Rolle der Erneuerbaren

Fritz Vahrenholt und Holger Gassner

Innerhalb der RWE Gruppe ist RWE Innogy für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb für Erzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien und für das Wachstum dieses Geschäftsfelds verantwortlich und leistet mit seinem Portfolio einen wesentlichen Beitrag an CO2-freier Erzeugungskapazität und zu einem nachhaltigen Wachstum. Der regionale Hauptfokus liegt in Europa und die wesentlichen Technologien sind Wind (On- und Off-Shore), Biomasse und Wasserkraft. Zudem investiert das Unternehmen in neue Anwendungen wie Biogas, geothermische und solarthermische Kraftwerke.

Status der Endlagerung radioaktiver Abfälle weltweit

Piet Zuidema

Radioaktive Abfälle aus der Kernenergieproduktion und der Verwendung radioaktiver Materialien in Medizin, Industrie und Forschung verlangen einen sorgfältigen Umgang bei ihrer Entsorgung. Viele der dazu notwendigen Aktivitäten basieren auf einer weit entwickelten und gut etablierten Technologie und gehören zur täglichen Routine. Eine Ausnahme sind die Endlager für langlebige hochaktive Abfälle, wo weltweit noch kein Lager in Betrieb ist. Auch hier wurde jedoch in einigen Ländern ein erheblicher Fortschritt erzielt, wo Standorte gewählt und Bewilligungsverfahren eingeleitet wurden. Die Erfahrung zeigt, dass der Fortschritt in den Endlagerprojekten häufig nicht durch die Wissenschaft und Technik bestimmt wird, sondern durch den Entscheidfindungsprozess, in den Politik und Gesellschaft mit einbezogen sind.

Verlängerung der Lebensdauer von Gasturbinen-Heißgasteilen

Peter A. Huber

Die höchsten Kosten im Unterhalt von stationären Gasturbinen fallen an, wenn Heißgasteile ersetzt werden müssen, weil sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Hochentwickelte Reparaturverfahren erlauben heute Lauf- und Leitschaufeln nach deren Aufarbeitung mit geeigneten Methoden weiter einzusetzen, ohne dass die Verfügbarkeit der Gasturbine reduziert wird oder ein Risiko für eine Erhöhung der Anfälligkeit für Betriebsstörungen besteht. Die Entscheidung ob Refurbishment / Instandsetzungs-Arbeiten an Heißgasteilen durch einen OEM oder durch eine unabhängige Firma ausgeführt werden soll, ist von vielen Faktoren abhängig und sollte nicht nur von kurzfristigen, rein monetären, Überlegungen gesteuert sein.

Restlebensdauer und Instandsetzung von Gasturbinenteilen - Methoden, Messtechniken, Datenerfassung und Datenbeurteilung

Sjef Mattheij, Luc Gooren und Marius van der Gun

Moderne Gasturbinen sind mit Bauteilen aus sehr hochwertigen, aber empfindlichen Werkstoffen ausgerüstet. Instandhaltung bedeutete bislang eher eine Reparatur von mechanischen Schäden. Heute steht mehr eine Restlebensdauerbestimmung im Fokus, gefolgt von einer Werkstoffregenerierung und Neubeschichtung. Methoden und Verfahren werden vorgestellt, die für eine zuverlässige Analyse des Komponentenstatus, der Restlebensdauerbestimmung und der Ursachenforschung für Schäden an diesen Bauteilen eingesetzt werden.

Entwicklung einer neuen Temperaturregelung für Durchlaufkessel

Takashi Kuroishi

Für überkritische Durchlaufkessel wurde eine neue Dampftemperaturregelung entwickelt. Dabei stand die Vereinfachung, ähnlich wie bei konventionellen überkritischen Trommelkesseln, im Vordergrund. Die Dampfaustrittstemperatur der Membranrohrwände lässt sich aufgrund der spezifischen Wärmekapazität des Dampfes einfacher regeln. Durch Zweiteilung der Temperaturregelung, eine am Austritt der Membranrohrwände durch den Brennstoff und eine weitere am Überhitzeraustritt durch den "Spray flow", konnte die Kesselregelung erheblich verbessert werden.

Betriebsergebnisse mit dem Tray-Absorber der Babcock-Noell GmbH an der Oxyfuel-Pilotanlage am Standort Schwarze Pumpe und Tray-Nachrüstungen in vorhandenen Anlagen

Reinhard Widzgowski

Das Entschwefelungsverfahren für die Oxyfuel Pilotanlage wurde auf der Basis des langjährig erprobten Rauchgasnasswaschverfahrens auf Kalksteinbasis zur Abscheidung von SOx und anderen Schadstoffen ausgearbeitet. Die bisherigen Betriebsergebnisse zeigen, dass eine SO2-Abscheidung von > 99,5 % erreicht werden konnte. Auch in drei vorhandene Absorbersysteme (Zweikreis-Absorber) wurde der Tray bisher erfolgreich nachgerüstet. Durch diese nachgerüsteten Einbauten wurden die Betriebsfahrweisen und Abscheideleistungen für Schadstoffe nachdrücklich verbessert.

Erfahrungen der europäischen Kraftwerksbetreiber mit der Anwendung der EN14181

David Graham et al. members of the VGB Emissions Monitoring Working Group

Erfahrungen europäischer Kraftwerksbetreiber mit der Anwendung der Norm EN 14181 zeigen, dass hiermit das Vertrauen in die Genauigkeit der Messergebnisse der kontinuierlichen Emissionsmessungen gewachsen ist. Die grundlegende Voraussetzung dieser Norm, dass Standardreferenzmessverfahren keinerlei Ungenauigkeit aufweisen, kann jedoch zu einer schlechten Kalibrierung führen. Ein weiteres Problem stellt die wöchentliche Überprüfung auf Einhaltung des gültigen Kalibrierbereiches dar. Hinsichtlich der Verwendung von Regelkarten bei der laufenden Qualitätssicherung im Betrieb (Driftkontrolle) gibt es eine Reihe von Irritationen.