Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 3/2010

Technologische Weiterentwicklung und heutige Qualität im Kraftwerksneubau - Anspruch und Realität

Manfred Kehr, Gereon Thomas und Ute Hartfil

Für neue Kraftwerke ist der maximal mögliche Wirkungsgrad anzustreben, was höhere Frischdampftemperaturen und -drücke bedingt, die wiederum zu hochwarmfesten Werkstoffen mit besonderer Materialgüte und Verarbeitung führen. Die Veränderungen der Marktbedingungen erfordern aus Gründen des Wettbewerbs und der verfügbaren Produktions- und Fertigungskapazitäten einen weltweiten Lieferantenmarkt zu akzeptieren. Dies ist für alle Beteiligten - Betreiber und Anlagenbauer - eine besondere Herausforderung.

Anforderungen an eine Technische Qualitätssicherung - Vom Neubau bis zum laufenden Betrieb

Martin Giehl, Martin Käß, Ralf  Nothdurft, Michael  Bareiß und Thomas Sabel

In den nächsten Jahrzehnten sind große Kapazitäten des europäischen Kraftwerksparks zu erneuern beziehungsweise neu zu errichten. Veränderte Marktsituationen haben die Rahmenbedingungen bei der Abwicklung von Kraftwerksneubauten und der Modernisierung der Bestandsanlagen stark verändert. Bei bereits laufenden Großprojekten ist ein deutlicher Qualitätsverlust bei Komponenten und Bauausführung zu erkennen. Zur Begegnung der Qualitätsmängel ist die Umsetzung von vorgestellten Maßnahmen zwingend erforderlich, um die Projekte zielführend zum Erfolg zu führen.

Übersicht zu CCS-Technologien und Ergebnisse der Oxyfuel-Pilotanlage Vattenfall

Philippe Paelinck und Hubertus Altmann

Carbon Capture and Storage(CCS)-Technologien bieten vielversprechende Möglichkeiten, um alle Aspekte des energiewirtschaftlichen Zieldreiecks (Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Klimaschutz) auch und gerade unter den erschwerten Bedingungen des voranschreitenden antropogenen Klimawandels zu erreichen. FuE-Aktivitäten von Alstom Power und Vattenfall zu CCS-Technologien greifen ineinander, um in für die Energiewirtschaft ungewöhnlich kurzen Entwicklungszyklen zu hervorragenden Ergebnissen zu gelangen und den Weg für den Einsatz neuer Technologien zu bereiten.

Netzparität bei der Solarstromerzeugung - Schlüsselfaktoren und Zeitrahmen

Gianluca Gigliucci, Giocchino Bellia, Daniele Consoli, Leonardo Merlo und Sauro Pasini

Eine Analyse zur Wettbewerbsfähigkeit der Solarenergie mit mittelfristig verfügbaren Technologien wird vorgestellt. Fotovoltaik und konzentrierende Solarkraftwerke werden analysiert, unter Berücksichtigung zweier Fallstudien, bei gleichem Standort in Priolo Gargallo in Süditalien. Die Levelised Kosten der Energie (LEC) in der gesamten Lebensdauer des Kraftwerks wurde als Bezugsgröße für die Analyse ausgewählt.

Online-Analyse von Holzpellets - Qualitäts-parameter mittels Nah-Infrarot-Sepktroskopie

Lars Petersen Julius, Pia Jorgensen, Dan Anov, Lars Plejdrup Houmoller und Joan Gronkaer Pedersen

Ein Nah-Infrarot-Spektroskopie-System wurde online in einer Holzpelletproduktionsanlage installiert. Das Ziel war es, tatsächliche Zeitspektren in brauchbare chemische Informationen umzusetzen sowie Brennwert und Wasser- und Aschegehalt zu ermitteln. Wassergehalt und Brennwert wurden erfolgreich bestimmt; die Bestimmung des Aschengehalts ist nicht zufriedenstellend erfolgt.

Optimierung von Probeentnahmesystemen für ein schnelleres Anfahren von Kraftwerken für den Lastwechselbetrieb

Anke Söllner, Michael Rziha und Peter Wuhrmann

Aufgrund der fortschreitenden Liberalisierung des Strommarktes werden Gas- und Dampf-Kraftwerke häufig im Lastwechselbetrieb gefahren mit benötigten kurzen Anfahrzeiten. Die Siemens-Turbinenrichtlinie ermöglicht ein früheres Anfahren der Dampfturbine unter bestimmten Bedingungen. Ergebnisse von Tests zeigen, dass etwa 100 Minuten Anfahrzeit eingespart werden können.

Analysen zu Lebensdauer und Alterungsverhalten von Ionenaustauschern in VE- und Kondensatreinigungsanlagen

Dieter Mauer

Bei Ionenaustauschern liegen unterschiedliche Alterungsmechanismen vor. Die verschiedenen Mechanismen und der aktuelle Stand der Ermittlung der verschiedenen Lebensdauern werden vorgestellt. Es liegen teilweise mehrere Alterungsmechanismen vor, die je nach Anwendung, in der der Ionenaustauscher betrieben wird, zu unterschiedlichen Beiträgen bzw. Lebensdauern führen. Es werden Ergebnisse vergleichender Untersuchungen von in Gebrauch befindlichen Harzfüllungen aufgeführt. Die Datenbasis besteht aus ca. 2300 Musteruntersuchungen.

Organische Konservierungschemikalien - Ein Vergleich zu anderen Konservierungsmethoden

Sascha Rodriguez, Horst Schevers, Frank-Udo Leidich und Frank Gabriellli

Neue Kraftwerkskomponenten müssen in der Zeit zwischen Herstellung und Inbetriebnahme vor äußeren Einflüssen geschützt werden. Dies gilt auch für Zulieferteile und Vorprodukte sowie den Transport und die Lagerung bzw. eine eventuell notwendige Zwischenlagerung. Die durchgeführten Maßnahmen dienen der Werterhaltung, Sicherstellung der Funktionstüchtigkeit und zugesicherten Eigenschaften (zum Beispiel Wirkungsgrad) dieser Kraftwerkskomponenten und Teile. Dazu werden unter anderem auch die vorgestellten organischen Konservierungschemikalien verwendet.

Verteilungsgleichgewicht und mittlere Oberflächenbelegung von filmbildenden Aminen

Niels Voges und Wolfgang Hater

Filmbildende Amine werden seit einigen Jahrzehnten erfolgreich zur Kesselspeisewasserbehandlung, insbesondere auf dem Gebiet der Industriekraftwerke, eingesetzt. Die Ergebnisse systematischer Untersuchungen zu den Eigenschaften sollen dazu beitragen, die Wissenslücken über filmbildende Amine zu schließen, sodass diese Technologie in den entsprechenden Richtlinien zur Behandlung von Dampferzeugern aufgenommen werden kann.

Erfahrungen beim Betrieb selektiver Queck-silberfällung in der REA-Abwasseraufbereitung

Johannes Mayer, Joachim Tembrink und Peter Graf

Die Entsorgung von Schlamm aus der Abwasseraufbereitung von Rauchgasentschwefelungsanlagen führt bei Deponierung zu ständig steigenden Kosten. Die kostengünstigere Rückführung des Schlamms in die Feuerung ist dann genehmigungsfähig, wenn eine wirksame Minderung des Gehalts an flüchtigem Quecksilber vorgesehen ist. Ein Verfahren zur selektiven Abtrennung des Quecksilbers aus dem Abwasseraufbereitungsschlamm wurde entwickelt. Die erste großtechnische Anlage zur Quecksilberminderung im RAA-Schlamm mit einem Abwasserdurchsatz von 20 t/h wurde 2006 im Bahnstromkraftwerk Datteln in Betrieb genommen, die zweite Anlage im Kraftwerk Scholven mit einer maximalen Abwassermenge von 230 t/h.

Erweiterte SEM-Anayse zur Bestimmung des Schadenverlaufs unter einem chemischen Aspekt

Frank G. de Vos, Martin P. de Jong und Rob Heijboer

Mit der Technik der Rasterelektronenmikroskopie, oft in Verbindung mit Röntgenspektroskopie, können die Materialbestandteile gezielt an einem Punkt untersucht werden. KEMA entwickelte speziell hierzu das Modul KEMPhase, welches einen tief greifenderen Überblick über die gesamte Fläche gibt und nicht nur die zu untersuchenden Elemente betrachtet. KEMPhase hat die zusätzliche Funktion der Datenspeicherung und kann zur Ursachenanalyse verwendet werden sowie zur Asche- bzw. Schlackenuntersuchung, Kohleanalyse und zur Untersuchung von Ablagerungen in Gasturbinen und von Anbackungen aus Sekundärbrennstoffen.

Zum Einfluss des Menschen auf den Klimawandel - Sind Zweifel erlaubt?

Dietrich Böcker, Bernd J. Breloer, Peter Neumann-Mahlkau und Dietrich Welte

Die These einer kommenden menschenverursachten Klimakatastrophe wird von den Autoren analysiert und Zweifel werden geäußert. Nicht nur, weil Zweifel zur Wissenschaft gehört, sondern besonders auch, weil eine Reihe von Argumenten einer Nachprüfung bzw. Neubewertung bedarf. Es wird gezeigt, dass das politische Ziel der Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2 °C geowissenschaftlich nicht haltbar ist und dass es gewichtige, in der bisherigen Diskussion vernachlässigte Fakten aus der Sicht der Paläoklimawissenschaft gibt.

Ein Mechanismus für den Strommarkt auf Basis von nutzenorientierten Übertragungspreisen

Jean Constantinescu

Mechanismen des Elektrizitätsmarktes und die Tarifierung der Netze können durch Erkennen der Marktchancen optimiert werden. Nach der Market-Opportunity-Fee(MOF)-Methode wird ein Komplement als Verlustausgleich erstellt und zwar in einem Umfang entsprechend der kompletten Netznutzung. Bisher ist die vorgeschlagene Tarifierung kostenbasiert. Die vorgeschlagene Tarifierung steht zudem im Einklang mit den (regulierten) Anforderungen an Erlöse. Der Marktmechanismus würde auf einfache Weise die Zuteilung und Zahlung von Ex-post-Abgaben sicherstellen.