Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 4/2008

Die Rolle der 700-°C-Technik für eine CO2-arme Stromversorgung

Franz Bauer, Helmut Tschaffon und Dariush Hourfar

Vor dem Hintergrund des Klimawandels sind Strategien zur Vermeidung von CO2-Emissionen für die zukünftige Energieversorgung erforderlich, wobei auf fossile Energieträger nach Szenarien von IEA und Europäischer Kommission in den nächsten Jahrzehnten nicht verzichtet werden kann. Die Technologie-Plattform ZEP „Zero Emission fossil-fuelled Power Plants” hat drei Strategien (Post-combustion, Pre-combustion und Oxy-fuel) zur Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung herausgearbeitet, die vorgestellt werden.


Höchster Wirkungsgrad, höchste Flexibilität und Stabilität von Dampfkraftwerksblöcken durch neuartige Regelstrategien

Shang Wei, Xiao Guotao, Liu Xiao, Thierry Bruneau und Klaus-Walter Wendelberger

Mit dem Ziel eines verbesserten technisch-wirtschaftlichen Anlagenverhaltens wurde das kohlebefeuerte Kraftwerk Dingzhou (China) modifiziert. Ziel war das Erreichen eines sanfteren und stabileren Regelverhaltens, einer höheren Flexibilität und eines exakten Antwortverhaltens auf die Anforderungen des Lastverteilers. Die neue Regelstrategie basiert auf dem Siemens-Blockregelmodul, das um zwei neue Teilmodule erweitert wurde.


Verbesserter Anlagenbetrieb durch Erneuerung der Kesselsteuerung – Erfahrungen mit zwei Kesseln mit Rostfeuerung

Katarina Boman, Malin Nilzen, Mikael Nordlander und Monika Bubholz

Im Jahr 2006 wurde das Kontrollsystem für zwei nahezu identische, rostbefeuerte Kessel der Boxholm-Anlage in Südschweden mit Hilfe von Prozesssimulationen erneuert und neu eingestellt. Modifikationen und Ergebnisse des Umbaus werden sowohl im Hinblick auf den verbesserten Betrieb als auch auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage vorgestellt und diskutiert.


Das Kraftwerk Norochcholai in Sri Lanka: Ein Beispiel für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung durch Meerwassereinsatz

Elisabetta Carrea und Hubert Zimmermann

Das Kraftwerksprojekt Norochcholai als ein zentrales Element des Entwicklungsprogramms von Sri Lanka wird vorgestellt. Das Projekt umfasst den Bau eines Kohlekraftwerks mit 3 3 300 MW Leistung. Für wesentliche Prozessschritte kommt Seewasser zum Einsatz. Mit dem Schwerpunkt der Rauchgasreinigung sowie der Wasser- und Abwasserbehandlung werden Gesamtprojekt und technische Details vorgestellt.


Entwicklungsstand und Entwicklungsbedarf stationärer Brennstoffzellen

Markus Blesl, Michael Ohl und Thomas Leipnitz

Die für den künftigen Einsatz bei der stationären Energieerzeugung sowohl in der Hausenergieversorgung als auch in der gewerblich-industriellen Kraft-Wärme-Kopplung prinzipiell in Frage kommenden Brennstoffzellentypen befinden sich noch in der Vor-Markteintrittsphase. Im Rahmen zahlreicher Demonstrationsanlagen, Feldtests und Pilot-Projekte werden diese in verschiedenen Märkten erprobt. Über Erfahrungen mit der neuen Technologie wird berichtet.


Synergien bei der Mitverbrennung von Biomasse und kunststoffreichen Ersatzbrennstoffen

Matti Hiltunen, Petri Vesanto, Frank E. Mark und Martin Frankenhaeuser

Die Verwendung von Biomasse als Brennstoff für die Energieerzeugung hat sich in Europa erheblich gesteigert. Da das Angebot an preiswertem Holzbrennstoff meist regional sehr unterschiedlich ist, wird die Betrachtung von der Verwendung eines Zusatzbrennstoffes auf der Basis eines hohen Anteils an heizwertreichem Kunststoff für den Betreiber sehr attraktiv. Risiken und Möglichkeiten des Einsatzes werden technisch und wirtschaftlich abgeschätzt und bewertet.


Integrierte Wärme- und Stromerzeugung mit Biomassevergasung und SOFC-Mikrogasturbine

Lydia Emilie Fryda, Kyriakos D. Panopoulos und Emanuel Kakaras

Autotherme Biomassevergasung erfordert keine externe Wärmezufuhr, da diese mit Luft als Vergasungsmittel betrieben wird, und produziert einen gasförmigen Brennstoff (Synthesegas), der gereinigt und konditioniert wird und anschließend in eine oxidkeramischen Brennstoffzelle (SOFC) genutzt werden kann. Drei Kraft-Wärme-Kopplungssystme (KWK), die diese Technologien integrieren, werden verglichen.


Getriebefreie Kleindampfturbine – Wirkungsgradsteigerung bei Teillast durch variable Drehzahl

Jens Hampel

Dampfturbinen kleiner Leistung müssen aus thermodynamischen Gründen mit sehr hoher Drehzahl betrieben werden. Zur Senkung der Kosten für Wartung und Investition wurde auf das bisher übliche Getriebe verzichtet, und Generator und Turbine wurden direkt gekoppelt. In einer Versuchsanlage im Heizkraftwerk Dresden-Reick konnte die Funktion des neuen Systems am Beispiel einer 500-kW-Turbine nachgewiesen werden.


Mobile Katalysator-Regeneration in der praktischen Bewährung

Herwig Maier, Gerhard Kirchgraber, Rudolf Wieland, Heinz Michele und Wolfgang Neuhäuser

Für ein mobiles System zur Regeneration von DENOX-Katalysatoren wurde ein Konzept entwickelt, das die gesamte Regenerationstechnik in zwei getrennten Großcontainern bereitstellt. Ende Januar 2007 wurde ein erstes System an das Heizkraftwerk Altbach-Deizisau der EnBW Kraftwerke AG geliefert. Der Probebetrieb konnte erfolgreich durchgeführt werden. Weitere Einsätze schlossen sich dementsprechend an.


Langzeiterfahrungen mit der Deaktivierung und Regeneration von DENOX-Katalysatoren sowie Auswertung mit der Internet-Datenbank LEONID

Jürgen Brandenstein, Hans-Joachim Dieckmann und Heinz Gutberlet

Analytische Methoden zur frühzeitigen Erkennung des vorherrschenden Alterungsmechanismus von DENOX-Katalysatoren werden aufgezeigt. Die chemische Zusammensetzung desaktivierter Katalysatoren liefert dabei Hinweise auf das optimale Regenerationsverfahren. Katalysator-Kenndaten werden in der von E.ON Engineering entwickelten Leonid-Datenbank erfasst und ausgewertet. Ziel ist auch eine langfristige Katalysator-Wechselstrategie.


Charakterisierung, Bewertung und Eigenschaften von Kohlen unter analytischen Aspekten

Herbert Prenzel, Anna Dux und Udo Wehmeyer

Kohle und deren verbrennungstechnische Eigenschaften sind in fossilbefeuerten Kraftwerken immer dann, wenn es um Ursachenermittlung bei Schäden oder Lasteinschränkungen geht, ein wesentlicher Eckpfeiler bei der Bewertung. Notwendige Grundlage sind fundierte Kenntnisse der Kohleeigenschaften. Die differierenden Eigeschaften von Kohlen werden aus deren Entstehungsgeschichte erläutert, und ein umfassender Überblick über die analytischen Möglichkeiten und deren Randbedingungen zur Bewertung wird gegeben.


Online-Feuchtemessung an Vakuumfiltern

Lothar Hilbert und Johannes Mergl

Die Qualitätsparameter des im Kraftwerk Lippendorf erzeugten REA-Gipses werden im betriebseigenen Labor wochentags analysiert. Es war aus betrieblichen Gründen erforderlich, mittels Einsatz von Online-Messtechnik die Bereitstellung der aktuellen Restfeuchte-Werte durchgängig abzusichern. Einsatz und Erfahrungen mit dem dafür eingesetzten Feuchtemesssensor werden vorgestellt und diskutiert.


RWE Power und Siemens realisieren IEC61850 im Kraftwerkseigenbedarf

Jörg Ciuches und Robert Ostertag

Am Standort Neurath errichtet RWE Power die zwei modernsten Braunkohleblöcke der Welt. Die technische Lösung baut dabei auf den guten Erfahrungen mit der BoA-Technologie (Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik) am Standort Niederaußem auf. Eine der technischen Neuerungen am Standort Neurath ist die direkte Integration des elektrischen Eigenbedarfs mittels IEC61850 in die Hauptleittechnik. Mit EC61850 hält erstmalig eine genormte, Ethernet- und TCP/ IP-basierte Lösung Einzug in Energieverteilanlagen.