Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 5/2005

Plädoyer für einen vernünftigen Energiemix
Eröffnungsansprache zur Wintertagung 2005 des Deutschen Atomforums

W. Hohlefelder:

Die Frage, welche Primärenergiequellen künftig für die Stromerzeugung genutzt werden sollen, geht weit über eine rein nationale Betrachtungsweise hinaus. Ein vernünftiger Energiemix kann nur unter Berücksichtigung globaler Aspekte definiert werden. Die Kernenergie wird auch in den nächsten Jahren noch einen wesentlichen Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland haben. Vor dem Hintergrund der erforderlichen Entscheidungen zum zukünftigen Energiemix ist es legitim, die Rolle der Kernenergie bei der Energieversorgung von morgen zu diskutieren.

VGB-Fachausschuss Kernkraftwerksbetrieb:

Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken 2004

Innerhalb des VGB-Fachausschusses „Kernkraftwerksbetrieb" wird seit mehr als 30 Jahren ein reger Austausch von Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken gepflegt. An diesem Erfahrungsaustausch sind 36 Kernkraftwerke aus Deutschland, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz und Spanien beteiligt. Über im Jahre 2004 erzielte Betriebsergebnisse sowie über sicherheitsrelevante Ereignisse, wichtige Reparaturmaßnahmen, besondere Umrüstmaßnahmen und Jahresabgaberaten an radioaktiven Stoffen wird berichtet.

Fortgeschrittene Reaktoren: Überblick zu Forschung und Entwicklung in den USA

Layla Sandell und S. Rohrer

Der Energy Policy Act von 2003 bildet einen wichtigen legislativen Rahmen für Weiterentwicklungen im Bereich der Stromerversorgung. Der effiziente Einsatz von Energie soll gefördert und eine sichere und diversifizierte Versorgung durch Initiativen und Forschungsprogramme unterstützt werden. Das gemeinsam von Regierung und Industrie getragene Nuclear-Power-2010-Programm hat zum Ziel, fortgeschrittene Nukleartechnologien weiterzuentwickeln und ein Genehmigungsverfahren für neue Kernkraftwerke aufzuzeigen. (EN)

Wai Gao Qiao – Europäische Exporttechnologie für den Weltmarkt

G Gasteiger, W. Kessel und B. Epple

In Asien erfolgt ein starker Antrieb bei der Stromproduktion durch die rasante Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft. Das ist auch an den im Jahre 2003 neu bestellten Leistungseinheiten von kohlebefeuerten Kraftwerken mit einer Gesamtkapazität von über 100000 MW zu sehen. In diesem Zusammenhang erfolgte in den letzten Jahren ein Technologietransfer in die Volksrepublik China. Das größte kohlebefeuerte Kraftwerk Chinas, die Anlage Wai Gao Qiao Phase II in Shanghai, hat mittlerweile ihren kommerziellen Betrieb aufgenommen. EN)

Kundennutzen und Kraftwerksentwicklung

W. Drenckhahn und K. Riedle

In den letzten Jahren haben sich der Strommarkt und der Kundennutzen im Kraftwerksbetrieb zum Teil schneller verändert, als die neuen Produkte in den Markt gebracht werden konnten. Flexibilität ist auch bei der Erstellung der Produktspezifikation bzw. der sich daran anknüpfenden Entwicklung gefordert. Die früheren Hauptentwicklungsziele, wie spezifische Investkosten und Wirkungsgrad, bleiben weiterhin bedeutsam. Die Verbesserung des Wirkungsgrades von Kraftwerken ist auch im Hinblick auf die CO2-Minderung eine Maßnahme, die über das heutige Kostenoptimum hinaus die Maßnahme "of least regret" darstellt, um den Anforderungen des Kyoto-Protokolls auf Dauer zu dienen. (EN)

Auswirkungen der dezentralen Erzeugung auf den Systembetrieb

P.-F. Bach

In West-Dänemark hat der Anteil der dezentralen Erzeugung (DE) schnell zugenommen. Aufgrund des steigenden Anteils sind etwa 50 % der Erzeugungskapazität auf die örtlichen Netze verlagert worden. Die Vorhersage und die Steuerung der gesamten Elektrizitätserzeugung sind daher schwieriger geworden. Für die Lösung der entstandenen Probleme müssen verschiedenste Maßnahmen getroffen werden. EN)

Erfahrungen mit einer kontinuierlichen Messung der Edelgasfreisetzungsrate in Siedewasserreaktoren

Helena Loner, B. Schnurr und H. Neder:

Das Auftreten von Brennelementschäden und die weitere Entwicklung des Schadensverlaufs werden über die Messung der Edelgasfreisetzungsrate bestimmt. Die Betriebserfahrung zeigt, dass die kontinuierliche Messung bei erhöhtem Uranuntergrund oder bei Lastfolgebetrieb eindeutigere Hinweise auf einen beginnenden Brennelementdefekt gibt und somit früher entsprechende Maßnahmen getroffen werden können. Außerdem liefert die Online-Messung auch schneller Resultate, was z. B. bei einem Fluxtilt-Test wichtig ist. (EN)

Dampferzeuger-Abschlämm-Reinigungs-Anlage (DARA)

H. Venz, I. Reimer, F. Gärtner und G. Ziffermayer

In der Dampferzeuger-Abschlämm-Reinigungs-Anlage (DARA) trat nach Harzwechsel jeweils rasch eine kontinuierliche Abnahme des Rückhaltevermögens des Anionenaustauschers für Kieselsäure ein. Ursache ist eine durch organische Substanzen verursachte Blockierung des Anionenharzes. Als Quelle dieser Substanzen wurde das aktivierte Hydrazin ermittelt. Bei den durchgeführten Untersuchungen konnte weiterhin festgestellt werden, dass die Abschlämmung bisher als Senke zur Verminderung der Ablagerung der in die Dampferzeuger eingetragenen Korrosionsprodukte unterschätzt wurde.

Untersuchungen zur Alkalireinigung bei der Zirkulierenden Druckaufgeladenen Wirbelschichtfeuerung der 2. Generation zur Minimierung des Risikos für Heißgaskorrosion

M. Müller, K.-J. Wolf, Christiane Fricke, K. Hilpert und L. Singheiser

Eine Voraussetzung für die Realisierung der Zirkulierenden Druckaufgeladenen Wirbelschichtfeuerung der 2. Generation ist die Absenkung des Alkaligehaltes im Rauchgas auf Turbinenverträglichkeit. Thermodynamische Rechnungen und experimentelle Untersuchungen zeigen, dass Alumosilicate das größte Potential haben, diese Anforderung zu erfüllen. Mit den alumosilicatischen Sorbentia besteht nur für schwefelreiche Kohlen in einem sehr kleinen Temperaturfenster ein theoretisches Restrisiko für sulfatinduzierte Hochtemperaturkorrosion.

Zusammenspiel von Wassergehalt, Durchschlagsspannung und Temperatur im Öl und in der festen Isolierung

Ivanka Höhlein

Zwischen Wassergehalt in Öl und in der festen Isolierung, Durchschlagsspannung in Öl und Temperatur bestehen komplexe physikalische Zusammenhänge. Um eine zuverlässige Bewertung des Ölzustands sowie des Zustands der festen Isolierung in Transformatoren zu gewährleisten, müssen die Wechselwirkungen dieser Parameter bekannt sein. Die ausschlaggebende Rolle der Gleichgewichtszustände sowie der Temperatur bei der Bewertung der Durchschlagspannung in Öl und Feuchte in der festen Isolierung werden erläutert.

Ursachen und Risikoeinschätzung für die Hochtemperatur-Chlorkorrosion

M. Born:

Die Schädigung von Heizflächen in Dampferzeugern durch Hochtemperatur-Chlorkorrosion sind bei der Verbrennung von Abfällen und Biomassen seit langem bekannt. Der Einsatz von Ersatzbrennstoffen in Kohlefeuerungen verursacht ähnliche Reaktionsbedingungen, wie sie in Abfallfeuerungen bekannt sind. Thermodynamische Rechnungen können Kennwerte liefern, die eine Bewertung des hier vorliegenden Korrosionspotentials ermöglichen. Die Anlagenkonzeption und der Anlagenbetrieb haben eine wesentliche Bedeutung für die Korrosionsraten. Erfahrungen über problematische Betriebsbedingungen werden gegeben. (EN)

Elektrodeionisation (EDI) bei der Zusatzwasseraufbereitung in Kraftwerksanwendungen

R. Nagel

Die Aufbereitung von Zusatzwasser für Kraftwerksanwendungen erfolgte konventionell mit Ionenaustauschersystemen, die mit Chemikalien regeneriert werden. In den letzten 10 Jahren wurden in Kraftwerksbetrieben zunehmend Umkehrosmosesysteme eingeführt. Solche Systeme reduzierten den Chemikalienaufwand drastisch. Die EDI (Elektrodeionisierung) mit Dickschichtzellen und geschichteten Ionenaustauscherharzen hat sich seit der Markteinführung der neuen Module im Jahre 1997 bewährt und einen festen Platz in den Aufbereitungskonzepten bei der Zusatzwasseraufbereitung für die Kraftwerksindustrie eingenommen.