Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 5/2008

Die Zukunft der Kernenergie: Eröffnungs-ansprache der Wintertagung 2008

Walter Hohlefelder

Global und europäisch ist festzustellen, dass sich die Kernenergie im Aufwind befindet. Hingegen ist die Kernenergie in Deutschland nach wie vor blockiert. Angesichts der drängenden Fragen zum Klimaschutz, zur Energieversorgungssicherheit und zu den Energierohstoffpreisen kann für die Kernenergie optimistisch in die Zukunft geblickt werden. Es wird auch in Deutschland eine Neubewertung der Kernenergie geben, weil man um die Realitäten nicht herumkommt. Wer Klimaschutz wirklich will, kann die Kernenergie als Lösungsoption nicht ausschließen.


Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken 2007

VGB-Fachausschuss Kernkraftwerksbetrieb

Innerhalb des VGB-Fachausschusses „Kernkraftwerksbetrieb“ wird seit mehr als 30 Jahren ein reger Austausch von Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken gepflegt. An diesem Erfahrungsaustausch sind Kernkraftwerksbetreiber aus mehreren europäischen Ländern beteiligt. Über im Jahr 2007 erzielte Betriebsergebnisse sowie über sicherheitsrelevante Ereignisse, wichtige Reparaturmaßnahmen, besondere Umrüstmaßnahmen und Jahresabgaben an radioaktiven Stoffen wird berichtet.


Jährliche Abfahrchemie statt Dekontamination

Hartmut Venz und Irene Mailand

Die Dosisbelastung des Personals von Kernkraftwerken wird zu 80 bis 90 % durch die Arbeiten während der Jahresrevision bestimmt. Will man die Dosisbelastung senken, müssen die Dosisleistungen an den Komponenten und Systemen von Kernkraftwerken und damit Kontaminationen verringert werden. Mit einer bei der Außerbetriebnahme zum Brennstoffwechsel durchgeführten chemischen Reinigung oder „Abfahrchemie“ können als Alternative zur Dekontamination dazu wichtige Beiträge erzielt werden.


Alpha-Strahler in Kernkraftwerken

Peter Zeh, Marcel Schienbein, Alois Bleier, Wolfgang Schwarz und Mathias Rosskamp

Das Verhalten von Alpha-Strahlern in Kernkraftwerken ist Gegenstand der vorliegenden Untersuchungen. Die Quelle ist freier Brennstoff, welcher sich an den Brennstaboberflächen ablagert und zum Aufbau von Transuranen führt. Brennstoff-Freisetzung sowie eine Quantifizierung werden für SWR- und DWR-Anlagen dargestellt. Für die Quantifizierung eignen sich bei SWR- und DWR-Anlagen unterschiedliche, messbare Nuklide. Die Ergebnisse eignen sich auch für langfristige Vorhersagen zum Aktivitätsuntergrund bei defektfreien Folgezyklen nach einer Brennstoff-Freisetzung.


Bewertung linearelastischer Finite-Elemente-Analysen bei mechanischer und thermomechanischer Beanspruchung

Jürgen Rudolph und Steffen Bergholz

Die linearelastische Festigkeitsanalyse bildet einen Schwerpunkt praktischer Finite-Elemente-(FE-)Anwendungen. In engem Zusammenhang steht die Aufgabe, Spannungen zu kategorisieren und lastfallgerecht zu bewerten. Dieser Beitrag soll Sicherheit bei der Bewertung linearelastischer Festigkeitsanalysen vermitteln. Die konkreten Beispiele orientieren sich an Komponenten der Kraftwerkstechnik bei mechanischer und thermomechanischer Beanspruchung.


Hoch effiziente GuD-Anlage Lingen: Integration der neuesten GT26-Technologie

Johannes Lambertz, Manfred Kehr und Andreas Lusch

Der politische Rahmen für Neuinvestitionen im Stromerzeugungsmarkt ist auch nach dem dritten Energiegipfel und nach Verabschiedung des NAP II unsicher. Wesentliche Fragen bezüglich des CO2-Regimes, des Ausbaus der regenerativen Erzeugung und der steigenden Importabhängigkeit von Pri-märenergie sind unklar. Die GuD-Anlage in Lingen trägt trotz dieser Unsicherheiten zum Erhalt eines ausgewogenen Primärenergiemix der RWE Power bei. Sie ergänzt das Portfolio und ist ein Baustein des aktuellen Kraftwerkserneuerungs- und Moder-nisierungsprogramms der RWE Power.


Status und Perspektiven der regenerativen Energien in Südost-Europa

Joze Zagozen, Damjana Raner und Djordje Zebeljan

Slowenien verfügt über einen kleinen, aber sehr gut vernetzten Strommarkt. Die Marktentwicklungen in Südosteuropa werden auch in Zukunft den slowenischen Strommarkt und dementsprechend die Strompreise stark beeinflussen. Mittelfristig wird ein Ungleichgewicht auf dem regionalen Markt erwartet. Dieser Trend kann nur durch den Bau einer größeren Anzahl neuer Kraftwerksblöcke gestoppt werden.


Energetische Bewertung geothermischer Stromerzeugung

Alfons Kather, Kathrin Rohloff und Andreas Filleböck

Möglichkeiten der Prozessoptimierung und des Prozessvergleichs bei der Niedertemperaturstrom-erzeugung aus Geothermie unter Einbeziehung des Eigenbedarfes der gesamten Anlage werden vorgestellt und analysiert. Dazu werden die zur Verfügung stehenden Prozesse in einer neuen, allgemeingültigen Struktur dargestellt. Wirkungs- und Nutzungsgrade werden teilweise neu definiert, um eindeutig zwischen Verlusten von Kreisprozess und Gesamtanlage zu differenzieren. Diese werden auf Schaltungen für reine Stromerzeugung, parallel und in Reihe geschaltete Strom- und Wärmeerzeugung sowie KWK angewendet.


Schadensanalysen unter Einbeziehung moderner Simulationsmethoden

Axel Schulz und Lars Sitzki

Moderne Simulationsmethoden ermöglichen im Gegensatz zur traditionellen Vorgehensweise eine Überprüfung der Richtigkeit der Schadenshypo-these. Im Rahmen der Simulation wird das Bauteil Belastungen ausgesetzt, von denen man aufgrund ausgewerteter Daten annimmt, dass es den Schaden verursacht hat. Methodisch stellt dieses Vorgehen eine Umkehrung in der Richtung der kausalen Schlusskette dar. Der iterative Charakter des Verfahrens ermöglicht ein quasi-kausales Vorgehen in dessen Verlauf die Schadenshypothese solange verbessert wird, bis die ermittelten Reaktionen das Schadensbild plausibel erklären.


Erdgassubstitut aus biogenen Festbrennstoffen – Eine technische Analyse

Stefan Rönsch, Moritz Dreher, Alexander Vogel und Martin Kaltschmitt

Biokraftstoffe können aus biogenen Festbrennstoffen außer in flüssiger Form (z. B. Fischer-Tropsch-Diesel, Methanol) auch gasförmig, beispielsweise in Form von Biomethan (Synthetic Natural Gas, Bio-SNG), bereitgestellt werden. Die mit letzterer Option verbundenen Möglichkeiten und Grenzen werden aus technischer Sicht analysiert. Die Konversion von fester Biomasse zu Bio-SNG stellt sich aus technischer Sicht als eine vielversprechende Option dar.


Einsatz vom Biocompounds zur Reinigung stickstoffhaltiger Regenerate aus Kondensatreinigungsanlagen

Regina Walter, Kai Büsching, Christian Böttger, Nadine Oswald und Clemens Ochmann

Mit Hilfe des Biocompound-Verfahrens ist die biologische Reinigung von Regeneraten aus Kondensatreinigungsanlagen (KRA) auf Direkteinleiterqualität möglich. Dabei können die Nitrifikation und die Denitrifikation zeitlich und räumlich simultan in einem vollständig belüfteten Wirbelbettreaktor realisiert werden. Die dabei eingesetzten Biofilmträger bestehen aus zwei unterschiedlich schnell biologisch abbaubaren Polymeren, den sogenannten Biocompounds.