Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 5/2009

DAtF-Wintertagung 2009: Eröffnungsansprache Energieverantwortung für Deutschland

Walter Hohlefelder

Energieverantwortung geht alle an – Politik, Versorger und Verbraucher – und fordert eine ideologiefreie Analyse, realistische Planung und mutiges Engagement – und dabei stehen wir vor enormen Herausforderungen. Die Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke gehört deshalb auch aktuell flankierend zu einem nachhaltigen Konjunkturprogramm, zumal sie auch den Steuerzahler nichts kostet.
Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken 2008
Innerhalb des VGB-Fachausschusses „Kernkraftwerksbetrieb" wird seit mehr als 30 Jahren ein intensiver Austausch von Betriebserfahrungen mit Kernkraftwerken gepflegt. An diesem Erfahrungsaustausch sind Kernkraftwerksbetreiber aus mehreren europäischen Ländern beteiligt. Über im Jahr 2008 erzielte Betriebsergebnisse sowie über sicherheitsrelevante Ereignisse, wichtige Reparaturmaßnahmen und besondere Umrüstmaßnahmen wird berichtet.

Übergreifendes Wissensmanagement für Kernkraftwerke – eine VGB-Kernkompetenz

Hartmut Pamme

Einem effizienten „Wissensmanagement“ als Prozess der Aufbereitung von Informationen zu Erkenntnis bzw. Wissen kommt insbesondere in der Kernkraftwerkstechnik eine hohe Bedeutung zu. Zur Hebung von Synergien nutzen die Betreiber seit vielen Jahren die VGB als gemeinsam getragene Plattform. Bausteine eines modernen Wissensmanagements und ihre Ausprägungen bei der VGB werden aufgezeigt und Felder für weitere Entwicklungen, wie z. B. intelligent strukturierte Internet-Auftritte, diskutiert.

Design und Betriebsbedingungen beeinflussen die Chemiefahrweise in den Kernkraftwerken der EDF

Jean-Luc Bretelle, Agnés Stutzmann und Francis Nordmann

Die EDF hat seit Beginn des französischen Nuklearprogramms im Jahre 1977 vier unterschiedliche Typen von Druckwasserreaktoren in Betrieb genommen. Ein Kernkraftwerksblock vom Typ EPR ist zusätzlich derzeit in Bau. Vor- und Nachteile möglicher Chemiefahrweisen der Primär-, Sekundärsowie Kühlwasserkreisläufe französischer Kernkraftwerke in Abhängigkeit vom Anlagentyp werden einschließlich der entsprechenden Betriebsbedingungen beschrieben. Aspekte des Werkstoffverhaltens, der Betriebsoptimierung und übergeordneter Ziele, wie Sicherheit, Zuverlässigkeit und Strahlenschutz, werden diskutiert.

Entwicklung eines Korrosionsprodukt-Managements für den Sekundärkreislauf des Kernkraftwerks Beznau

Hartmut Venz und Irene Mailand

Im Kernkraftwerk Beznau wurde nach dem Dampferzeugeraustausch, dem begleitenden Komponentenaustausch und der Optimierung der Wasserchemie ein Korrosionsproduktmanagement entwickelt, das sich als ein geeignetes Tool erwiesen hat, den Zustand und mögliche Korrosionsrisiken der Dampferzeuger und aller anderen wichtigen Komponenten des Sekundärkreislaufes zu bewerten. Ausgehend vom Hauptziel, nie eine chemische Reinigung durchführen zu müssen, können auch andere wichtige Ziele mit verfolgt werden.

Abblasen von WWER-440-Dampferzeugern im Kernkraftwerk Paks

Janos Ösz

Basierend auf der Simulation der Zwei-Phasen-Strömung werden im vorliegenden Beitrag die Ablagerungsorte der nichtflüchtigen, löslichen Stoffe und die der dispergierenden Korrosionsprodukte im Dampferzeuger eines WWER-440-Kernkraftwerks aufgezeigt. Ihre Entfernung resultiert aus einem effektiven Abblasen während des Dampferzeugerbetriebs. Vergleiche mit der Praxis bei Dampferzeugern neuerer Bauart werden dargestellt.

Areva Fatigue Concept (AFC) – ein geschlossenes Konzept zur Verfolgung und Optimierung der auf Ermüdung basierenden Schädigungseffekte von thermisch und mechanisch beanspruchten Kraftwerksbauteilen

Jürgen Rudolph und Steffen Bergholz

Die Vermeidung von Ermüdungsschäden an Komponenten der nuklearen Kraftwerkstechnik ist ein wichtiges Thema in Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Anlagensicherheit sowie auf die Erhöhung der Verfügbarkeit. Die  Ermüdungsüberwachung ist integrierter Bestandteil des Alterungs- und Lebensdauermanagements. Die Verbesserung der Nachweismethoden ist ein Hauptanliegen der Areva-FuE-Aktivitäten. Ein Hauptziel ist die realitätsnahe Verfolgung des aktuellen Erschöpfungsgrades der Bauteile. Der Ansatz trägt gleichzeitig zur Kostenoptimierung und Prüfzyklenminimierung bei.

Dynamische Optimierung zur Verbesserung der Kraftwerksleistung bei Lastwechseln

Jeffery Williams

Moderne Technologien können in ein existierendes Leitsystem eingebunden werden, um somit den sich schnell ändernden Marktanforderungen zu genügen, die Effizienz zu verbessern und die Wirtschaftlichkeit zu steigern. So müssen z. B. Kohlekraftwerke heute im Verbund mit der Windkraft schnell auf wechselnde Wetterbedingungen und damit Lastwechsel reagieren. Um solchen Anforderungen zu genügen, werden neue Softwaremodule für Leitsysteme entwickelt, die das Ansprechverhalten der Regelung von Kessel und Turbine verbessern.

Einfluss der Z-Phase auf die langfristige Kriechstabilität von 9- bis 12-%-Cr-Stählen

Hilmar K. Danielsen und John Hald

Die langfristige Kriechstabilität der nächsten Generation martensitischer 9- bis 12-%-Cr kriechfester Stähle basiert auf dem bekannten Grade 91. Die Untersuchung der Z-Phasen-Abscheidung hat zur Entwicklung eines 12-%-Cr-martensitischen Versuchsstahls geführt. Derartige Stähle erlauben die Kombination hoher Festigkeit und gleichzeitig guter Oxidationsbeständigkeit einer Legierung. Damit wird der Weg frei für die weitere Entwicklung warmfester martensitischer Stähle.

Mikrobiell beeinflusste Korrosion in Kühlwassersystemen – Entwicklung eines neuen Schutzkonzeptes für brackwasserbeaufschlagte Systemkomponenten

Simone Bartels, Erika Nowak und Tobias Richter

Korrosive Schäden in Kühlwassersystemen norddeutscher Kernkraftwerke wurden festgestellt, die auf mikrobiell beeinflusste Korrosion zurückgeführt wurden. In einem Untersuchungsprogramm sind, basierend auf mikrobiologischen Voruntersuchungen, hochlegierte Werkstoffe unterschiedlicher Wirksummen, verschiedener Bearbeitungszustände der Oberflächen und verschiedener Beschichtungen auf ihr Korrosionsverhalten im Brackwasser bewertet worden. Die Ergebnisse fließen in die Erarbeitung eines Schutzkonzeptes für brackwasserberührte Komponenten ein.

Systematischer Ansatz zur Korrelation von Kondensator- mit Wärmeleistung und CO2-Emissionen

Peter de Graaf, Martyn Gilbert und Andrew Hurst

Im GuD-Kraftwerk Rocksavage von InterGen wurde ein systematischer Ansatz eingeführt, der das Kühlsystem verbessern soll, um die Gesamtleistung des Kühlturms und des Kondensators unter variablen Bedingungen zu steigern. Der Ansatz umfasst eine mechanische, operative und chemische Systemoptimierung, die zu messbaren Leistungsverbesserungen führte. Aufgrund der Systemverbesserungen konnte der Kondensatorwirkungsgrad erheblich gesteigert und damit die Effizienz des Kraftwerks erhöht werden.

Wasserentsalzung mit Membranverfahren – Das überarbeitete VGB-Merkblatt M 404

Gerd Pohsner, Joachim Fahlke, Jörg Klauer, Michael Lormies und Jochen Staiger

Das VGB-Merkblatt M 404 „Wasserentsalzung mit Membranverfahren“ wurde über den Arbeitskreis „Chemie der Wasserbehandlung“ aktualisiert. Zentrale Themen, wie die Beschreibung von Membran- und Modultypen sowie verfahrenstechnische Details, sind auf den Stand der Technik gebracht und ein neues Kapitel über Elektrodeionisation (EDI) ist eingefügt worden. Eine „Auslegungsmatrix“ zur optimalen Auslegung der Aufbereitungsschritte in Abhängigkeit von der für die jeweilige Stufe vorliegenden Wasserqualität wurde entwickelt und ein zusätzliches Kapitel über Automatisierung eingefügt.