Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 6/2008

Stand der Abtrennung von CO2 aus fossil befeuerten Kraftwerken

Reinhardt Hassa

CO2-Reduzierung bei fossil befeuerten Kraftwerken bedeutet Effizienzsteigerung von Teilanlagen, Verbesserung des Wirkungsgrades der Kraftwerksblöcke und auch die Abtrennung von CO2 aus dem Verbrennungsprozess. Diese Aktivitäten haben eine neue Qualität durch den Beschluss des Europäischen Rates vom März 2007 bekommen, den CO2-Ausstoß der EU bis 2020 um 20 % und bis 2050 um insgesamt 60 bis 80 % zu reduzieren. Unter dem Aspekt, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sind diese Ziele auch und gerade mit fossilen Energieträgern und fortschrittlichen Zukunftstechnologien zu erreichen.

Berücksichtigung der Belange der Instandhaltung beim Neubau von Kraftwerksanlagen

Gereon Thomas

Der VGB-Fachausschuss „Instandhaltungsmanagement“ hat ein Merkblatt mit dem Titel „Berücksichtigung der Belange der Instandhaltung beim Neubau von Kraftwerksanlagen“ herausgegeben, das dem Planer und Bauherrn beim Neubau von Kraftwerken als Checkliste dienen soll, auf welche Punkte aus Sicht einer späteren effektiven Wartung und Instandhaltung zu achten ist. Das aktuelle Kraftwerkserneuerungsprogramm der RWE Power AG wird auch unter Berücksichtigung des VGB-Merkblattes mit wesentlichen Aspekten vorgestellt.

Erfahrungen mit Korrosionsprozessen an den Dampferzeugern des KW Lippendorf – Strategie zur Beseitigung der bestehenden Schädigung und Maßnahmen zur Zurückdrängung des erkannten Schadmechanismus

Joachim Kahlert, Frank Wutzler und Peter Lange

Im Kraftwerk Lippendorf wurde im Jahre 2004 eine korrosionsbedingte Schädigung der Verdampferheizflächen einschließlich Rohrschäden festgestellt. Schadursache war sulfidbedingte Hochtemperaturkorrosion. Nach Untersuchungen und Umbauten wurde eine Fahrweise gefunden, welche die Korrosionsprozesse zurückgedrängt hat.

Erfahrungen mit Schutz- und Instandhaltungsmaßnahmen an Stahlbeton-Konstruktionen

Dieter Lehnen, Titus Klöker, Joachim Meyer und Peter Holdt

Schutz- und Instandsetzungsmaßnahmen an Stahlbeton-Konstruktionen erfolgen oft erst nach Schäden, die Auswirkungen auf den Kraftwerksbetrieb haben. Diese Störereignisse sind bei vorausschauender bautechnischer Wartung und Instandhaltung oft vermeidbar. Die konsequente Anwendung eines Lebensdauermanagements auf Kraftwerks-Bauwerke wird vorgeschlagen und ein praxisgerechter Weg der Umsetzung skizziert.

Fremdfirmeneinsatz in Theorie und Praxis in der Instandhaltung

Ulrich Wolff und Frank Rodemerk

In der Instandhaltung in Kraftwerken werden im liberalisierten Markt zunehmend Kostensenkungspotenziale durch Fremdinstandhaltungsstrategien ausgenutzt. Dazu hat eine Arbeitsgruppe des VGB-Fachausschusses „Instandhaltungsmanagement“ das Merkblatt „Empfehlungen für die Fremdvergabe von Instandhaltungsleistungen“ erarbeitet. Diese Empfehlungen enthalten Anregungen aus rechtlicher und sachdienlicher Sicht für die Beauftragung von Fremdfirmen und beleuchten das Fremdfirmenmanagement in der Instandhaltung.

MetalSCAN – Alternative Zustandsüberwachung von Getrieben

Stefan Leske

MetalSCAN ist eine präzise und kostengünstige Online-Zustandsüberwachung für alle ölumlaufgeschmierten Getriebe. MetalSCAN informiert jederzeit über den aktuellen Zustand des Getriebes. Das System scannt induktiv und ohne Fehlalarme die schon bei kleinsten Schädigungen entstehenden metallischen Rückstände im Schmieröl. Ein drohender Totalschaden kann Monate vor seinem Eintritt ohne Expertenunterstützung sicher erkannt werden.

Wartungskonzepte für Getriebe

Carsten Sikora

Das Hauptgetriebe ist eine Kernkomponente einer Windenergieanlage und trägt somit wesentlich zur Verfügbarkeit der WEA bei. Nicht zuletzt durch die Erfahrungen der Vergangenheit sollte das Getriebe einer regelmäßigen Wartung und Kontrolle unterzogen werden. Im Folgenden soll eine Empfehlung zu den halbjährlichen Wartungs- und Inspektionsarbeiten gegeben werden.

Optimierung hochbelasteter Rohrplatten von Rohrbündelwärmeübertragern in Blockheizkraftwerken – Strukturmechanische Analyse unter typischen thermischen Lasten

Marc Nadler und Willi Nieratschker

Die Lebensdauer von Rohrbündelwärmeübertragern, welche zur Abkühlung von heißen Gasen verwendet werden, wird maßgeblich von der Rohrplatte auf der Seite des Gaseintritts bestimmt. Eine numerische Analyse liefert die lokalen Betriebstemperaturen der Bauteile in Abhängigkeit der wichtigen Designparameter in verschiedenen Betriebszuständen. Darauf aufbauende strukturmechanische Analysen zeigen Optima für die Rohrplattendicke auf.

Austausch zeitstandsgeschädigter Rohrleitungen der Heißen Zwischenüberhitzung (HZÜ) im Kraftwerk Weisweiler am 600-MW-Block H

Andreas Alfred Müller, Gereon Lüdenbach und Rüdiger Kuhles

Die Vorplanung mit Variantenvergleich und die Umsetzung des Projektes im Kraftwerk Weisweiler, Block H, zeigte, dass der Einsatz von längsnahtgeschweißtem Rohr in X10CrMoVNb9-1 unter bestimmten Voraussetzungen eine technisch-wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Einsatz von nahtlosem Rohr ist. Die erfolgreich abgeschlossene Realisierung hat dabei die Richtigkeit der Umsetzung des Konzeptes unter Beweis gestellt. Auch für andere Austauschprojekte von HD-Rohrleitungen im HZÜ-Bereich kann dieses Konzept eine Alternative zum nahtlosen Rohr darstellen.

20 Jahre REA-Betrieb in Braunkohlekraftwerken

Gunther Schwarz und Stephan Müller

In den Jahren 1987/88 sind an vier Braunkohlestandorten im rheinischen Revier 37 Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) in Betrieb gegangen. In der Anfangsphase sind teilweise massive Schäden an Gummierungen und Beschichtungen aufgetreten. Für Korrosionsschutzsysteme hat sich ein konstruktiv optimiertes Konzept mit Werkstoffen zugunsten von Brombutylkautschuk und Vinylesterbeschichtungen entwickelt. Die Betriebserfahrungen sind hinsichtlich Konstruktion und Werkstoffauswahl in das Konzept der REA für BoA 2 und 3 eingeflossen.

Aggressivität des Kondensats bei Kühltürmen mit Abgaseinleitung – Erstanwendung einer neuartigen Kondensatmessstation

Lasse Petersen, Ludger Lohaus, Robert Griese und Heinrich Eggers

Gereinigte Abgase werden in Deutschland im Allgemeinen mit dem Kühlwasserschwaden über die Kühltürme abgeführt. Von dem sich auf der Kühlturmschaleninnenseite niederschlagenden Kondensat geht ein chemischer Angriff aus. Speziell zur Quantifizierung der chemischen Aggressivität des Kondensats auf die Bausubstanz der Kühlturmschale wurde eine neuartige Messstation entwickelt, die am Naturzugkühlturm des Kraftwerks Staudinger im Einsatz ist.

Untersuchungen zum Aluminium induzierten Kalkstein-Blinding in nassen Rauchgasentschwefelungsanlagen mit Gipserzeugung

Heinz Gutberlet, Gabriele M. Böhm, Siegfried Neuhaus, Markus Dickamp, Manfred Kraus und Christian Moser

Bei der Rauchgasentschwefelung nach dem Kalksteinwaschverfahren ist die Auflösung des Kalksteins nach der Zugabe zur Absorbersuspension einer der wichtigsten Prozessschritte. Gelöstes Aluminium und Fluorid in der Absorbersuspension können sich jedoch zu Aluminium-Fluoro-Komplexen verbinden, die die Auflösung des Kalksteins behindern – bezeichnet mit Kalkstein-Blinding –, was zu ernsten Problemen bei Betrieb und Regelung der Rauchgasentschwefelungsanlage (REA) führen kann. Untersuchungen dazu wurden durchgeführt, um die Ursachen und den Mechanismus des Kalkstein-Blindings besser definieren und die notwendigen Abhilfemaßnahmen einleiten zu können.

Die Nutzung von Abwasser als Kesselspeisewasser und Zero-Discharge in Kraftwerken

Rolf Nagel, Klaus Ogiermann und Manuel Graulich

Die Nutzung von aufbereitetem Kommunalabwasser aus Kläranlagen als Prozesswasser für Kraftwerke wurde bereits umgesetzt. Für zwei in Bau befindliche GuD-Kraftwerke in Südeuropa ist ein solches in Realisierung befindliches Verfahren in einer umfangreichen Voruntersuchung erprobt worden. Die Abwässer lassen sich in einer geeigneten Verfahrenskette zu Zusatzwasser aufbereiten, dessen Werte die VGB-Richtlinien unterschreiten. Die Anlagentechnik ist hoch komplex, jedoch mit einem vertretbaren Aufwand in der Bedienung und Wartung zu betreiben.