Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 6/2010

Die Entwicklung eines Instandhaltungs-programmes für das neue Magnum Kraftwerk - Der Ansatz von Nuon Energy

J.A. Verwilligen

Nuon Energy entwickelt für sein in Bau befindliches, größtes Kraftwerk in Eemshaven/Niederlande ein neues Instandhaltungsprogramm. Das Programm wurde mit der Ausschreibung in Angriff genommen und begleitet in enger Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen NV KEMA die Phasen Engineering, Detailausschreibungen und Errichtung. Das Grundprinzip des Programms beruht auf risikobasierter Instandhaltung und umfasst Methoden, um wirksame, vorbeugende Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen.

Zustandsbasierte Lebensdauerprognostik

Frank Kirschnick und Heinz Giovanelli

Etablierte Ansätze der Zustandsüberwachung liefern wesentliche Erkenntnisse über den aktuellen und zukünftig erwarteten Zustand von Aggregaten in Kraftwerken. Die Konsolidierung und Priorisierung dieser Erkenntnisse ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Ein neuer Ansatz zur Integration verschiedener Technologien der Zustandsüberwachung durch ein computergestütztes, mathematisches Modell wird vorgestellt. Dieser wird im Rahmen von Pilotprojekten weltweit eingesetzt und validiert. Erste Ergebnisse weisen auf ein beträchtliches und vielfältiges Nutzenpotenzial hin.

Instandhaltung und Verfahrensverbesserungen an Wirbelschichtkesseln

Rolf Jürgensen und Hans Schäfer

Für die Versorgung des Standortes Leverkusen mit Prozessdampf und Strom stehen zwei in 1981 bzw. 1991 in Betrieb genommene Wirbelschichtkessel auf Basis eines Brennstoffmix aus Erdgas und Kohle zur Verfügung. Eine der wichtigsten Anforderungen an die Anlagen war eine hohe Verfügbarkeit und der Einsatz eines breiten Kohlespektrums. Diese Ziele wurden in den mehr als 20 Jahren Betrieb durch kontinuierliche Verbesserungen und Anpassung der Betriebsparameter erreicht.

Harmonisierung der risikoorientierten Inspektions- und Instandhaltungspraktiken in Europa

Aleksandar Jovanovic, Daniel Balos, Jörg M. Bareiß und Michael Renner

Die Ergebnisse einer Gruppe von europäischen Partnern zu den Praktiken im Bereich der Inspektion und Instandhaltung, insbesondere der Harmonisierung im Bereich der risikobasierten Inspektion und Instandhaltung (RBIM), werden zusammengefasst. Zwei wesentliche Ergebnisse sind: Schaffung eines webbasierten Informationssystems mit Informationen über Betriebsinspektionen und die gemeinsame Arbeit am CEN-Dokument sowie die Harmonisierung der Anforderungen der EU-nationalen Regulierungsbehörden in Bezug auf die Inspektion- und Instandhaltungsprogramme in Industriebetrieben.

Korrosion und Instandhaltungsoptimierung CO2-armer Braunkohlekraftwerke unter geänderten Prozessbedingungen und -parametern

Ulrich Aha, Alexander Findeisen, Hans Joachim Krautz und Joachim Kahlert

Die Etablierung CO2-armer Kraftwerkstechnologien ist mit neuen Einzelkomponenten sowie veränderten Prozessparametern verbunden, welche Auswirkungen auf Anlagenschädigungen sowie die umzusetzende Instandhaltungsstrategie nach sich ziehen. Dazu erfolgen an der BTU Cottbus Untersuchungen zum Korrosionsverhalten verschiedener Werkstoffe sowie Optimierungen der Instandhaltungsstrategie für CO2-arme Kraftwerksblöcke. Dabei steht vor allem der Oxyfuel-Prozess im Vordergrund.

Elastische Elemente zur optimalen Lagerung von Triebsträngen

Franz Mitsch

Die Leistung von Windkraftanlagen hat sich innerhalb der letzten 15 Jahre fast verzehnfacht und liegt derzeit bei mehr als 2 MW. Aufgrund der höheren Leistung steigen die Momente und Kräfte am Rotor und auch im Triebstrang überproportional an. Größere Verformungen der Tragkonstruktionen müssen daher akzeptiert werden, wobei keine zu hohen Zusatzlasten auf Anlagenkomponenten übertragen werden dürfen. Dazu werden Möglichkeiten zur elastischen Lagerung der Triebstrangkomponenten vorgestellt, insbesondere die neue ESM-Elastomerhydraulik, mit der die zwangsfreie Lagerung des Triebstranges bei Vierpunktlagerung möglich ist.

Einsatz von Kohlenstoffkeramik in Kraftwerken

Ulrich Ringleb und Gert Wahl

Kohlenstoffkeramik hat wegen der außergewöhnlichen Eigenschaften einen besonderen Stellenwert unter den modernen Werkstoffen. Kohlebürsten sorgen für sichere Stromübertragung von der Turbine ins Netz; zur Absicherung des Generators sind hochwertige Erdungsbürsten in Gebrauch. Hervorragende tribologische Eigenschaften prädestinieren Kohlenstoff zum Einsatz in Gleitringdichtungen und Gleitlagern. Hinweise für einen sicheren Betrieb und Wartung solcher Bauteile werden gegeben.

Qualitätssicherung durch Dokumentation im Brandschutz

Franz Spitzer und Harald Winter

Die rechtlichen und organisatorischen Anforderungen an den Brandschutz werden immer höher. Es gibt gesetzliche sowie versicherungsrechtliche Bestimmungen, den Brandschutz sicherzustellen und nachzuweisen. Mit dem Fire Protection Management Systems FiProMan wird die Qualität der Brandschutzmaßnahmen gesichert, eine Nachbelegung und/oder Instandsetzung planbar sowie die notwendige Wartung überwachbar. Zudem wird eine Rechtsicherheit bezüglich der Erfüllung der Sorgfaltspflicht im Brandschutz hergestellt.

Vermeidung von Unfällen durch den Einsatz eines HSE-Managementsystems

Walter Sucrow und Frank Plümacher

Beim rasanten Ausbau der Windenergie in Deutschland und weltweit sind Aspekte von Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin teilweise unterschätzt worden. Mit einem entsprechenden Health, Safety and Environment (HSE) Managementsystem im Unternehmen können diese wichtigen Aspekte berücksichtigt werden; Unfälle können verhindert und finanzieller oder Imageschaden abgewendet werden. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Windenergieerzeugung.

Lärmminderung in Braunkohletagebauen - Stand der Technik

Jens Sachs und Wilhelm Kurtz

Die Beurteilung von Anlagen nach dem Stand der Technik hat in immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren sowie zur Berücksichtigung der Belange des Immissionsschutzes innerhalb der bergrechtlichen Genehmigungsverfahren für Tagebaue und die zum Betrieb von Tagebauen erforderlichen Anlagen einen hohen Stellenwert. Vor diesem Hintergrund wurden von 2006 bis 2009 in drei Tagebauen des Lausitzer Braunkohlenreviers Untersuchungen zum Stand der Technik zur Lärmminderung durchgeführt und die daraus erzielten Erkenntnisse in Maßnahmen umgesetzt.

Lärm am Arbeitsplatz - Die Umsetzung der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung in der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung bezüglich Lärm am Arbeitsplatz

Lothar Schmidt und Robert Tischtau

Die EG-Richtlinie 2003/10/EG (Schutz der Beschäftigten vor Gefährdung durch Lärm) ist in Deutschland durch die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) mit einem sehr hohen, ambitionierten vorgegebenem Schutzniveau national umgesetzt worden. Dargestellt wird, wie eine Gefährdungsbeurteilung mit den wesentlichen Schritten Arbeitsanalyse, Informationsermittlung und Festlegung erforderlicher Maßnahmen durchgeführt werden kann.

Wirtschaftlichkeitsanalyse einer tiefengeothermischen Strom- und Wärmeproduktion am Standort Stuttgart

Christoph Kruck, Ludger Eltrop, Rosa Lo, Simone Walker-Hertkorn, Thomas Kölbel, Pia Orywall und Wolfram Münch

In Deutschland sind vier Kraftwerke zur geothermischen Stromerzeugung installiert und weitere in Planung. Diese Kraftwerke nutzen hydrothermale Erdwärmevorkommen. Liegen keine ausreichend leistungsstarken Aquifere vor, besteht die Möglichkeit Enhanced Geothermal Systems (EGS) zu nutzen, bei denen ein künstlicher Wärmetauscher im tiefen Untergrund geschaffen wird. Am Beispiel des Standorts Universitätscampus Vaihingen in Stuttgart wurde auf Basis der dortigen Nachfragedaten nach Strom, Wärme und Kälte eine EGS-Anlage konzipiert.