Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 6/2012

Reduzierung der CO2-Emissionen durch flexible Betriebskonzepte

Lothar Balling, Andreas Pickard und Olaf Kreyenberg

Deutschlands Energiemix befindet sich in einer Umbauphase. Durch die Förderprogramme für erneuerbare Energien nimmt die installierte Leistung dieser höchst fluktuierenden Energiequellen stark zu. Heute decken erneuerbare Energien rund 18 % unseres Strombedarfs. Dennoch ist die konventionelle Stromerzeugung weiterhin uneingeschränkt erforderlich, so zu Zeiten nicht ausreichender Einspeiseleistung der Erneuerbaren. Bei fossil befeuerten Kraftwerken bieten sich dazu GuD-Kraftwerke an. Aufgrund der hohen Betriebsflexibilität eignen sie sich besonders als umweltfreundliche Back-up-Lösung.

Experimente zur Post-Combustion-CO2-Abscheidung in einer 1 MWth Carbonate Looping Testanlage

Alexander Galloy, Jochen Ströhle und Bernd Epple

An der Technischen Universität Darmstadt wird zur CO2-Abscheidung aus Rauchgasen fossil gefeuerter Kraftwerke geforscht. Einen Ansatz im Rahmen der Post Combustion Technolo­gien stellt das Carbonate Looping Verfahren dar. Dazu sowie für weitere Verfahren ist eine Versuchsanlage im Maßstab von 1 MWth errichtet. Eine Versuchskampagne und daraus gewonnene Ergebnisse werden vorgestellt und diskutiert.

Altbewährt und trotzdem neu - Innovation in der Wasserkraft

Herfried Harreiter, Dominik Godde und Richard Zickermann

Die Nutzung der Wasserkraft hat eine lange Tradition und entlang ihrer Nutzung und Anwendung wird die Technik der Wasserkraftanlagen weiterentwickelt. Dargestellt werden aktuelle Entwicklungen anhand der derzeitigen Herausforderungen an die Betreiber von Wasserkraftanlagen sowie aus Sicht der Anlagenherstellers. Die dargestellten Fallbeispiele decken einen weiten Bereich möglicher Innovationen ab. Dies beginnt auf der Ebene von Einzelkomponenten bis hin zu neuartigen Gesamtkonzepten für Wasserkraftanlagen, wie u.a. Hybridkraftwerke, Kompaktturbinenanlagen und Fließgewässerkraftwerke.

Pumpspeicherwerk Goldisthal - Von der Planung bis zum heutigen Einsatz

Joachim Kahlert und Ulrich Geiger

Die von der deutschen Bundesregierung beschlossen Energiewende bewirkt massive Änderungen im Bereich der Energieerzeugung. Die zunehmenden schwankenden Einspeisungen belasten so u.a. die Netze stark. Dadurch gewinnen Technologien zur Speicherung von überschüssiger elektrischer Energie immer mehr an Bedeutung. Von dieser Entwicklung profitieren Pumpspeicherwerke, da diese gegenwärtig die einzig erprobte großtechnische Speichermöglichkeit für elektrische Energie sind. Am Beispiel des Pumpspeicherwerkes Goldisthal werden die gesammelten Erfahrungen von der Projektidee, über das Genehmigungsverfahren und die Errichtung des Kraftwerkes bis hin zum heutigen Einsatz dargestellt.

Flugasche - Verfügbarkeit, Logistik, Potenzial

Heinz-Peter Backes, Dirk Brandenburger und Matthias Meißner

Für Bauweisen und Baustoffe wird zunehmend auch ein Nachweis der Nachhaltigkeit gefordert. Hierbei ist Flugasche als industrielles Nebenprodukt der Stromerzeugung aus kohlebe­feuerten Kraftwerken von besonderer Bedeutung. Deutschland ist nach wie vor weltweit führend bei der nachhaltigen Nutzung von Steinkohlenflugasche, insbesondere als Betonzusatzstoff. Es gilt dabei, das Leistungspotenzial der verfügbaren Menge an Steinkohlenflugasche auszuschöpfen. Dabei ist es u.a erforderlich, das bautechnische Regelwerk entsprechend weiterzuentwickeln.

Flugasche für Beton im Gleitschalungsbau - Spezielle Anwendung für das Gipssilo

Johannes Brandl

In Wilhelmshaven errichtet GDF SUEZ ein Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 800 MW. Die Treppentürme und insbesondere die Silos des Kraftwerks wurden in Gleitschalungsbauweise erstellt. Die Gleitbauweise stellt für Silos die wirtschaftlichste Bauoption dar. Durch die vorgesehene Nutzung des Siloraums für die Lagerung von REA-Gips wurden an den Beton besondere Anforderungen gestellt, um den erforder­lichen Sulfat­widerstand zu erzielen. Die gesamte Bauzeit erstreckte sich von 2009 bis 2011.

Wissensbilanzierung bei Kraftwerksschule e.V.

Wie wir lernen/vorgehen, um das Wissen der Kraftwerksschule systematisch zu steuern

Manfred Bornemann und Hans-Werner Otte

Intellektuelles Kapital hat sich als eine wesentliche Ressource im Wettbewerb etabliert. Die Kraftwerksschule e.V. (KWS) stellt sich der Frage, was genau dahinter steht, wie man intellektuelles Kapital bewerten kann und wie genau es in betrieblichen Abläufen wirkt. Vorgestellt wird, auf welches intellektuelle Kapital die KWS zurückgreifen kann und wie der Status quo des Wissens von Mitarbeitern aber auch von externen Dozenten relativ zu den strategischen Anforderungen bewertet und entwickelt wird.

Immer besser bei der Schichtübergabe

Heinz-Gerd Blank und Hans-Peter Cremer

Im Zuge der Erneuerung der leittechnischen Systeme des RWE Power AG Kraftwerk Neurath wurde die klassische Kleinwartentechnik durch moderne Bildschirmwarten ersetzt. Dies erforderte neben der Entwicklung eines neuen standardisierten Bedienkonzeptes für jede Bildschirmwarte auch die Überprüfung und Anpassung des Schichtübergabekonzeptes. Die Anwendung dazu neuer Standards sichert eine gleichbleibend hohe Qualität der Weitergabe betriebsrelevanter Informationen von Schicht zu Schicht. Die Standards können direkt auf dem Kraftwerksleitstand umgesetzt werden.

Mögliche Wasserressourcen für das REA-Projekt des Kraftwerks Orot Rabin

Victor Marcu, Yosef Schechtman, Sara Moscovici, Eli Gal und Michael Mengel

Der Bedarf an Frischwasser stellt beim Einsatz nasser REA-Technologien in Gebieten mit Wasserknappheit oder -mangel eine besondere Herausforderung dar. Für des Kraftwerksstandort Orot Rabin/Israel bedeutet dies allein für die Blöcke 5 und 6 einen um 50 % erhöhten Bedarf. Von einer nahe gelegenen Meerwasserentsalzungsanlage könnte Restwasser genutzt werden. Dieses weist einen erhöhten Borgehalt auf. Daher wurden Experimente zur Chemie der REA-Anlage durchgeführt, um die Möglichkeit der Nutzung dieses Restwassers zu untersuchen.

Multiparameter-Instrumentierung zur online Analytik in der Wasseraufbereitung und in Wasser-Dampf-Kreisläufen

David M. Gray

Korrosion und Ablagerungen in Wasser-Dampf-Kreisläufen von Kraftwerken können Schäden und Kosten verursachen. Richtlinien helfen, diese Probleme in Speisewasser und der Kraftwerkschemie zu verringern. Dazu werden erfolgreiche Spezifikation, Installation und der Betrieb von Online-Analysesystemen vorgestellt, um die Vorgaben dieser Richtlinien zu erfüllen. Als Grundlage der Analytik dient eine Multi-Parameter-Instrumentierung, die auf Basis einer Plattform alle gängigen Messgrößen abdeckt.

Einhalten der Dampfqualität - Probleme aus einer HRSG-Anlage zur Produktion von Prozessdampf

Frank de Vos, Rob Heijboer und Paul McNicholas

Die Kationenleitfähigkeit ist der Hauptparameter für die Dampfqualität, nicht nur in Kombination mit Turbinen, sondern auch für die Lieferung von Prozessdampf. In einer Dampfproduktionsanlage waren die Werte der Kationenleitfähigkeit im Dampf - bereits im Stadium der Inbetriebnahme - problematisch gemäß VGB-Richtlinien zu erreichen. Untersuchungen wiesen auf hohe CO2-Konzentrationen als Ursache hin. Die Vorgehensweise bei den Untersuchungen sowie die Beseitigung der identifizierten Probleme wird vorgestellt.

Dampfkontamination mit organischen Abbauprodukten im Speisewasser des Lanxess-Rubber HKW

Roger Ertryckx und Nancy Poelemans

Die Inbetriebnahme eines Kraftwerks mit Mitverbrennung von GDF Suez verzögerte sich aufgrund nicht erreichter Parameter für die Reinheit des Prozessdampfes. Als Ursachen konnten eine unzureichende Entgasung des Speisewassers, das Eindringen von CO2 in den Speisewasserbehälter und das Einbringen von thermischen Abbauprodukten aus den Ionenaustauschern ausgeschlossen werden. Untersuchungen identifizierten Verunreinigungen in den Anionenaustauschern als Quelle. Die geforderte Dampfreinheit konnte durch eine Nachbehandlung des Speisewassers gewährleistet werden. Für den weiteren Betrieb wurden Richtlinien festgelegt.

Beschreibung der gegenseitigen Beein­flussung von Flüssigkeitsschicht und Rauchgasströmung an Wänden und internen Einbauten in REA-Wäschern

Mario Arnold und Hans Fahlenkamp

Das VGB-Forschungsvorhaben „Beschreibung der gegenseitigen Beeinflussung von Flüssigkeitsschicht und Rauchgasströmung an Wänden und internen Einbauten in REA-Wäschern“ hat die Tropfen-Wand-Interaktion in REA-Wäschern zum Gegenstand. Im Kontext eines optimalen REA-Designs ist ein verbessertes Verständnis der Strömungsvorgänge in Wandnähe essenziell. Diese wurden experimentell untersucht und in ein CFD-Modell implementiert. Mit dem Modell und den Ergebnissen lassen sich wichtige Daten und Informationen ermitteln.