Ausgabe - VGB PowerTech Journal 6/2017

Editorial: VGB Kongress 2017 – Erzeugung im Wettbewerb

Erland Christensen

Der Umbruch in der Energiewirtschaft stellt unsere Unternehmen in den herausfordernden Prozess, sich und ihre Anlagen in einem sich verändernden und zunehmend unsicheren Marktumfeld zu platzieren. Aus der Sicht von VGB PowerTech gilt es die Stromerzeugung an diesen Herausforderungen gemessen weiterzuentwickeln, ihre kommerzielle Leistungsfähigkeit zu erhalten und auszubauen sowie weiterhin eine sichere, gesicherte und klimafreundliche Stromversorgung zu gewährleisten – so wie es von Öffentlichkeit und Politik erwartet, gefordert und reguliert wird. [weiter...]

Temperatursensorik an realen und temporär eingebauten Bauteilen in Dampferzeugern mit schwierigen Brennstoffen

Joos Brell, Marie Kaiser, Dominik Schneider, Sabine Hohmuth und Stephan Taubner

Sensorik ist ein immer wichtigerer Bestandteil moderner Prozessführung in Kraftwerken, stellt aber beim Einsatz schwieriger Brennstoffe zunehmend hohe Ansprüche an den Betrieb der Kraftwerke, insbesondere auch an die Komponenten Feuerung und Dampferzeuger. Der vorliegende Beitrag beschreibt Erfahrungen bei der Entwicklung und Anwendung von Sensorik zur Ermittlung von Temperaturen und Temperaturverteilungen auf Werkstoffoberflächen von Bauteilen und deren Bedeutung für Fragen zur werkstofflichen oder betrieblichen Bauteiloptimierung.

Eine Hochdruckverdampferstrecke zur Untersuchung des Wärmeübergangs und des Druckverlusts bei stationären und transienten Vorgängen in Rohr- und Kanalströmungen

Gerrit A. Schatte, Andreas Kohlhepp, Tobias Gschnaidtner und Hartmut Spliethoff

Der Wärmeübergang an Arbeitsmedien bei überkritischen Drücken ist relevant für konventionelle Dampferzeuger sowie für neue nukleare und solarthermische Dampferzeugerkonzepte. Aufgrund der starken Temperaturabhängigkeit der Stoffwerte von Arbeitsmedien bei überkritischen Drücken kann der Wärmeübergang verschlechtert oder verbessert ausfallen. Die Hochdruckverdampferstrecke HIPER bietet die Möglichkeit, experimentelle Daten für den überkritischen Wärmeübergang in einem weiten Parameterbereich zu generieren, womit sich der Wärmeübergang genauer quantifizieren lässt.

Umweltprüfung von Flugasche für Beton in Deutschland – Ein wirklich neuer Ansatz?

Udo Wiens und Hans-Joachim Feuerborn

In seinem Urteil gegen die Bundesrepublik Deutschland vertrat der Europäische Gerichtshof die Auffassung, dass die Bauproduktenrichtlinie durch die Bauregellisten mit zusätzlichen Anforderungen an Bauprodukte verletzt wurde. Als Folge wurde sowohl eine Revision der Musterbauordnung als auch eine Änderung des Verwaltungsrechts initiiert. Die bestehenden Zulassungen für Flugasche gelten als technischer Nachweis der Produktleistung fort und dienen dem Nachweis der Konformität. Die neuen Bauvorschriften beinhalten nur Anforderungen an eine Reihe von umweltrelevanten Parametern für Flugasche in Beton. Für die Umsetzung wird eine technische Richtlinie entwickelt.

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Umsetzung der Grundanforderung 3 in harmonisierten Produktnormen – Aktualisierung des CEN/TC 351 zu Prüfverfahren und Stand der Arbeit im CEN/TC 104/WG4 zur Umsetzung in die EN 450-1

Angelo Saraber und Udo Wiens

Die Bauproduktenverordnung (BauPVO) ist im Juli 2013 in Kraft getreten und bedingt u.a. die Umsetzung der Grundanforderung zu „Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz“ in harmonisierten Produktnormen wie z.B. die EN 450-1 für Flugasche für Beton. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit von horizontalen Prüfnormen. In den letzten Jahren entwickelte CEN/TC 351 „Bauprodukte: Bewertung der Freisetzung gefährlicher Stoffe“ technische Spezifikationen für harmonisierte Prüfverfahren. Diese sind für die Umsetzung in harmonisierte Produktnormen erforderlich. TC 104/WG 4 „Flugasche für Beton“ hat die Arbeit an bestehenden Vorschriften aufgenommen.

DOC Reduktion durch Ionenaustauscher und Umkehrosmose – Betriebsergebnisse einer Zusatzwasseraufbereitungsanlage

Klaus Ackermann

Bei der Erweiterung einer bestehenden Zusatzwasseraufbereitungsanlage für den Neubau eines Ersatzbrennstoffkraftwerkes stellte sich die Frage nach einer deutlichen Reduzierung der TOC/DOC (Total Organic Carbon/Dissolved Organic Carbon) Werte im Wasser/Dampfkreislauf. Nach einer Diskussion der Betriebswasserverhältnisse und Durchführung von Versuchen wurde der Aufbau der Anlage konzipiert. Die Realisierung der Zusatzwasseraufbereitungsanlage erfolgte mit den Verfahrensschritten Filtration und Entsalzung über Ionenaustausch mit nachgeschalteter Umkehrosmose.

Implementieren und Zertifizieren von IT-Sicherheitsmanagementsystemen nach ISO 27001 in der Energiewirtschaft

Stefan Loubichi

Mit dem IT Sicherheitsgesetz und der Verordnung für Kritische Infrastrukturen wird festgelegt, dass IT-kritische Industrien wie die Energiewirtschaft sich den IT bezogenen Gefahren stellen müssen und dass dies nachgewiesen werden muss. Unternehmen der Energiewirtschaft müssen hierzu ein Managementsystem nach ISO 27001 in Verbindung mit dem IT Sicherheitskatalog der Energiewirtschaft implementieren. Dieser Artikel gibt Antworten darauf, wie diese Managementsysteme implementiert werden, was bei einer Zertifizierung zu beachten ist und welche Nutzen ein solches Managementsystem hat.

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Erfahrungen mit metallischen Verankerungen feuerfester Auskleidungssysteme in Energie- und Umweltanlagen

Matthias Trost, Jan Mommsen und Gereon Lüdenbach

Verankerungen sind integraler Konstruktionsbestandteil der meisten feuerfesten Auskleidungen im Bereich Energie und Umwelt. Qualität der Brennstoffe und die Fahrweise der beeinflussen die feuerfeste Auskleidung nachteilig. Anhand ausgewählter Beispiele aus Wirbelschicht- und Rostfeuerungsanlagen wird gezeigt, welche Schadenursachen dabei den Verankerungen zukommen und gleichzeitig werden Hinweise zur geeigneten Wahl von Verankerungen gegeben.

Windenergie in Deutschland und Europa – Status quo, Potenziale und Herausforderungen in der Grundversorgung mit Elek­trizität. Teil 1: Entwicklungen in Deutschland seit dem Jahr 2010

Thomas Linnemann und Guido S. Vallana

Eine wesentliche physikalische Eigenschaft der Windenergie ist ihre starke raumzeitliche Variation aufgrund der Fluktuationen der Windgeschwindigkeit. Im Ergebnis ist die aufsummierte eingespeiste Leistung der europaweit über mehrere tausend Kilometer sowohl in Nord-Süd-als auch Ost-West-Richtung verteilten Windenergieanlagen hoch volatil, gekennzeichnet durch ein breites Leistungsspektrum. Die Erwartung einer deutlichen Glättung der großflächigen Gesamtleistung tritt nicht ein. Damit wird eine quasi 100%ige Backup-Kapazität erforderlich. Im in der Vorbereitung befindlichen Teil 2 der Studie wird die gesamteuropäische Situation analysiert.

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Generalüberholung eines Stoeckicht-Planetengetriebes einer Dampfturbine während des jährlichen Stillstandes

Thorsten Pasz

Während des Betriebs wurden an einer Dampfturbine erhöhte Schwingungswerte gemessen. Die anschließende Überprüfung mit Videoendoskopie des Planetengetriebes zeigte ersten Verschleiß an einigen Bauteilen. Durch die BRAUER Maschinentechnik AG aus Bocholt wurde das Getriebe innerhalb von 4 Wochen aus der Anlage demontiert, generalüberholt und nach dem Wiedereinbau in Betrieb genommen. Bei der Überholung des Getriebes wurden beschädigte Innenteile erneuert.