Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 7/2009

Die neuen Kraftwerksprojekte von Eskom – Ein Überblick zu den Anlagen Medupi und Kusile

Matshela M. Koko, Johannes Musel und Jean-Pierre Fouilloux

Aufgrund des hohen Zuwachses beim Strombedarf in Südafrika hat Eskom ein Programm zum Bau neuer Grundlast-Kraftwerkskapazität aufgenommen. Es umfasst unter anderem die Errichtung von jeweils sechs kohlebefeuerten 800-MW-Blöcken an den Standorten Medupi und Kusile. Weil das die ersten Neubauten von Kohlekraftwerken für Eskom seit mehr als 25 Jahren sind, wurden umfassende Stu-dien zu Technologie und Markt im Vorfeld durch-geführt.

Aktuelle Projekte und Strategien für die zukünftige Stromerzeugung im Bereich fossil-befeuerter Kraftwerke der RWE Power AG

Reinhold O. Elsen, Manfred Kehr und Ralf Nowack

RWE Power, mit einer installierten Kraftwerksleistung von rund 34.000 MW einer der führenden europäischen Kraftwerksbetreiber, geht die Aufgabe der Modernisierung des europäischen Kraftwerks-parks konsequent an. Eines der größten Investitionsprogramme in der Geschichte des RWE-Konzerns wurde dazu gestartet. Die Investitionsentscheidungen können nur durch langfristig verlässliche Rahmenbedingungen getragen werden. Die Politik ist gefordert, für faire Wettbewerbsbedingungen, auch im Hinblick auf den CO2-Zertifikate-Handel, zu sorgen.

Qualitätssicherung im Kraftwerksneubau – Was bedeutet das heute?

Ute Hartfil

Aus der Sicht der Qualitätssicherung ist der Kraftwerksneubau sowohl eine Aufgabenstellung als auch eine Herausforderung für die Anlagenbauer und auch die Bauherren. Speziell beim Bau der neuen Kraftwerksgeneration muss eindeutig der festgelegte Qualitätsstandard erfüllt werden. Know-how, Organisation, Logistik, Informationsaustausch, konstruktive Problemlösungen und Personalressourcen sind dazu einige Stichworte. Die Marktbedingungen zwingen dabei, einen weltweiten Lieferantenmarkt zu akzeptieren.

Transmission Code – Von DVG-Empfehlungen zu UCTE-Anforderungen an Erzeuger

Marcus Kurth

Verschiedene Einflüsse führen zu Veränderungen im europäischen Stromverbundnetz. Seitens der Netzbetreiber wurden deshalb die Anforderungen an die Stromerzeuger bereits mehrfach angepasst. Diese Anforderungen waren in Deutschland in den DVG-Empfehlungen fixiert und entwickelten sich über Spielregeln des Grid Codes hin zum derzeitig gültigen Transmission Code. Darüber hinaus laufen derzeit Gespräche zur UCTE-weiten Standardisierung der Mindestanforderungen an den Netzanschluss von Erzeugungseinheiten.

Vorteile flexibler thermischer Energieerzeugung in Netzen mit hohem Anteil von Windkraftwerken

Nicholas W. Miller, Sebastian Achilles, Gene Hinkle und Devon Manz

Die Variabilität der Stromerzeugung aus Windkraftwerken stellt operative Herausforderungen für Netzbetreiber. Betriebliche Flexibilität beim konventionellen Stromerzeugungs-Portfolio ist sehr wichtig geworden. Neuere Entwicklungen bei flexibler gasbefeuerter Stromerzeugung bieten ein Potential zur Verbesserung der Systemperformance. Ergebnisse einer Studie zur operativen Wirtschaftlichkeit eines Systems mit Wind-Stromerzeugung, erneuerbarer Energieerzeugung im Grundlastbereich und thermischer Energieerzeugung werden vorgestellt.

Technisches Benchmarking – Ein Werkzeug zur Leistungssteigerung von Kraftwerken

Hans-Joachim Meier, Jürgen Aydt, Franz Bauer, Jean-Francois Lehougre und Stefan Prost

Die von VGB definierten Betriebskennwerte und die Datenbank KISSY eignen sich für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Kraftwerkes und können vorteilhaft genutzt werden. Die Betriebskennwerte werden aus Kraftwerksbetriebsdaten gebildet, die in die VGB-Datenbank KISSY online eingespeist werden. In anlagenspezifischen, anonymisierten Vergleichsgruppen steht eine Auswertung in jährlichen VGB-Berichten zur Verfügung.

Grenzen der Versicherbarkeit – Anforderungen an das Risikomanagement

Michael Härig

Unternehmen der Energiewirtschaft stehen durch Wettbewerb und Auflagen zum Umweltschutz vor der Herausforderung, Kraftwerke effizienter zu betreiben und erneuerbare Energien stärker einzusetzen. Bei Weiterentwicklungen und neuen Technologien ist es jedoch oft schwierig, ausreichenden Versicherungsschutz zu erlangen. Es ist besonders wichtig, dass in einer frühen Entwicklungsphase Betreiber, Hersteller, Versicherer und Makler gemeinsam den Versicherungsschutz diskutieren.

Neue Anlagentechnik – Herausforderung für die Ausbildung

Hans-Werner Otte und Heinrich Nacke

Die Leittechniken moderner Kraftwerke stellen auch neue Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter auf der Warte. Diese Themen greift die Kraftwerksschule e.V. (KWS) auf und widmet sich darüber hinaus dem kontinuierlichen Fachkunde- und Kompetenzerhalt. Inhaltliche und schulungsmethodische Fragestellungen werden behandelt, unter anderem werden die Trainingsschwerpunkte dargestellt, die Möglichkeiten des Simulatoreinsatzes erörtert, und auf die Nutzungsmöglichkeiten netzgestützter Vermittlungen wird eingegangen.

Chancen und Einschränkungen bei der Nutzung von E-Learning und CBT in der beruflichen Weiterbildung

Siegfried Guse, Christoph Bieniek und Silvana Gelbke

Die E-Learning-Programme der KWS sind wie Kurse angelegt, das Lernen erfolgt sequenziell. Die Teilnehmer werden in einer vorgegebenen Reihenfolge durch den Kurs geführt und haben zum Abschluss der Lerneinheiten Aufgaben zu absolvieren, um den Lernerfolg zu überprüfen. Tutoren begleiten die Kurse. Technisch werden die Kurse über eine Lernplattform realisiert. Vorteile und Hemmnisse im Umgang mit E-Learning werden dargestellt und diskutiert.

Importkohle – Ein aktueller Marktüberblick: Betriebliche und technische Konsequenzen für das gesamte Kraftwerk

Wolfgang A. Benesch

Kohle wird weltweit mittelfristig weiter eine tragende Rolle für die Stromerzeugung spielen, weil sie wirtschaftlich über größere Zeiträume, regional weit gestreut und politisch unabhängig verfügbar ist. Importkohle wird in Deutschland aufgrund der aktuellen Beschlusslage mit auslaufender nationaler Förderung weiter an Bedeutung in der Stromerzeugung gewinnen. Deshalb wird die Kohlebeschaffung für Steinkohle zunehmend weltweit erfolgen. Die Beobachtung und Analyse des internationalen Kohlemarktes trägt zur wirtschaftlichen und versorgungstechnischen Zukunftsplanung bei.

Errichtung einer Wuchtanlage für das hochtourige Wuchten von Turbo- und Elektrorotoren

Alfons Unterste-Bahrenberg

Das Wuchten hochtouriger Rotoren von Turbomaschinen ist bewährter Standard, um ein optimales Laufverhalten des Rotors nach seinem Einbau in die Maschine sicherzustellen. Um ein wirtschaftlich und technisch optimiertes Wuchten zu erreichen, wurden beim Umbau einer atmosphärisch betriebenen Wuchtanlage am Siemens-Standort Essen auf Vakuumbetrieb innovative Ideen aus unterschiedlichen Fachbereichen der Anlagentechnik genutzt und in eine vorhandene Anlagenumgebung integriert.

Korrosion unter Isolierungen – Neuste Erkenntnisse

Adolf Schöttner

Korrosion unter Isolierungen ist ein Problem, mit dem sich Anlagenbetreiber auseinandersetzen müssen. Deshalb ist das Thema Gegenstand zahlreicher Untersuchungen, und der Begriff „CUI” (corrosion under isolations) wurde geprägt. Am häufigsten betroffen ist unlegierter Stahl. Er wird in Abhängigkeit von Feuchtigkeit, Salzgehalt und Temperatur flächenförmig oder in Form von Muldenkorrosion angegriffen. Erfahrungen zum CUI werden vorgestellt.

Messung der entgasten Kationenleitfähigkeit aus dem Blickwinkel des unabhängigen Beraters

Rob Heijboer, Leo M. Butter, Marga van Deelen und Frank de Vos

Die saure Leitfähigkeit ist ein Schlüsselparameter zur Überwachung des Wasser-Dampf-Kreislaufs von Kraftwerken. Anwesenheit von CO2 beeinflusst deren Bestimmung. Entsprechend wurden Methoden zur Bestimmung der entgasten sauren Leitfähigkeit entwickelt. Kema hat die Ursachen für den CO2-Eintrag als unabhängiger Berater untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ein zuverlässiges CO2-Überwachungssystem erheblich zur Optimierung des Wasser-Dampf-Kreislaufes beiträgt.