Kurzfassungen - VGB PowerTech Journal 7/2010

Der Pro Quality Ansatz - Optimierte Leistung und Perspektiven für die Zukunft

Franz Bauer und Wolfgang Benesch

Bei der Planung und Errichtung von neuen Kraftwerken wurden hinsichtlich massiver Qualitätsmängel eine Reihe von "schlechten" Erfahrungen gemacht. Daher hat VGB das Thema mit dem Ziel aufgegriffen, systematisch einen Ansatz zu entwickeln, der einen Rahmen für die benötigte Qualität über die gesamte Prozesskette vorgibt. Dieser Ansatz wird in Form eines VGB-Standards im Sinne einer Master-Richtlinie erarbeitet. Die bestehenden einschlägigen VGB-Standards (Richtlinien und Merkblätter) werden entsprechend den Prozessschritten zugeordnet. (EN)

Erreichung der erforderlichen Qualität im Kraftwerksneubau - nicht nur eine Aufgabe der Qualitätssicherung

Ralf Nowack, Gereon Thomas und Ute Hartfil

Für den Kraftwerksneubau bei RWE gibt es als mögliche Abwicklungsmodelle die Turn Key Vergabe und die Losvergabe. Beide Abwicklungsmodelle haben als gleichen Anspruch den Bau einer Kraftwerksanlage auf dem höchsten technologischen Stand unter Einhaltung der Qualitätsstandards und der gesetzlichen Anforderungen. Die Veränderungen der Marktbedingungen mit einem weltweiten Lieferantenmarkt bedeuten eine besondere Herausforderung bei der Steuerung von Lieferanten, da neue Technologien und neue Werkstoffe eine angemessene und akzeptable Ausführungsqualität erfordern.

Die Errichtung von 1.100-MW-Kraftwerken - Herausforderungen für die nächste Generation der Planer

Rob Droste und Thomas Maas

Die Herausforderungen bei aktuellen Neubauten von Kraftwerken in Europa stehen u.a. im Zusammenhang mit der Beachtung spezifizierter Qualität und geltender Gesetzgebung. Die vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen sollten während der Designphase implementiert und während der Beschaffungsphase und der Errichtung des Kraftwerks sollte ein korrektes Follow-up sichergestellt werden. Für die Projekte von E.ON Kraftwerke wurde Total Quality Management unter Verwendung von Risikomanagement und Methoden zur ständigen Verbesserung umgesetzt.

Bau- und Montageüberwachung für Dampfturbosätze der aktuellen Neubauprojekte der Vattenfall Europe Generation AG

Hans Mandel, Marco Redieß und Udo Klauke

Die Vattenfall Europe Generation AG errichtet 3 neue Kraftwerksblöcke in Deutschland. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des Braunkohlekraftwerks Boxberg sowie zwei mit Steinkohle befeuerte Kraftwerksblöcke am Standort Moorburg. Beide Projekte wurden durch die Vattenfall Europe Generation AG als Bauherr und die Vattenfall Europe Power Consult GmbH als Generalplaner entwickelt. Besonderes Augenmerk wird bei den Projekten auf die Qualitätssicherung durch eine Bauüberwachung für den Herstellungs- und Montageprozess gelegt.

VGB-R 171 - Lieferung der Technischen Dokumentation (Technische Anlagendaten, Dokumentation) für Kraftwerke

Gert Obst und Christiane Lammel

Die technische Dokumentation ist gemäß gesetzlicher Regelungen Bestandteil des zu liefernden Produkts. Die aktualisierte Richtlinie VGB-R 171 "Lieferung der Technischen Dokumentation (Technische Anlagendaten, Dokumentation) für Kraftwerke" präsentiert, an aktuelle Belange angepasst, einen Leitfaden für die Lieferung von technischen Informationen (Daten, Dokumente). Gründe für die Überarbeitung und die daraus folgenden Schwerpunkte der Überarbeitung werden beschrieben. Auf Zielsetzung und Anwendungsmöglichkeiten der Richtlinie wird hingewiesen.

Werkstoffspezifikation VGB-R 109 und Weiterverarbeitung - Erste Erfahrungen aus dem Kraftwerksneubau aus Sicht der Qualitätssicherung

Jörg M. Bareiß, Andreas Helmrich und Martin Bantle

Neue Dampferzeuger werden in Europa auf Basis der PED (europäische Druckgeräterichtlinie 97/23/EC) hergestellt. Für 600°-C- bzw. 620-°C-Kraftwerke sind neue Werkstoffe notwendig, die größtenteils nicht von der PED bzw. der harmonisierten Norm EN 12952 beschrieben werden. Daher sind zusätzliche Regeln und Richtlinien für die Kesselherstellung anzuwenden. Zu den neuen Werkstoffen werden Anwendung und Erfahrungen mit der VGB-R 109 "Werkstoffspezifikation für drucktragende Komponenten in fossil befeuerten Kraftwerken" als Teil des Kundenvertrags vorgestellt. (EN)

Bewertung von Druckprüfungen mit "erhöhtem" Prüfdruck bei Müllheizkraftwerken

Olaf Baumann, Karl-Heinz Herter, Ulrich Schirmer und Xaver Schuler

Die grundlegenden Sicherheitsanforderungen der europäischen Druckgeräterichtlinie (DGRL) enthalten quantitative Vorgaben an die Höhe des hydrostatischen Prüfdrucks bei der Herstellung (Erstdruckprüfung). Wird der im Vergleich zur bisherigen Praxis "erhöhte" Prüfdruck der DGRL auch für wiederkehrende Druckprüfungen angewendet, ist es erforderlich, damit zusammenhängende Aspekte auch aus werkstoffmechanischer und aus sicherheitstechnischer Sicht zu bewerten. Konsequenzen einer "erhöhten" Druckprüfung werden anhand von Müllheizkraftwerken aufgezeigt und bewertet.

Verlauf der Hauptrevision 2009 im Kraftwerk Rostock

Norbert Wudke, Michael Bertsch und Christian Pohle

Aufgrund eines Gebläseschadens musste die im Kraftwerk Rostock geplante Turbinen- und Generatorrevision im Jahr 2009 um fast 4 Monate vorgezogen werden. Der geplante Revisionsumfang beinhaltete alle Teilturbinen und die H2-, Dichtöl- und Reinstwasseranlage im Generatorbereich. Vor Beginn der Hauptrevision war die elektrische Bruttoleistung durch nicht ausreichende Schluckfähigkeit der HD-Maschine und Alterungsprozesse gesunken. Die Maschine hatte zum Zeitpunkt der Revision ca. 94.000 Betriebsstunden, 84 Kaltstarts und 1.500 Warmstarts absolviert.

Leistungssteigerung und Lebensdauer-verlängerung von Turbinenkondensatoren durch Zustands- und Betriebsüberwachung

Wolfgang Czolkoss

Leistungs- und Verfügbarkeitsverluste bei Dampfkraftwerken entstehen häufig durch Störungen im Turbinenkondensator. Daher leistet die zugehörige Betriebs- und Zustandsüberwachung einen Beitrag zum effizienten Kraftwerksbetrieb. Dem Betrieb der Rohrreinigungsanlage kommt dabei besondere Bedeutung zu. Hinweise zur Überwachung der Rohrreinigung sowie zur Erkennung und Beseitigung von Störungen der Rohrreinigung werden gegeben, um Verschmutzungs- und Korrosionsprobleme frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Sonderprüfprogramm zur chlorinduzierten transkristallinen Spannungsrisskorrosion (TSpRK) in austenitischen Bauteilen

Carsten George

An einem Reaktorwasserreinigungsfilterbehälter wurden Undichtigkeiten durch chloridinduzierte transkristalline Spannungsrisskorrosion (TSpRK) festgestellt. Ein umfangreiches Sonderprüfprogramm über drei Stillstände wurde daher zur Eingrenzung und Verifizierung der Thematik initiiert. Als Chloridquelle wurden asbesthaltige Dichtungen identifiziert. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus der Abwicklung dieser Maßnahme können für zukünftig anstehende Modernisierungsprojekte genutzt werden.

Modell zur Bewertung der Betriebseignung von Amin basierten Lösungsmitteln in chemischen Wäschen zur Entfernung von CO2 aus Kraftwerksrauchgasen

Vanessa Kubacz und Hans Fahlenkamp

Das vorgestellte Modell ermöglicht eine Vorhersage der Absorption und Desorption von CO2 aus Kraftwerksrauchgasen mithilfe verschiedenster Amine. Mit der als semi-numerisch zu bezeichnenden Lösung kann neben dem stationären Zustand auch das dynamische Verhalten der wässrigen Aminlösungen auf kraftwerksseitig aufgegebene Sprünge und Rampen abgebildet werden. Eine Validierung wurde an verschiedenen Technikumsanlagen durchgeführt. Das dynamische Verhalten wurde mit Aspen Dynamics® validiert. (EN)

Kombinierte Nutzung von Geothermie und Klärschlamm - Möglichkeiten und Grenzen

Sebastian Janczik und Martin Kaltschmitt

Anlagen zur geothermischen Energiebereitstellung sind i.a. technisch aufwändig und durch vergleichsweise hohe Energiegestehungskosten gekennzeichnet. Eine kombinierte Nutzung von Geothermie und Klärschlamm kann optimierte Möglichkeiten bieten. Dazu wird technisch und ökonomisch analysiert, inwieweit der nach dem Geothermiekraftwerk verfügbare Wärmestrom zur Klärschlammtrocknung verwendet und dieser anschließend thermisch in die Geothermieanlage eingekoppelt werden kann.
Kennbuchstaben für Dokumentenartklassen in Kraftwerken (DCC-Schlüssel)

Die Richtlinie VGB-B 103: Ein wertvoller Beitrag für die Dokumentation von Kraftwerken

Wolfgang Ernst und Jochen Hantschel

Betriebssicherheit, Verfügbarkeit und wirtschaftlicher Betrieb von Kraftwerken werden zunehmend geprägt durch den schnellen Zugriff auf aktuelle Informationen. Mit den unterschiedlichen Kennzeichnungsarten der verschiedenen Beteiligten für Dokumente ist die Forderung nach dem schnellen und richtigen Zugriff auf Informationen bis jetzt nicht zu erfüllen. Der VGB-Arbeitskreis "Anlagenkennzeichnung und Dokumentation" hat daher die Richtlinie VGB-B 103 "Kennbuchstaben für Dokumentenartklassen in Kraftwerken (DCC-Schlüssel)" erstellt und aktuell veröffentlicht.